meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Univer­­­sally Speak­ing

  • 7 years ago veröffentlicht
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  • Erwartete Lesezeit: 01:12 min

Schrei­ben ist anders. Wenn man schreibt benutzt man andere Worte. Man denkt nach über die Anord­nung, die Satz­zei­chen, den tiefe­ren Sinn. Den Inhalt der zwischen den Zeilen stehen soll. Da benutzt man manch­mal Worte, die man so niemals in einer echten Unter­hal­tung benut­zen würde.

Aber gibt es das über­haupt noch, echte Unter­hal­tun­gen? Sind wir nicht durch Blogs, Chats, Twit­ter, E-Mail, SMS, etc. schon endlos weit von norma­len Unter­hal­tun­gen entfernt, wie es über­haupt geht? Wann habt ihr denn zum Beispiel, das letzte mal länger als sagen wir eine Stunde mit jeman­dem gere­det ohne auch nur eines dieser Hilfs­mit­tel in Anspruch zu nehmen? Schon eine Weile her? Probiert es mal wieder.

Es ist wich­tig, die Bedeu­tung von möglichst vielen Worten stän­dig parat zu haben. Dieser  so genannte primäre Wort­schatz. Der defi­niert uns. Denn nur der grenzt unsere Schlag­fer­tig­keit ein. Außer­halb der tech­ni­sier­ten Welt in der meist keiner merkt, das man viel­leicht noch den ein oder ande­ren Fakt schnell googlet oder hier und da noch eine kleine Verschö­ne­rung vornimmt.

 

Drop in the Sea

I was told by a knight of the sun That wisdom  could set people free

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=w0kmmjWPo6Y[/youtube]

 

The Film Did Not Go 'Round

  • 7 years ago veröffentlicht
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  • Erwartete Lesezeit: 01:18 min

Es gibt viel zu viele Menschen, die es schaf­fen alles, aber auch wirk­lich alles in ihrem Leben, auf ein einzi­ges Exem­plar zu redu­zie­ren. Lieb­lings­film, Lieb­lings­buch, Lieb­lings­bild, Lieb­lings­son­nen­auf­gang, Lieb­lings­trep­pen­stufe, Lieb­lings­staub­körn­chen. Naja. Viel­leicht auch nur fast alles.

Ich kann das nicht. Ich konnte das noch nie. Jedes Mal, wenn mich jemand nach meinem Lieb­lings­ir­gend­was fragt, versu­che ich erst­mal auszu­wei­chen. Weil ich mich nicht fest­le­gen lassen will. Weil immer wieder was neues kommen kann. Wer weiß. Viel­leicht komme ich eines Tages auf den Mond und finde Erdstaub­kör­ner auf einmal sowas von irdisch lang­wei­lig wie Berli­ner Luft in Dosen.

Das ich mich bei diesen wich­ti­gen Dingen ungern fest­le­gen lasse heißt natür­lich nicht, dass es nichts gibt, woran mein Herz hängt. Ganz im Gegen­teil. Eine halbe Herz­kam­mer ist schon mit Unwich­tig­kei­ten gefüllt. Musik, Lite­ra­tur, Filme. Eigent­lich alles. Einen klei­nen Einblick gönne ich euch, in mein Herz.

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Wait for the sun

  • 7 years ago veröffentlicht
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  • Erwartete Lesezeit: 02:17 min

Crocus blossoms (after an early spring snow fall)

Jedes Jahr das Glei­che. Erst wartet man den halben Herbst über sehn­süch­tig auf die erste Flocke Schnee. Winter­an­fang. Eigent­lich will man gar nicht das der Winter anfängt. Weil Winter­an­fang gleich­be­deu­tend mit Weih­nachts­vor­be­rei­tung ist. Und das ist zeit­auf­wen­dig, kommer­zia­li­siert und – wenn denn Schnee liegt – eigent­lich nicht passend. Denn wenn wirk­lich Schnee liegt und alles auf die viel besun­gene weiße Weih­nacht hindeu­tet, dann könnte man Weih­nach­ten schön finden. Etwas Besinn­lich­keit bei all der Hektik die das Leben sonst bereit hält kann ja nicht scha­den. Aber nein, die größte Errun­gen­schaft der Zivi­li­sa­tion, die freie Markt­wirt­schaft, schafft es Jahr für Jahr aufs Neue jegli­che Träume einer geruh­sa­men Zeit „zwischen den Jahren“ mit gut plat­zier­ten Voodoo­na­del­sti­chen zu zerstö­ren.

Dann ist also Weih­nach­ten und keiner will hin. Dann kommt Silves­ter und das neue Jahr und der alte Trott geht von neuem los. Gute Vorsätze sind zwar schön für Tage­bü­cher jegli­cher Art, aber im wahren Leben dann doch eher unprak­ti­ka­bel. Was passiert also? Nichts. Deswe­gen fängt der Schnee, sofern nicht noch even­tu­ell gelieb­ter Winter(sport)urlaub vorhan­den ist, spätes­tens dann an zu nerven. Manche mehr, manche weni­ger. Sehr stark abhän­gig ist das auch vom Wohn­ort. Es ist nunmal so, dass Groß­städte nicht schnee­taug­lich sind. Erst recht nicht, wenn sie nicht mal unter norma­len Umstän­den ihre Verkehrs­in­fra­struk­tur aufrecht erhal­ten können.

Was also wäre schö­ner als ein plötz­lich durch die Tür plat­zen­der Früh­ling? Auf den ersten Blick nichts. Zumin­dest nicht fürs Gemüt. Da spielt es auch eigent­lich keine Rolle ob der Boden nun weiß ist oder nicht. Nach spätes­tens 4 Mona­ten kahler Baum­wip­fel braucht die Seele frisches Grün.

Photo via roddh

 

Brother Sport

You got to weigh what he said
To help you shape the way you play

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=MGQjyGT1-mc[/youtube]

 

White as Snow

Ich war noch mal drau­ßen in diesem Schnee­ber­lin und hab ein paar Bilder gemacht.

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White Winter Hymnal

Winter in dieser Stadt ist sowohl grauen- als auch wunder­voll. Unun­ter­bro­chen stehen beide Empfin­dun­gen im Kampfe mitein­an­der. Auf den Stra­ßen und den großen Plät­zen erfüllt die Metro­pole ihr Klischee: Schlamm, Matsch, Dreck soweit das Auge reicht. Aber Berlin kann auch anders. Berlin im Schnee kann einen abseits der Menschen­mas­sen jeder­zeit von seiner unbän­di­gen Schön­heit über­zeu­gen und gefan­gen nehmen. Aber seht selbst.

[img src="tier­gar­ten-im-schnee"]

 

Auto­­ma­tic Stop

Einer­seits reizt mich der Gedanke eines tägli­chen Blog­bei­tra­ges unge­mein. Schon allein um euch damit ein wenig Zeit steh­len zu können.

Ande­rer­seits ist das ein Unter­neh­men ohne gutes Ende. Früher oder später wird ein Tag kommen, an dem ich keine Idee habe. Oder ein Tag, an dem mich das Inter­net verlässt (Ja, das geht auch mit mobi­lem Zugangs­ge­rät noch). Oder einfach nur ganz profan Offli­ne­ur­laub, was auch ab und an mal sein muss.

Daher beuge ich hier­mit hier und jetzt der Entste­hung des Eindruckes vor, dass ich hier weiter­hin täglich was neues schrei­ben werde. Dem wird nicht auf Dauer so sein.

Neben diesen mehr oder weni­ger prag­ma­ti­schen Gedan­ken gibt es natür­lich auch noch andere Gründe, weshalb das so nicht weiter gehen wird. Künst­le­ri­scher Anspruch zum Beispiel. Das mag bisher noch nicht so ausse­hen, aber ich schreibe gerne und auch gerne mal etwas länger. Das ist aber bei tägli­chen Posts einfach nicht drin. Außer­dem will mir das ganze hier ja zu aller erst mal Spaß machen. Von daher geht es jetzt unre­gel­mä­ßig weiter. Längere Texte kommen aber wohl eher erst, wenn ich das Blog­gen wieder gelernt habe. Bezie­hungs­weise das Nichtnur­für­sich­selbst­schrei­ben allge­mein. In der Hinsicht ist der Geist momen­tan etwas träge.

 

End of a Century

  • 7 years ago veröffentlicht
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  • Erwartete Lesezeit: 01:45 min

Fast alle großen Medien berich­ten dieser Tage über das Ende der 00-er Jahre. Fast alle Medien verfal­len dabei einem ural­ten Kalen­der­re­chen­pro­blem. Dieses erste Jahr­zehnt des 21. Jahr­hun­derts ist noch nicht zu Ende. Ja, rich­tig gele­sen. Wir haben noch ein Jahr, auch wenn da keine Null mehr am Anfang steht.

Für dieje­ni­gen die wissen wollen warum geht es nach diesem Kleinod von Blur weiter:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=MuYUm­nny0pU[/youtube]

Ach? Doch so viele? Das mit dem Kalen­der und dem rich­ti­gen Zählen der Jahr­zehnte, -hunderte, etc. ist eigent­lich ganz einfach. In welchem Jahr­hun­dert leben wir? Rich­tig, im Einund­zwan­zigs­ten. Das kann man sich auch ganz leicht merken, indem man beim Berech­nen des Jahr­hun­derts immer Eins zum Jahr­hun­dert der Jahres­zahl addiert. Das ist natür­lich keine wissen­schaft­li­che Erklä­rung sondern nur eine naive Esels­brücke, deshalb jetzt noch­mal etwas genauer: Man zählt Abschnitte von Jahren wie auch fast alles andere mit natür­li­chen Zahlen. Diese fangen im Allge­mei­nen mit der Eins an. Da nun ein Jahr­hun­dert — um beim Beispiel zu blei­ben — hundert Jahre hat und mit einem „Einer­jahr“ anfängt, kann man leicht nach­rech­nen, dass wir im 21. Jahr­hun­dert leben und dass dieses am 31.12.2100 sein Ende finden wird. Dement­spre­chen­des gilt natür­lich auch für Jahr­zehnte.

Wenn mir also jetzt noch einmal jemand mit dem Ende der 00-er Jahre kommt, dann. Dann. Dann gibt es defi­ni­tiv nicht noch so eine sendung­mit­der­maus­taug­li­che Erklä­rung.

 

Some­thing

Es gibt Dinge, die brau­chen mehr als 1000 Bilder. Von Worten ganz zu schwei­gen. Meist sind es unbe­deu­tende Klei­nig­kei­ten, durch die man von jetzt auf sofort von der Über­hol­spur geschleu­dert wird um sich kurze zeit später auf einem merk­wür­dig über­füll­ten Stand­strei­fen wieder­zu­fin­den. Es sind Momente in denen man sich Fragen stellt, die man niemals ausspre­chen würde. Denn dann würden sie weh tun und man könnte sie nicht einfach mit einem lässi­gen Kopf­schüt­teln vertrei­ben.

In diesen Momen­ten tauchen sie meis­tens über­ra­schend auf. Gerade eben noch fragt man sich die absur­des­ten Dinge, dann kommen fünf Töne aus dem nächst­bes­ten Klan­ger­zeu­ger und alles ist auf irgend­eine Art und Weise wieder gut. Bis zum nächs­ten Gedan­ken.

Manch einen Tag geht das von morgens bis abends so. Kein Anfang, kein Ende, kein Weg. Einzig die Klänge bilden ein Draht­seil, an dem man sich durch den Tag hangeln kann. Dann kommen wieder Tage, da weiß man schon vorm wach­wer­den, dass man gut daran tut, nicht auf solche Wunder zu warten.

 

When it star­ted

  • 7 years ago veröffentlicht
  • 2 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 01:15 min

Wie es wohl wäre, einfach mal komplett neu anzu­fan­gen. Fragt sich das nicht jeder Mensch immer mal wieder? Ich für meinen Teil tue das jeden­falls. Eigent­lich stän­dig. Das Problem an der an sich ja guten Idee ist nur leider all zu oft, dass sie ohne Reset Knopf im Leben im Grunde nicht umsetz­bar ist. Schon eine tragi­sche Geschichte. ein Neuan­fang.

Das ist es nun also, mein neues Inter­net­zu­hause. Noch ein wenig kalt und unmö­bliert fühlt es sich an, aber das ist okay so. Und trotz­dem, wenn man das zum drit­ten Mal macht, fängt man lang­sam an, an sich zu zwei­feln und sich zu fragen, ob das alles eigent­lich sinn­voll ist. Aber sie müssen ja raus, die Gedan­ken. Daher wird sich das hier wohl auch bald wieder füllen und die wohlige Wärme einer alten Geschichte ausstrah­len. Auch wenn hier nicht nur, mögli­cher­weise sogar keine Geschich­ten in dem Kamin­ge­schich­ten­sinne stehen werden. Dafür aber in jedem Falle Dinge die mich beschäf­ti­gen. Dinge die mir keine Ruhe lassen, die mich nachts um halb 3 aus dem Tief­schlaf reißen, weil in der Hektik des Tages kein Platz für den Gedanke war.