meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Univer­­­sally Speak­ing

  • 7 years ago veröffentlicht
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  • Erwartete Lesezeit: 01:12 min

Schrei­ben ist anders. Wenn man schreibt benutzt man andere Worte. Man denkt nach über die Anord­nung, die Satz­zei­chen, den tiefe­ren Sinn. Den Inhalt der zwischen den Zeilen stehen soll. Da benutzt man manch­mal Worte, die man so niemals in einer echten Unter­hal­tung benut­zen würde.

Aber gibt es das über­haupt noch, echte Unter­hal­tun­gen? Sind wir nicht durch Blogs, Chats, Twit­ter, E-Mail, SMS, etc. schon endlos weit von norma­len Unter­hal­tun­gen entfernt, wie es über­haupt geht? Wann habt ihr denn zum Beispiel, das letzte mal länger als sagen wir eine Stunde mit jeman­dem gere­det ohne auch nur eines dieser Hilfs­mit­tel in Anspruch zu nehmen? Schon eine Weile her? Probiert es mal wieder.

Es ist wich­tig, die Bedeu­tung von möglichst vielen Worten stän­dig parat zu haben. Dieser  so genannte primäre Wort­schatz. Der defi­niert uns. Denn nur der grenzt unsere Schlag­fer­tig­keit ein. Außer­halb der tech­ni­sier­ten Welt in der meist keiner merkt, das man viel­leicht noch den ein oder ande­ren Fakt schnell googlet oder hier und da noch eine kleine Verschö­ne­rung vornimmt.

 

Kommentare

Zum Schweigen gibt es eine wunderschöne Szene bei Pulp Fiction. "(Un)comfortable silence"

Ähnliche Gedanken hatte ich auch schon und drüber nachgedacht auch was drüber zu schreiben aber du hast das hier schonmal gut in Worte gefasst! ^^

Man stellt oft fest, dass der "Schreib-Mensch" ein erschreckend anderer ist, als der "Sprech-Mensch", denn das Internet ist eine riesige, allesumfassende Maske!

Ich habe letzten Mittwoch mit einem netten Dane vier Stunden in einem Cafe gebracht und es wurde anfangs sehr viel geredet, bis ich dann gegenseitiges Schweigen vorgeschlagen habe (welches sich auch wunderbar "ausbauen" ließ...)
Will damit sagen, dass man zwar in beiden Bereichen - Internet und Gegenüber viel reden kann aber ein vielsagendes Schweigen lässt sich nicht im Internet erreichen.

Nachts sind alle Katzen grau. Und im Internet alle irgendwie erst mal.. nicht gleich, aber nicht einem Hagel von Vorurteilen ausgesetzt. Das macht es einfacher zu kommunizieren. Das macht es einfacher ehrlich zu sein.

Wobei es nachts eigentlich genauso ist. Sage ich als Nichtschläferin.
Denn nachts ist alles anders, alles offener, alles ehrlicher, vernebelt durch die Dunkelheit, in der man sich geborgen fühlt. Gespräche, die in der Nacht geführt werden, kommen selten an die ran, die man tagsüber hat. Aber ich schweife ab.

Das reale Gespräch, das von Angesicht zu Angesicht ist unbezahlbar und stetige Seelenschmeichler. Eine Berührung, ein Blick und schon ist alles gesagt. Und sowieso lässt es sich leichter im Augenblick verharren.
Aber ich schweife ab.
Eigentlich wollte ich etwas ganz anderes schreiben.

oh, diese echten, guten Gespräche sind so mehr als wunderbar.