meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Slip­ping Husband

  • 9 years ago veröffentlicht
  • Erwartete Lesezeit: 02:03 min

Schon im Okto­ber letz­ten Jahres, bereits nach den ersten zaghaf­ten Worten, die Elisa­beth Rank zum aller ersten Jour Fitz aus ihrem Debu­troman „Und im Zwei­fel für dich selbst“ vorlas wusste ich, dass dies mal eines der Bücher werden wird, die man nicht nur ein mal und auch nicht nur zwei mal liest. Eines der Bücher, die man ein Leben lang hegt und pflegt, die man Menschen ans Herz legt die einem am Herz liegen. Etwas beson­de­res.
Etwas beson­de­res, so könnte man meinen, ist auch die Geschichte. Das ist sie aber eigent­lich nicht. Trau­rig, (zum Glück) selten, aber doch viel zu Häufig in der Reali­tät auftre­tend. Das schon. Aber nichts beson­de­res. Doch genau das ist der Punkt. Die gran­diose Darstel­lung des aus den Fugen geris­se­nen Alltags. Die Wieder­fin­dung des Selbst, wenn man alles hatte aber nichts mehr hat. Das Leben zurück­erobern, wenn auch schmerz­haft.
Es ist aller­dings keines­wegs ein Buch für jeden. Man kann, nein sollte es nicht lesen, wenn man Angst vor Gefüh­len hat, wenn man sich gerne hinter seiner Fassade versteckt und in seiner eige­nen klei­nen Welt lebt. Viel­leicht sollte man es aber auch gerade dann lesen. Viel­leicht aber gerade dann mit beson­de­rer Aufmerk­sam­keit.

Lesen. Unbe­dingt. Ohne Wider­rede!

Ich habe das letzte Kapi­tel noch nicht gele­sen. Ich habe Angst. Ich will nicht, dass es schon zu Ende ist, weil es zu schön ist um schon zu Ende zu sein. Ande­rer­seits heißt es ja immer, man soll aufhö­ren, wenn es am schöns­ten ist. Dass der schönste Abschnitt des Roma­nes zeit­gleich auch der trau­rigste ist muss bei einer Geschichte wie dieser so sein. Das ich irgend­wann fertig sein werde lässt in mir die Hoff­nung aufkei­men, irgend­wann, viel­leicht schon in nicht all zu ferner Zukunft, das nächste Buch von Frau Rank lesen zu können.

Und im Zwei­fel für dich selbst
Elisa­beth Rank
Suhr­kamp Nova