Universally Speaking
Schreiben ist anders. Wenn man schreibt benutzt man andere Worte. Man denkt nach über die Anordnung, die Satzzeichen, den tieferen Sinn. Den Inhalt der zwischen den Zeilen stehen soll. Da benutzt man manchmal Worte, die man so niemals in einer echten Unterhaltung benutzen würde.
Aber gibt es das überhaupt noch, echte Unterhaltungen? Sind wir nicht durch Blogs, Chats, Twitter, E-Mail, SMS, etc. schon endlos weit von normalen Unterhaltungen entfernt, wie es überhaupt geht? Wann habt ihr denn zum Beispiel, das letzte mal länger als sagen wir eine Stunde mit jemandem geredet ohne auch nur eines dieser Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen? Schon eine Weile her? Probiert es mal wieder.
Es ist wichtig, die Bedeutung von möglichst vielen Worten ständig parat zu haben. Dieser so genannte primäre Wortschatz. Der definiert uns. Denn nur der grenzt unsere Schlagfertigkeit ein. Außerhalb der technisierten Welt in der meist keiner merkt, das man vielleicht noch den ein oder anderen Fakt schnell googlet oder hier und da noch eine kleine Verschönerung vornimmt.

Nachts sind alle Katzen grau. Und im Internet alle irgendwie erst mal.. nicht gleich, aber nicht einem Hagel von Vorurteilen ausgesetzt. Das macht es einfacher zu kommunizieren. Das macht es einfacher ehrlich zu sein.
Wobei es nachts eigentlich genauso ist. Sage ich als Nichtschläferin.
Denn nachts ist alles anders, alles offener, alles ehrlicher, vernebelt durch die Dunkelheit, in der man sich geborgen fühlt. Gespräche, die in der Nacht geführt werden, kommen selten an die ran, die man tagsüber hat. Aber ich schweife ab.
Das reale Gespräch, das von Angesicht zu Angesicht ist unbezahlbar und stetige Seelenschmeichler. Eine Berührung, ein Blick und schon ist alles gesagt. Und sowieso lässt es sich leichter im Augenblick verharren.
Aber ich schweife ab.
Eigentlich wollte ich etwas ganz anderes schreiben.
Ähnliche Gedanken hatte ich auch schon und drüber nachgedacht auch was drüber zu schreiben aber du hast das hier schonmal gut in Worte gefasst! ^^
Man stellt oft fest, dass der “Schreib-Mensch” ein erschreckend anderer ist, als der “Sprech-Mensch”, denn das Internet ist eine riesige, allesumfassende Maske!
Ich habe letzten Mittwoch mit einem netten Dane vier Stunden in einem Cafe gebracht und es wurde anfangs sehr viel geredet, bis ich dann gegenseitiges Schweigen vorgeschlagen habe (welches sich auch wunderbar “ausbauen” ließ…)
Will damit sagen, dass man zwar in beiden Bereichen – Internet und Gegenüber viel reden kann aber ein vielsagendes Schweigen lässt sich nicht im Internet erreichen.
Zum Schweigen gibt es eine wunderschöne Szene bei Pulp Fiction. “(Un)comfortable silence”
oh, diese echten, guten Gespräche sind so mehr als wunderbar.