meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Boule­vard of broken dreams

  • 7 years ago veröffentlicht
  • Ein Kommentar
  • Erwartete Lesezeit: 01:41 min

Weiße Blät­ter immer wieder umdre­hen, von der einen auf die andere Seite und wieder zurück. Verges­sen, welche Seite nun Oben und welche Unten ist.

Was bleibt ist die Hoff­nung, dass man viel­leicht auf der ande­ren Seite doch etwas über­se­hen hat.
Natür­lich sind die Blät­ter nicht leer. Nein, das Wahr­neh­men des Inhal­tes ist nur schmerz­haf­ter als das Igno­rie­ren. Ausblen­den.

Viel­leicht nicht für immer, aber wenigs­tens bis es nicht mehr weh tut. Bis die Erin­ne­rung nur noch eine Erin­ne­rung ist.

Wenn es denn so einfach wäre.

Es geht nicht. Man kann Schrift nicht igno­rie­ren. Erst recht keine Hand­schrift. Schon gar nicht, wenn es um Liebe geht. Also liest man ihn doch, den Brief in dem alles erklärt wird. Bald wünscht man sich, es wäre nur Text auf den Blät­tern und kein Frei­raum dazwi­schen. Bald wünscht man sich, einfach nur Lesen zu können, das Gehirn abzu­schal­ten bis man fertig ist. Nicht die Schmer­zen zwischen den Zeilen zu denken. Denn jedes gedachte Gefühl wird gefühlt werden. Schnel­ler als einem lieb ist.
Hinter­her tut es am Ende doch nicht so viel mehr weh als man dachte. Denn am Ende blei­ben nur die Gedan­ken zwischen den Zeilen. Der Brief wert­los. Im Moment. Später, wenn man die Welt gese­hen hat und die Zettel zufäl­lig in einer verstaub­ten Ecke wieder­fin­det, dann erst erkennt man die Groß­ar­tig­keit dieses aller­ers­ten Abschieds­brie­fes der aller­ers­ten großen Liebe.

 

Kommentare

gedachte gefühle sind viel mächtiger als gelebte gefühle.
vermutlich weil sie nicht von der realität zurechtgestutzt werden.

ein guter text, respekt!