meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Years End Blues

Weil Jahres­en­den trotz allem immer Spuren von Melan­cho­lie enthal­ten. Weil man nichts besser mit Musik begeg­nen kann als Melan­cho­lie.


  1. Radio­head – You and whose army?

  2. Amos Lee – All my Friends

  3. Nick Drake – Hazey Jane I

  4. Hermann van Veen – Wenn ich mir was wünschen dürfte

  5. Jack John­son – While We Wait

  6. Ben Harper – Power of the Gospel

  7. Mons­ters of Folk – Temaz­cal

  8. Wir sind Helden – Stil­ler

 

Das Ende

Hier, an dieser Kreu­zung, hier haben wir gestan­den, letz­tes Jahr, am selben Tag, unge­fähr zur selben Zeit, du und ich. Damals gab es noch kein wir. Damals hast du schüch­terne Blicke auf den Boden gewor­fen und ich versucht den Mittel­punkt der Erde in meinen Jack­en­ta­schen zu finden. Damals.

Downtown Corner at Night

Heute gibt es kein wir mehr. Heute ist es zu Ende. Zu Ende, bevor es rich­tig anfan­gen konnte, bevor wir wir sein konn­ten, bevor alle Chan­cen ihre Zeit hatten.

Wir werden uns beide unsere Fehler nicht einge­ste­hen, wir werden beide schwei­gen, versu­chen zu verges­sen. Was jetzt folgt ist die ewige Frage, wir sehr man eine mögli­cher­weise falsche Entschei­dung bedau­ern kann. Und wie gut man sich einre­den kann, dass es eben doch keine falsche Entschei­dung war und das man sie ja auch nicht allein, sondern im Grunde gemein­sam getrof­fen hat.

„Es ging ja gar nicht anders.“

Das wird der bestim­mende Satz sein. Wir wissen beide nur zu gut, wie dumm dieser Satz ist, doch wir wissen auch, wie gut er als Schutz­schild vor der Wahr­heit geeig­net ist.

 

Look at what the light did now

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=yPkKa­caGaGY&feature=player_embed­ded[/youtube]

Taste the taste I taste 'till it's tasted
Look at what the light did now
 

Auf in den Tag

  • 6 years ago veröffentlicht
  • Ein Kommentar
  • Erwartete Lesezeit: 02:19 min

Sechs Uhr Zwei­und­drei­ßig. Einsam schim­mern die Siebens­eg­men­t­an­zei­gen des Digi­tal­weckers in die noch gnaden­lose Dunkel­heit des neuen Tages. Gemes­sen an der stechen­den Kälte, der die den Wecker ausschal­tende Hand ausge­setzt ist, während sie nach einem erfolg­rei­chen Tasten­druck die Fern­be­die­nung sucht, möchte der Rest des Körpers gar nicht an das nun folgende denken. Musik ist das einzige, was den Rest des Körpers mögli­cher­weise recht­zei­tig dazu animiert, die wohlige Wärme des Bettes zu verlas­sen.

Ein kurzes klicken, noch einen Moment Ruhe, dann hat sich der Zufalls­wie­der­ga­be­al­go­rith­mus entschie­den. Amos Lee. All My Friends.

Irgend­je­mand muss den Kaffee anset­zen. Das einzige mehr oder wenige wache Wesen im Haus­halt zu sein bedingt leider, diese Aufgabe über­neh­men zu müssen. Star­bucks könnte wirk­lich endlich mal einen Liefer­ser­vice mit Abon­ne­ments und allem drum und dran einfüh­ren. Für diese Tage, an denen der Weg zur Kaffee­ma­schine nicht nur mit dem Kampf gegen erneu­tes einschla­fen sondern auch mit dem gegen die unsäg­li­che Kälte verbun­den ist.

Radio­head. You and whose army?

Wenn die Lied­ab­folge nach dem Aufste­hen den Tage­sab­lauf bestimmt, wird das wohl eher einer der schlech­teren Tage. Ande­rer­seits wird Melan­cho­lie nicht über, sondern unter­be­wer­tet. Außer­dem ist der Kaffee gerade im fertig werden und das ist doch schon ein rela­tiv ernst zu nehmen­des Zeichen dafür, dass es zumin­dest kein ganz schlech­ter Tag werden kann.

Lykke Li. Paris Blue.

Einpa­cken. Zwie­bel­haut­prin­zipjun­kie. Und dann noch ein paar Schals zur Deko­ra­tion, man kann nie genug Schals haben. Ein kurzer Blick auf das Ther­mo­me­ter sugge­s­tiert, dass mehr als ein paar Schuhe an den Füßen und mehr als eine Mütze auf dem Kopf auch durch­aus eine Über­le­gung wert wären. Der darauf folgende Blick in den Spie­gel sagt das genaue Gegen­teil.

Auf in den Tag.

 

Klischees sind dumm. Nicht nur weil ich das sage.

  • 6 years ago veröffentlicht
  • 2 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 02:27 min

Ich bin voll das Indie­kind. Wird mir zumin­dest ab und an gesagt. Manch­mal sage ich das auch selbst, weil es gerade passt, oder aus ande­ren, ähnlich absur­den Grün­den. Eigent­lich stimmt das gar nicht. Ich höre zwar gerne und viel dieser so genann­ten Indie­pen­dent-Musik, aber es gibt ja auch immer die ande­ren. Mal abge­se­hen davon, dass ein Groß­teil der hippen „Indie­bands“ sowieso bei einem der Majors einen Plat­ten­ver­trag hat, kann man einfach nicht ewig unun­ter­bro­chen die glei­chen 7 Akkord­mus­ter mit den glei­chen 15 Gitar­ren­ef­fek­ten und 23 Moti­ven hören. Denn ziem­lich genau das ist Indie häufig vorwie­gend: Lang­wei­lig. Lang­wei­lig, gerade weil die Bands, die Indie sein wollen sich meist so unend­li­che Mühe geben anders zu sein als alle ande­ren, dass sie genau das nicht schaf­fen. Dabei sollte Indie eigent­lich mit einer „If they don't like it, fuck it.“-Atti­tüde gemacht werden. Nennt es meinet­we­gen punkig, aber macht es. Und an die ganzen zwei Gitar­ris­ten, Bassist und Schlag­zeu­ger Bands da drau­ßen: Die Beatles gab es schon, waren gut. Könnt ihr nicht besser, nur anders.

Worauf wollte ich eigent­lich hinaus? Ach ja, ich wollte eigent­lich auf die Ande­ren hinaus. Auf die „rich­ti­gen“ Majors. Wobei das ja heut­zu­tage in der Regel sowieso alles einfach unter „Alter­na­tive“ kata­lo­gi­siert wird.

Man kann zum Beispiel nur bis zu einem gewis­sen Punkt von den Red Hot Chili Peppers fern blei­ben. Oder eben von den Beatles. Oder auch von Brit­ney Spears, Chris­tina Agui­lera und wie sie alle heißen. Das ist eben nunmal doch auch gute Musik. Gefällt zwar nicht jedem und passt auch nicht immer und manches ist auch echt Schrott, aber hey, es ist bestimmt nicht mehr Schrott dabei, als unter dem ganzen Gewu­sel, dass sich da Indie schimpft.

Ab und an kann man ja mal By The Way anstatt Kid A hören, wenn man Lust auf ein Meis­ter­werk der 00er Jahre hat. Sollte man sogar.

Lasst uns einfach Menschen sein, die Musik hören, die ihnen gefällt und nicht Musik hören, die ihnen gefällt, weil die Musik in ein bestimm­tes Klischee passt, was sie gerade erfül­len möch­ten. (Manch­mal will ich aber trotz­dem gerne Indie­kind sein.)

 

Tränen lügen nicht

Tränen lügen nicht. Das wurde mir klar, als du wieder­kamst, drei Jahre nach­dem wir uns das letzte Mal begeg­ne­ten.

Alles hat sich verän­dert, seit­dem. Zumin­dest kommt es mir so vor. Viel­leicht habe auch nur ich mich verän­dert. Oder ich bin der einsame Fels in der Bran­dung, der unver­än­dert allen Widrig­kei­ten trotzt und alles andere ist nicht mehr so wie früher.

Du bist noch genau so wie du warst. Du versucht dich zu verste­cken, hinter einer ande­ren Frisur, deinem „neuen Selbst“. Doch deine Augen verra­ten dich.

Tränen lügen nicht.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=AzX5n9R0eIc[/youtube]

 

Schrei­ben

Schrei­ben damit es besser wird. Was besser wird ist dabei nicht von sonder­lich großem Belang. Haupt­sa­che irgend­was wird besser. Wenn man krank wäre, könnte man ja einen Arzt­be­such anvi­sie­ren, damit wenigs­tens die Grippe besser wird. Oder was auch immer. Aber man ist ja nicht mal krank. Es ist einfach nur alles irgend­wie selt­sam.

Schrei­ben damit es anders wird. Viel­leicht kann es gar nicht besser werden. Viel­leicht ist das ja nur eines dieser großen Lügen­mär­chen, die man den Kindern immer erzählt: Irgend­wann wird es besser. Früher war doch aber auch alles besser. Warum ist es dann heute nicht mal gut?

 

Fünf Fragen


  1. Woher kennen wir uns?

  2. Können wir uns leiden?

  3. Können wir uns meiden?

  4. Weshalb fühlt sich das so unwirk­lich an?

  5. Warum inter­es­siert uns das?

 

Weg

Wenn du nicht mehr weißt, ob du hier und jetzt oder irgend­wann und irgendwo einmal der warst, der du sein woll­test, als du noch klein warst und dach­test, dass die Pläne, die du für dein Leben schmie­dest, ganz sicher genau so in Erfül­lung gehen würden, bist du trotz­dem noch lange nicht erwach­sen. Nur einen einzi­gen Schritt weiter.

(via)


Wenn du nicht mehr weißt, wer sich damals gegen deine Meinung gestellt hat, als du zum ersten Mal aufge­stan­den bist und nicht einfach geschwie­gen hast, als du zum ersten Mal gesagt hast, was in dir vorgeht, und das nicht nur irgend­wem, sondern jeman­dem, der wich­tig war, bist du erwach­sen. Zumin­dest ein biss­chen.

Zumin­dest so erwach­sen, dass du anfan­gen kannst aufzu­hö­ren einfach nur Pläne zu schmie­den und statt­des­sen lieber ein klei­nes, unauf­fäl­li­ges „Flucht“ vor diese schreibst. Weg willst du. Wohin weißt du noch nicht, aber weg.

Hab ich recht?
 

Immer diese Fragen.

  • 6 years ago veröffentlicht
  • Ein Kommentar
  • Erwartete Lesezeit: 06:39 min

Es kam ein Stöck­chen geflo­gen. Von flug­un­fä­hig. Naja, es kam wohl eher mühsam daher gewat­schelt. Wie ein Pinguin oder so. Wie dem auch sei. Acht Fragen hatte sie, Acht nicht ganz einfa­che. Ich hab mir Mühe gege­ben beim Antwor­ten:

Wie gut schätzt ihr eure Fähig­keit als Freund/in ein?

Ich kann manch­mal ziem­lich nervig sein. Ich bin auch ab und an durch­aus sehr leicht reiz­bar. Trotz­dem bin ich davon über­zeugt ein guter Zuhö­rer zu sein und warten zu können und bereit zu sein, mich mit den Proble­men meiner Freunde ausein­an­der zu setzen und zu helfen, wenn ich es kann.
Soviel zum allge­mei­nen Teil. Im Subtext steht ja da meiner Auffas­sung nach auch noch die Frage nach Freund/in in einer Bezie­hung. Da wird es noch schwie­ri­ger. Eigent­lich bin ich gerne da. Doch ich bin eben auch in gewis­ser Hinsicht Perfek­tio­nist. Das macht die ganze Sache nicht gerade einfa­cher. Ganz im Gegen­teil, es frisst von innen auf. Stän­dig zu versu­chen alles so gut wie möglich zu machen lässt in der Regel am Ende entwe­der nichts oder nur schlech­tes gesche­hen. Kurz und gut: Ich glaube ein guter Freund sein zu können, voraus­ge­setzt, man ist bereit, sich auf meine Macken einzu­las­sen.

Ohne was könn­tet ihr nicht leben?

Ohne Musik. Und ohne Bücher. Und ohne Musik in Büchern. Eigent­lich müsste hier wohl das typi­sche „ohne meine Freunde“ stehen. Doch wenn ich alles in allem betrachte sind Freunde zwar unend­lich wich­tig, doch braucht man Freunde eben immer in unter­schied­li­cher Dosie­rung. Und auch ab und an nicht unbe­dingt als Menschen. Manch­mal kann einem ein gutes Buch ein besse­rer Freund sein, als es ein echter je könnte. Manch­mal gibt es Lieder, die viel mehr Schmerz aufneh­men können, als man es Menschen zumu­ten möchte. Doch irgend­wie, irgend­wie gehö­ren ein paar Freunde schon auch zu dem dazu, ohne das ich nicht ich wäre.

Wie nah gehen euch Unglücks­nach­rich­ten (z. B. Erdbe­ben in Haiti)?

(Diese Fragen sind so kompli­ziert. Oder bin ich das?) Ich kann mich noch gut erin­nern, wie ich damals, am 11. Septem­ber 2001, vor dem Fern­se­her saß und nicht so recht wusste, was das alles zu bedeu­ten hat und warum und wieso und über­haupt alles. Das war ein einschnei­den­des Erleb­nis. Seit­dem bin ich aber schein­bar etwas „Kata­stro­phen­re­sis­tent“ gewor­den. Keines­wegs lassen mich derar­tige Ereig­nisse inzwi­schen kalt – wie könn­ten sie auch – geht es doch meist um viel zu viele unschul­dige Menschen­le­ben. Viel zu viel Leid, was häufig vorher, insbe­son­dere aber auch danach, viel zu schlecht und unzu­rei­chend wahr­ge­nom­men wird und auf das die Staa­ten­ge­meinde immer wieder mit den glei­chen offen­sicht­lich nicht wirk­sa­men Hilfs­ak­tio­nen reagiert. Es gibt nur eine Mensch­heit. Wir soll­ten lang­sam anfan­gen das einzu­se­hen.

Euer abso­lu­tes Lieb­lings­buch? Warum?

Ich habe kein abso­lu­tes Lieb­lings­buch. Es gibt einfach zu viele tolle Bücher. Die meis­ten davon habe ich aller Wahr­schein­lich­keit nach noch nicht einmal gele­sen. Aber hier war ja impli­zit nach (einem) konkre­ten Buch­ti­tel gefragt. Nun denn:


  • Christa Wolf – Kein Ort. Nirgends. Weil es die groß­ar­tigste Beschrei­bung (un)erfüll­ter Wünsche ist, die ich kenne. Weil die Worte, die Sätze, die ganze Geschichte nie wieder aus dem Kopf geht, wenn sie einmal drin ist. Weil sie so real wirkt, das ihre Fikti­vi­tät nur äußerst schwer einseh­bar ist.

  • Donna Tartt – The Secret History. (Weil.)

  • Mia Bern­stein – Erdbeer­fle­cken. Weil es schlicht und einfach wunder­schöne, verzau­bernde Kurz­ge­schich­ten sind. (Und weil.)


Enga­giert ihr euch irgend­wie (ehren­amt­lich)?

Bedingt. Ich bin inter­es­siert an fast allem und will stän­dig die Welt verän­dern, allein, es fehlt die Zeit. Häufig habe ich den Drang irgend­was zu tun, weil mich dieses oder jenes stört. Meist erstickt dieser Drang aber leider im Keim am Mangel einer Idee die mich sofort von ihrer Umsetz­bar­keit und möglichst hohen Erfolgschance über­zeugt. Wenn sich aller­dings eine Gele­gen­heit ergibt, etwas zu tun, von dem ich über­zeugt bin, dass es nicht im Winde verweht, ergreife ich diese in der Regel auch gerne.

Dein hilf­reichs­ter/bester/liebs­ter Inter­net-Account?

Jeman­den von der Sorte, den man lieber fragt, wo er noch keinen Account hat, anstatt ihn zu fragen, ob er denn bei diesem oder jenem Webdienst ange­mel­det wäre, nach seinem hilf­reichs­ten/besten/liebs­ten Inter­net-Account zu fragen ist gewagt. Sehr gewagt.

Winter oder Sommer?

Herbst oder Früh­ling. Eigent­lich. Also naja, alle Jahres­zei­ten haben so ihre guten und schö­nen Seiten und alle Jahres­zei­ten haben auch nervige, sehr unschöne Eigen­schaf­ten. Trotz­dem: Früh­ling oder Herbst. Sommer und Winter sind keine Stadt­jah­res­zei­ten.

Wie verbringt ihr Weih­nach­ten/Neujahr?

Weih­nach­ten sicher mit der Fami­lie, mal ein biss­chen Ruhe finden. Silves­ter dann wie letz­tes Jahr schon mit (hoffent­lich vielen) tollen Twit­ter-Menschen zusam­men. (Schleich­wer­bung.)

Das wars. Nun zu dem zwei­ten Teil, der zu dieser Stöck­chen­sa­che gehört. Auch wenn ich früher im Sport­un­ter­richt nie ein guter Werfer war machen wir jetzt hier Stöck­chen­weit­wurf. Mit neuen Fragen:

  1. Was beob­ach­test du zuerst, wenn du jeman­den kennen lernst?

  2. Bild­schirm­le­ser oder Ausdru­cker?

  3. Was würdest du gerne ändern?

  4. Warum?

  5. Gibt es Filme, die du aus Prin­zip nur im Kino gese­hen hast/sehen würdest?

  6. Kannst du Fragen stel­len ohne zu versu­chen sie unter­be­wusst selbst zu beant­wor­ten?

  7. Wie stehst du zu der Idee von Wiki­leaks?

  8. Welche Probleme hättest du, wenn du in deiner gewohn­ten Umge­bung für immer auf das Inter­net verzich­ten müss­test, sich sonst aber nichts ändern würde?


Und die Stöck­chen flie­gen an susea­li­as­paul, die herz­prin­zes­sin, einewiek­eine und jede(n), der fangen kann (und will).
 

Sixteen

Die erste Midlife-Crisis kommt mit Mitte zwan­zig. Gnaden­los. Egal wo man gerade ist oder was man macht, auf einmal kommt das unbän­dige Verlan­gen sich sinn­los zu betrin­ken; auf Parties mit Menschen und Musik der man lange gedacht hatte abge­schwo­ren zu haben, lange verlas­sene Jugend.

Doch auf einmal will man wieder 16 sein, natür­lich ohne die im Laufe der Jahre erwor­be­nen Privi­le­gien aufzu­ge­ben. Denn wenn wir ehrlich sind macht 16 nur mit Führer­schein und eige­ner Wohnung Spaß. Also will man dann doch eher nicht 16 sein?

Nein will man nicht. Eigent­lich will man nur dieses spezi­fi­sche Gefühl, dieses Verlan­gen nach Frei­heit und Unab­hän­gig­keit und Alle­stun­kön­nen, in diesem Jetzt haben, in diesem Jetzt, in dem man die Möglich­keit hätte es zu mehr als nur einem Verlan­gen zu machen.

Aber irgend­was ist ja immer.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=HcM9QsZNRxM[/youtube]

 

Fall Foliage

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=Hc7UMx2VXVw[/youtube]

You make me smile with my heart.
 

Einhun­dert

  • 6 years ago veröffentlicht
  • 2 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 08:59 min

Wie es wohl wäre, einfach mal komplett neu anzu­fan­gen. Es gibt Dinge, die brau­chen mehr als 1000 Bilder. Fast alle großen Medien berich­ten dieser Tage über das Ende der 00-er Jahre. Einer­seits reizt mich der Gedanke eines tägli­chen Blog­bei­tra­ges unge­mein. Winter in dieser Stadt ist sowohl grauen- als auch wunder­voll. Ich war noch mal drau­ßen in diesem Schnee­ber­lin und hab ein paar Bilder gemacht.


You got to weigh what he said
To help you shape the way you play

Jedes Jahr das Glei­che. Es gibt viel zu viele Menschen, die es schaf­fen alles, aber auch wirk­lich alles in ihrem Leben, auf ein einzi­ges Exem­plar zu redu­zie­ren.
I was told by a knight of the sun
That wisdom could set people free

Schrei­ben ist anders. Seit der neues­ten Apple­tech­no­lo­gie­ver­öf­fent­li­chung redet alle Welt mal wieder über Flash. Es geht ums wollen sollen. Weiße Blät­ter immer wieder umdre­hen, von der einen auf die andere Seite und wieder zurück. Ab und an kommt es im Leben eines jeden von uns mal vor, dass man Dinge sagt, die man später dann bereut. Es sollte viel mehr gele­sen werden. Ein biss­chen was von allem. Oft wird behaup­tet, Weblogs und Tage­bü­cher seien das glei­che. Schon im Okto­ber letz­ten Jahres, bereits nach den ersten zaghaf­ten Worten, die Elisa­beth Rank zum aller ersten Jour Fitz aus ihrem Debu­troman “Und im Zwei­fel für dich selbst” vorlas wusste ich, dass dies mal eines der Bücher werden wird, die man nicht nur ein mal und auch nicht nur zwei mal liest. Google Buzz. Manch­mal muss man eben einsam sein. Weg.
I go
Where I please
I walk through walls
I float down the Liffey

War ja klar, dass ich mir irgend­wann diese “Neuer­fin­dung der Maus” zule­gen würde. Nachts ist alles anders als tags­über. Als Radio­head 2007 In Rain­bows veröf­fent­lich­ten gab es viel Furore um das Album. Kinder­spiele. Allein die Musik von Glen Hansard und Marketa Iglova zu hören ist verzau­bernd. Ich liebe dich. Das ging mir früher auch mal so. Es gibt Menschen, denen hat man fast zu viel zu sagen.
Language is the liquid
That we’re all dissol­ved in
Great for solving problems
After it crea­tes a problem

Es ist ein Versuch der zum schei­tern verur­teilt ist, jedes­mal wieder, und doch ist es eine wich­tige Frage: Was ist eigent­lich Liebe? Es gibt diese Worte. Ich war skep­tisch. Newslet­ter sind ja an und für sich ein schon fast ausge­stor­be­nes Infor­ma­ti­ons­for­mat. Ich würde was drum geben mal wieder so rich­tig natür­lich sein zu können. Musik ist ja sowieso das Allheil­mit­tel. Es ist als ob man gefan­gen wäre, zusam­men­ge­presst von Wäsche­klam­mern. Der wesent­li­che Unter­schied zwischen Freund­schaft und Verwandt­schaft ist, dass man sich letz­tere nicht aussu­chen kann. Manch­mal braucht es keine großen Worte. Was kann man schon sagen über eine Stadt, die älter ist als fast alles, was man davor gese­hen hat. An sich mag ich die Google Suche. Den Titel eines Liebes­lie­des für einen Text über Twit­ter zu wählen mag Nicht­nut­zern etwas selt­sam vorkom­men.
In the end, I was so swar­med by the flock of possi­bi­li­ties that drif­ted up murmu­ring and smiling to crowd about me on the bright autumn side­walk that — like a farm boy flus­te­red by a bevy of prosti­tu­tes — I brus­hed right through them, to the pay phone on the corner, to call a cab to take me back to school.

An und für sich ist alles wunder­bar, aber manch­mal, manch­mal da fehlen die Worte. Es wäre einfa­cher sich nicht zu verlie­ben. Wahr­schein­lich gehört Richard Ashcroft, gehört seine Band The Verve zu den vielen Bands von denen fast jeder das eine Lied kennt. Einfach mal bei grün an der Ampel stehen blei­ben. Dann ist auf einmal eben nicht mehr alles gut. Fahr ans Meer, nimm dir eine dicke kusche­lige Decke, setz dich an den Strand, hör den Wellen zu. Es sind diese Tage an denen der gute Rat “Bleib liegen.” das einzige ist, was im Kopf herum­schwirrt. Früher konnte ich nicht flüs­tern. Nur ganz vorsich­tig das Papier mit dem Blei­stift berüh­ren, drei mal anset­zen für eine Linie. Dann ist es okay so wie es ist.
If this was our last time
What would we do, what would we say then?

Brüste. Menschen die nicht verste­hen, dass manche Gesprä­che nur zwischen ein und drei Uhr Nachts geführt werden können, haben die falschen Freunde. Viel­leicht war das ja eigent­lich alles gar nicht so gemeint. Bisher fand ich die Debatte um Googles Street View absurd. Es ist so vieles. Ich sitze in der U-Bahn, allein mit meiner Musik, um mich herum leere, leicht einge­dellte Sitz­grup­pen. Wenn ich doch nur einen Grund hätte, dich anzu­spre­chen. Das Hupen eines LKWs schreckt mich auf. Der Daniel hat gefragt, unter ande­rem die Suse.
Society
I hope you’re not angry
If I disa­gree

Um das von Anfang an fest­zu­le­gen: Das ist keine CD-Kritik. Sie wusste, dass es zu spät war. Dieser Weg führt ins Nirgendwo. Obwohl er der jüngere war – es fiel auf, doch nur bei genauem Hinse­hen, flüch­tige Beob­ach­ter hätten die Alters­hier­ar­chie von Paul und Cleo auch durch­aus verwech­seln können – hatte Paul schon immer die Rolle des Durch­set­zers inne. Sie rede­ten nicht viel. Camden Town Market. Ich dachte mir, ich könnte einfach einen Regen­bo­gen auf die Wolken malen, als sie mich gefragt haben, ob sie dir was ausrich­ten können. Wenn du einen Menschen aus deinem Leben noch ein Mal wieder­se­hen könn­test, wen? Viel­leicht besteht der Sinn des Lebens einfach darin, so viele Menschen wie möglich zu finden, die einem dieses beson­dere Gebor­gen­heits­ge­fühl geben, ohne sich dafür anstren­gen zu müssen. Ich will nicht nach Hause gebracht werden. Und am Ende liegst du in irgend­ei­ner Stadt in irgend­ei­nem Haus in irgend­ei­nem Bett und hörst dem Leben zu. “Wie lange ist es her?” Man müsste immer schrei­ben können. (A song for a lover of long ago.) Wieso ist das Leben ande­rer Menschen inter­essan­ter als das eigene? Liebe M., drei Tage ist es her, seit­dem du in den Zug gestie­gen bist. Ankom­men hat sehr viel mit der rela­ti­ven Nähe von Menschen zu tun. Hast du dich nicht auch schon unzähl­bar oft gefragt, ob man wirk­lich gleich­zei­tig lachen, weinen, etwas wollen und unter keinen Umstän­den wollen kann? Gerade eben noch war die Stadt da.
No alarms and no surpri­ses.

Es gibt Unmen­gen Lieder, von denen ich gerne wüsste, wie sie entstan­den sind. Ich liege auf der Couch und versu­che gegen meinen Kopf zu gewin­nen. Es gibt Musik­vi­deos.
But right now ever­y­thing you want is wrong
And right now all your dreams are waking up,
Right now I wish I could follow you
To the shores of free­dom.

Darfst du mich anfas­sen? Wenn die tage trüber werden, werde ich dich nicht mehr so gut erken­nen. Er hatte die Blät­ter wieder auf den Tisch gewor­fen, unacht­sam, Knicke provo­zie­rend. Erst wollte ich eine eigene Herbst­play­liste machen und online stel­len, doch hat dazu zum rich­ti­gen Zeit­punkt die nötige Muse gefehlt. Norma­ler­weise benutze ich nur selbst gemachte Fotos als Hinter­grund­bil­der auf meinen Compu­tern. Dann fehlen die Gedan­ken. Es gibt ja diese Meta-Evan­ge­lis­ten, die der Meinung sind, der Sinn und Zweck der Welt sei, sie über alle Ebenen hinweg zu vertag­gen. Ich besitze ein iPhone 3GS, damit habe ich zwar den Vorteil des anwen­der­sei­ti­gen, kontrol­lier­ten Multi­tas­kings nutzen können, als Apple sein iOS in der Version 4 veröf­fent­lichte, der extrem gestie­gene Ressour­cen­be­darf fiel jedoch nur all zu häufig auf. Der Moment, in dem sich der ganze Körper in eine andere Welt zu bege­ben scheint, der Moment, in dem aus den Laut­spre­chern ein fast verges­se­nes, vor Jahren zuletzt gehör­tes Lied erklingt, der Moment, in dem alles kurz inne hält, nur, um die Sinne­ser­fah­rung aufsau­gen zu können, um nichts zu verpas­sen, um in weni­gen Sekun­den ein ganzes Leben zu leben und doch keine Zeit zu verlie­ren, um gleich­zei­tig über­all und nirgendwo zu sein und trotz­dem mit beiden Beinen fest im Boden zu stehen, der Moment also, in dem ein neuer Lebens­ab­schnitt beginnt.

Einhun­dert erste Sätze.
 

The Way We Get By

Der Moment, in dem sich der ganze Körper in eine andere Welt zu bege­ben scheint, der Moment, in dem aus den Laut­spre­chern ein fast verges­se­nes, vor Jahren zuletzt gehör­tes Lied erklingt, der Moment, in dem alles kurz inne hält, nur, um die Sinne­ser­fah­rung aufsau­gen zu können, um nichts zu verpas­sen, um in weni­gen Sekun­den ein ganzes Leben zu leben und doch keine Zeit zu verlie­ren, um gleich­zei­tig über­all und nirgendwo zu sein und trotz­dem mit beiden Beinen fest im Boden zu stehen, der Moment also, in dem ein neuer Lebens­ab­schnitt beginnt. Unver­meid­lich.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=m-S4nM5m_Kg[/youtube]

We go out in stormy weather
We rarely prac­tice discern
We make love to some with sin
We seek out the taci­turn
 

X&Y

Dann fehlen die Gedan­ken. Worte sind da, nur nichts, wofür man sie sinn­voll benut­zen könnte. Das Tage­buch liegt offen auf dem Tisch, niemand der es lesen wollen würde, erst recht keiner, der etwas rein schrei­ben wollen würde. Wozu auch.

Manch­mal geht es nicht mehr nur darum nicht zu wissen, was man sagen könnte, wenn etwas nicht in Ordnung ist, oder wem man das sagen könnte, oder wen man um Hilfe bitten könnte, nein, manch­mal geht es in erster Linie darum, heraus­zu­fin­den, was über­haupt ist.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=gfwy8U7sJpA[/youtube]

When some­thing is broken and you try to fix it.
Trying to repair it, anyway you can't.