Es gibt schließlich immer einen Ausweg – Teil 4

Camden Town Market. Gerade eben noch war alles dunkel und einsam um sie herum gewesen. Menschenüberfüllt, aber einsam. Hier jedoch leuchtete das Leben. Sie sahen sich an und fühlten, dass sie angekommen waren. Endlich. Endlich wieder fühlen.

„Wir werden uns jetzt verabschieden müssen.“
„Ja. Wenn man Menschen zu gut kennt, wird immer alles kompliziert.“
„Wann glaubst du, werden wir uns wieder sehen?“
„Zu spät um nicht darüber zu schweigen, zu früh um nicht anzufangen zu vermissen.“
„Genau im richtigen Moment.“
„Wie immer. Genau im richtigen Moment.“

„Was wirst du tun?“
„Ich will den Grund für die Liebe finden.“
„Du weißt, dass es keinen Grund gibt.“
„Ich fühle aber, dass es einen geben muss. Mindestens einen.“

„Was wirst du tun?“
„Ich will die Menschen beobachten. Ich muss die Menschen beobachten.“
„Du kannst nicht immer nur beobachten.“
„Doch, wer die Menschen beobachtet, lernt ihre kleinen Schwächen kennen.“

Cleo saß stundenlang an eine Laterne gelehnt und beobachtete. Der Trick ist, immer die eine Schwäche zu kennen. Der Trick ist, die Schwäche zu kennen, damit man weiß, wie man helfen kann. Sie machte sich auf die Suche nach ihrer Schwäche, um Paul und ihr selbst zu helfen. Bald wurde ihr klar, dass sie aufhören mussten, das Leben zu suchen, also stand sie auf um ihren Bruder zu suchen. Cleo fand ihn in einem Plattenladen, im zweiten Untergeschoss, zwischen Unmengen von 7“-Singles von John und den anderen. Es gab keine Worte. Die Umarmung war lang genug, um alles notwendige zu sagen.


Es gibt schließlich immer einen Ausweg – Teil 3

Sie redeten nicht viel. Irgendwann hatten sie gelernt, dass es nichts bringt einfach nur zu Reden um sich vorzumachen, dass man sich etwas zu sagen hat. Wem vormachen? Sich? Sie brauchten sich nichts vorzumachen. Sie wussten, dass Worte manchmal nichts sagen können. Sie wollten herausfinden, warum. „Wir hätten auch die Tube benutzen können.“ „Nein.“ Natürlich


Es gibt schließlich immer einen Ausweg – Teil 2

Obwohl er der jüngere war – es fiel auf, doch nur bei genauem Hinsehen, flüchtige Beobachter hätten die Altershierarchie von Paul und Cleo auch durchaus verwechseln können – hatte Paul schon immer die Rolle des Durchsetzers inne. Er entschied nie allein, aber wenn etwas entschieden war, sorgte er dafür, dass es so gemacht wurde. „Wir


Road to Nowhere

“Dieser Weg führt ins Nirgendwo.” “Dort werden wir sicher sein.”


Es gibt schließlich immer einen Ausweg – Teil 1

Sie wusste, dass es zu spät war. Sie wusste, dass sich gerade eben alles verändert hatte. Doch Cleo war anders, sie war schon immer anders gewesen, sie würde das nicht einfach akzeptieren. Es musste doch einen Ausweg geben. „Es gibt schließlich immer einen Ausweg.“ „Wofür?“ Cleo war so tief in ihren Gedanken versunken, das sie


Bring mich nach Hause

Um das von Anfang an festzulegen: Das ist keine CD-Kritik. Schon allein, weil Kritik so ein negativ konnotiertes Wort ist. Nennt es wie ihr wollt. Ich würde vielleicht sowas wie Wahrnehmungsbericht sagen. Wir sind Helden haben ihr viertes Studioalbum veröffentlicht. Sie sind erwachsen geworden. Sie mussten niemandem mehr etwas beweisen, das ganze “Stars müssen Auszeichnungen


Society

Society I hope you’re not angry If I disagree


Music When The Lights Go Out

Der Daniel hat gefragt, unter anderem die Suse. Die hat dann unter anderem mich gefragt. Was gefragt, werdet ihr jetzt denken. Folgende 16 Fragen. Antworten wie immer ohne Gewehr. 1. Ein Lied aus deiner frühsten Kindheit Kindheit, das ist doch schon so lange her. Lege mich einfach mal auf John Lennons Imagine fest. Schon allein,


Wir, die Verlorenen – Teil 3

Das Hupen eines LKWs schreckt mich auf. Gefangen in unserer Gedankenwelt bin ich mitten auf der Straße gelaufen. Mitten in der Nacht. Da kommt ja sonst niemand. Wenn mich der Fahrer nicht rechtzeitig gesehen hätte wäre ich jetzt vielleicht nicht mehr. Das komische ist, dass mir der Gedanke daran keine Angst macht. “Geht es dir


Wir, die Verlorenen – Teil 2

Wenn ich doch nur einen Grund hätte, dich anzusprechen. Ich bin nicht der Typ, der einfach auf Menschen zu gehen kann. Will ja selbst auch meistens meine Ruhe haben. Und doch, die äußeren Umstände treiben mich. Der außer uns leere Wagen, die künstliche, gerade anstrengende Helligkeit, dein bohrender Blick. Um meine Kommunikationsbereitschaft zu signalisieren nehme