Motion Sickness

Feb 02 2010

Es geht ums wollen sollen. Oder auch nichtwollen sollen. Wahlweise. Jeden Tag muss, darf, soll, kann man die Welt retten. Oder auch einfach etwas ganz banales tun. Wahlweise.

Aber warum eigentlich? Der innere Zwang des gesellschaftlichen Zusammenlebens gebietet uns, dass wir nicht nur vor uns hindösen und unserem einsamen Dasein fristen. Das ist eines dieser Sinn-des-Lebens Probleme.

Immer und überall werden Erwartungen gestellt. Mindestens genauso oft werden sie nicht erfüllt. Frei nach dem Motto: “Shit happens twice a day” versucht man dann in der Regel einfach weiterzuleben und das wird schon alles irgendwie gehen. Die meisten Probleme lösen sich ja sowieso von selbst. Früher oder Später. Wahlweise eher später.

Ich finde den Erwartungskatalog des Lebens durchaus manchmal belastend. Ja. Nervend. Weil man manchmal einfach seine Ruhe braucht. Einfach mal nichts tun kann. Es ist ja meist gar nicht das Nichtstunwollen. Nein, es ist das fehlende Buch im Regal oder die eine klemmende Taste am Klavier, die mehr Kopfzerbrechen bereitet als man zugeben möchte. Die Nichtigkeiten, über die man nachdenken muss.

Das Leben.

3 responses so far

  1. Das klingt mir ganz danach, als würdest du dein Glück im Leben etwas zu sehr von äußeren Faktoren glücklich machen. Ist es aber nicht viel erfüllender, wenn wir das wahre Glück in uns selbst finden?
    Fixier dich nicht so sehr darauf, was dich runterzieht im Leben sondern eher darauf, was dich glücklich macht. Ein interessantes Gespräch, der Sonnenschein oder ein kleiner Flirt auf der Straße – eben die kleinen Dinge im Leben!
    Du beschreibst Lappalien (als das sehe ich sie jetzt einfach mal an), die dir Kopfzerbrechen bereiten aber freu dich doch darüber, dass du so viele andere Bücher hast oder mach dir einen Spass daraus ein wunderbares Stück mit all den anderen Noten zu spielen.
    Inwiefern wir uns an die Erwartungen, die an uns von außen gestellt werden, zu halten gedenken, hängt doch auch von unseren Erwartungen an uns selbst ab. Natürlich kann ich auf ein Date gehen und denken “Heute muss es klappen! Ich werde sie ins Bett kriegen!” oder mir einfach sagen “Egal was passiert, ich werde die Situation genießen und meinen Spass haben!” aber das nur so als Beispiel…

  2. So war das eigentlich überhaupt nicht gemeint. Ganz und gar nicht. Das Glück im Leben wird von äußeren Umständen beeinflusst, aber suchen und finden muss man es dann doch in sich drin. Es gibt da diesen Film: Das Streben nach Glück. Ja ich weiß, Will Smith und so. Aber der ist wirklich gut, der illustriert wunderbar was ich meine. Oberflächlich sieht man in dem Film die klassische “Vom Tellerwäscher zum Millionär”-Geschichte, aber zwischen den Zeilen schwingt ständig eine großartige “Alles ist gut, solange man es nicht zu nah an sich lässt”-Atmosphäre mit.
    Damit will ich jetzt bitte auch wieder nicht falsch verstanden werden. Es ist durchaus wichtig, sich nicht von der Außenwelt abzuschirmen, auf seine Umgebung eingehen zu können, mit ihr mitzufühlen. Dennoch sollte man niemals zu viel von der Umwelt erwarten, immer einen Rückzugsort im Kopf behalten, wo man sich die Welt wieder schön träumen kann, wenn sie mal nicht ganz nach Plan funktioniert, oder wenn man – wie oben beschrieben – einfach mit dem Plan gerade nicht zurecht kommt (kommen will).
    Für mich persönlich gibt es zwei elementare Schönträumpläne, die auch bisher immer funktioniert haben: Musik und Literatur. Und eben genau deshalb ist es für mich besonders wichtig, dass jede Taste am Klavier genau das tut, was sie soll, oder eben, dass genau dieses eine Buch da ist, in dem der eine Satz drin steht, der auch beim letzten Mal alles gut gemacht hat.

  3. Okay, es ist natürlich immer schön ein paar “Rettungsanker” zu haben!
    Ich kenne den Film und weiß, welche Einstellung du meinst.
    Nicht alles an sich heranlassen, war im Grunde auch, was ich meinte. Es gibt zu viel Müll im Leben, der einen unentwegt runterziehen kann.
    Dennoch gibt es auch kleine Freuden im Leben, so wie das Wetter heute endlich mal wieder schön war. Und es ist doch wunderbar, wenn man darin etwas Glück findet. Ob es nun ein unverzichtbares Buch oder der geliebte Mensch an der Seite sei, ist natürlich jedermans Sache.
    Es geht darum, das innere Gleichgewicht zu finden, aus äußeren Dingen, die ienen glücklich machen und der inneren Ruhe, die wie der Fels in der Brandung einem immer Halt gibt, oder nicht?

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