meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Hide and Seek

  • 7 years ago veröffentlicht
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  • Erwartete Lesezeit: 01:12 min

Kinder­spiele. Wisst ihr noch, damals, als wir klein und naiv waren und uns nichts, rein gar nichts von dieser Welt inter­es­siert hat? Als wir Immer einfach genau dann glück­lich sein konn­ten wenn wir es woll­ten, als es immer die einfa­chen Dinge waren, die uns Freude berei­te­ten. Das Beim-laufen-nicht-auf-die-Ritzen-zwischen-den-Plat­ten-treten zum Beispiel, oder einfach so auf einer Bord­stein­kante balan­cie­ren, oder „Ich sehe was, was du nicht siehst“ spie­len, oder voll­kom­men sinn­lose Dinge zählen, oder Verste­cke spie­len, oder Fange, etc.
Das sollte man nicht lassen wenn man erwach­sen wird. Denn genau das ist es, was man braucht, wenn man mit dem falschen Fuss aufge­stan­den ist und zu allem Über­fluss dann auch noch der Kaffee alle ist. Natür­lich finden sich mit dem Älter werden auch neue – oder besser: andere – Wege zum Schnell­glück­lich­sein. Lesen zum Beispiel, oder Musik hören, aber ist das denn ein Grund die alten Gewohn­hei­ten für immer in die „kindisch“-Schub­lade zu verban­nen und nur noch darüber zu schmun­zeln, wenn man Kinder dabei beob­ach­tet? Ich finde nicht.

[vimeo]http://vimeo.com/8546876[/vimeo]

 

Ever­y­thing in it's right place

Als Radio­head 2007 In Rain­bows veröf­fent­lich­ten gab es viel Furore um das Album. Zum Einen aufgrund der doch unge­wöhn­li­chen Veröf­fent­li­chungs­form des „Ladet es runter und zahlt soviel wie ihr denkt dass es euch wert ist.“, zum Ande­ren aber auch, weil es eben ziem­lich genau 10 Jahre nach dem legen­dären OK Compu­ter erschien und von vielen als Teil 2 dessel­ben gehypt wurde. Ob das nun so sein soll weiß wahr­schein­lich wenn über­haupt aller höchs­tens Thom Yorke. Ist ja auch nicht so wich­tig. Wich­tig ist, dass in diesem Zusam­men­hang eine Play­liste durch das WWW wanderte die diese beiden Alben auf wunder­same Art und weise mitein­an­der verband. Die fand ich gerade wieder. Besit­zern beider Alben in digi­ta­ler Form lege ich diese Abspiel­rei­hen­folge sehr ans Herz, allen ande­ren Radio­head.

Kleine Rand­be­mer­kung noch: Am besten hört sich das wenn man zwischen den Titeln ein Cross-Fade von etwa 10 Sekun­den hat.

Airbag
15 Step
Para­noid Android
Bodys­nat­chers
Subter­ra­nean Home­sick Alien
Nude
Exit Music (For A Film)
Weird Fishes/Arpeggi
Let Down
All I Need
Karma Police
Fitter Happier
Faust Arp
Elec­tio­nee­ring
Recko­ner
Clim­bing Up The Walls
House Of Cards
No Surpri­ses
Jigsaw Falling Into Place
Lucky
Video­tape
The Tourist

…und wenn ich wüsste wie man das vernünf­tig als Play­list­dow­n­load anbie­ten kann würde ich das auch gerne machen…

 

Good­night L.A.

  • 7 years ago veröffentlicht
  • 4 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 01:25 min

[img src="pots­da­mer-platz-sonnen­un­ter­gang"]

Nachts ist alles anders als tags­über. Nachts ist man einsa­mer wenn man alleine ist und gemein­sa­mer wenn man nicht alleine ist. Nachts ist jedes Licht wich­tig, weil es eben nicht so einfach ersetz­bar ist wie Tags­über. Nachts sind auch ganz andere Dinge schön als am Tage. Sterne zum Beispiel, Kerzen, Ruhe.
Nachts sind aber auch andere Dinge selt­sam als am Tage. Geräusche vor allem. Wenn es dunkel wird, verän­dert sich die Wahr­neh­mung. Da wird das Grund­rau­schen der Stadt auf einmal wich­tig. Da stockt einem zuwei­len regel­recht der Atem wenn man mal für ein paar Sekun­den kein Geräusch von der Straße hört. „Das kann doch nicht sein,“ denkt man dann, „diese Stadt schläft nie.“ Aber für ein paar Sekun­den jede Nacht ist es eben selbst in Berlin toten­still.
Doch der Schein trügt. Wenn drau­ßen auf der Straße alles ruht erwacht das Mobi­liar zu unge­ahn­tem Leben. Toy Story-esk geben die Einrich­tungs­ge­gen­stände Laute von sich. Für uns Menschen leider nicht verständ­lich und nur als Knacken und Knar­ren wahr­nehm­bar, doch wenn man IKEA­nisch könnte und LEGO­nisch und Teppisch und Tape­tisch, dann könnte man schon vieles verste­hen, vom Leben der Ande­ren.

 

How To Disap­pear Comple­tely




I go
Where I please
I walk through walls
I float down the Liffey

Radio­head



Wie klein die Welt gewor­den ist merkt man am besten beim verrei­sen. Da steigt man in Berlin Schö­ne­feld ins Flug­zeug und kaum zwei Stun­den später ist man schon in Dublin. Kaum zwei Stun­den später ist man an dem Ort, an dem jeder in seinem Leben mal gewe­sen sein sollte. Nicht nur, weil es einfach schön ist, sondern auch, weil es einfach anders ist. Natür­lich gehört Irland zu Europa, natür­lich teilt es große Abschnitte seiner Geschichte und Kultur mit uns Rest­eu­ro­pä­ern und doch: Es ist anders. Die Gelas­sen­heit die über­all in der Luft liegt, die aber trotz­dem nicht das – für eine Groß­stadt einfach notwen­dige – hekti­sche Trei­ben beein­träch­tigt, sondern einfach spür­bar ist. Entspann­tere Menschen im Vergleich zu hier in Berlin.
Aber es ist eben doch auch spür­bar anders dort. Mit London vergleich­bar ist das stän­dige Trei­ben, das greif­bare Leben, was doch immer einen Milli­me­ter vor einem Halt macht, weil man nicht dazu­ge­hört. Man könnte aber, wenn man wollte. Man dürfte nämlich. In einem Reise­füh­rer den ich las stand: „Im Pub findet jeder einen Gesprächs­part­ner, wenn er denn einen sucht.“ Meiner Auffas­sung nach gilt das nicht nur für Pubs. Es gilt für Irland. Zumin­dest für das, was ich davon gese­hen habe.

Klischee­haft könnte man jetzt weiter schrei­ben „nette Leute, schö­nes Land, alles toll“. Stimmt zwar auch, so einfach ist es aber dann doch nicht. Irland wird ja gerne als „Die grüne Insel“ bezeich­net, inso­fern war in meinem Kopf eine Insel voller Wälder. Etwas enttäu­schend dann der Lande­an­flug mit der Fest­stel­lung, dass Bäume dann doch eher zu den selte­ne­ren Erschei­nun­gen gehö­ren. Schafe gibt es, Wiesen, Felder und Büsche. Das alles in Unmen­gen. Und ganz viel Wasser dazu. Soviel zum Land. In den Städ­ten bewei­sen die Iren erstaun­li­che Inte­gra­ti­ons­fä­hig­keit. Schließ­lich muss man erst­mal schaf­fen so lange Zeit britisch geprägt gewe­sen zu sein und trotz­dem ein ganz eige­nes Flair im Stadt­bild auszu­strah­len, dass zwar durch­aus – insbe­son­dere in Dublin – an eini­gen Ecken mal sehr sehr briti­sche Züge hat, aber doch im Großen und ganzen wieder dieses ange­nehme „Anders“ ausstrahlt, was alles dort so unver­ge­ss­lich gemacht hat. Beson­ders begeis­tert haben mich die Schrift­ver­zie­run­gen eini­ger Gebäude, die zum Teil auf deren Geschichte hinwei­sen, teils aber auch höchst poetisch die Tragi­ken des tägli­chen Lebens beschrei­ben.


Man könnte noch endlos viel über die Schön­heit und das Erlebte schrei­ben und dennoch, nichts fängt die Auss­trah­lung dieses Landes und seiner Bewoh­ner besser ein als es zu Besu­chen. Am besten nicht als Massen­tou­rist, auch nicht unbe­dingt den Attrak­ti­ons­plä­nen der Touris­ten­bü­ros folgend, sondern am besten ganz auf klas­si­sche Entdecker­weise „immer der Nase nach“.

 

Where The Streets Have No Name

  • 7 years ago veröffentlicht
  • 2 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 01:20 min

Weg. Weg von den selben lang­wei­li­gen Stra­ßen. Weg von den selben lang­wei­li­gen Menschen. Weg von dem immer glei­chen grauen Wetter. Weg von allem. Einfach mal was ande­res sehen. Nicht nur, weil man eben ab und an mal weg von den lang­wei­li­gen Menschen und den lang­wei­li­gen Stra­ßen muss, sondern auch, eigent­lich gerade weil die Menschen und Stra­ßen eben ganz und gar nicht lang­wei­lig sind. Sondern weil sie lang­wei­lig gewor­den sind. Diese Lange­weile aus Routine. Diese elen­dige Routine. Zu viele Tage, an denen man keinen Tage­buchein­trag verfasst, weil einfach nichts passiert ist. Natür­lich ist ganz viel passiert, aber das hat man nicht gemerkt, weil man so tief im Alltag steckt, dass man nichts mehr merkt.

Dann muss man mal raus aus dem Alltag. Am besten möglichst weit weg und irgendwo hin, wo man noch nie war, wo man in jeder Sekunde neues sehen kann. Denn nur dort, wo man neues sehen kann, kann man altes in Ruhe verar­bei­ten. Nur dort findet man Zeit, Ruhe und Kraft um weiter zu machen, wo es am schöns­ten ist: Bei den grauen Menschen in den grauen Stra­ßen. Die natür­lich wieder so bunt wie immer sind, wenn man dann zurück kommt. Da ist man sich vorher sicher. Alles andere unge­wiss. Aber das ist auch gut so.

 

Lua

  • 7 years ago veröffentlicht
  • 2 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 02:11 min

Manch­mal muss man eben einsam sein. Da kann man mit den nettes­ten Menschen der Welt zusam­men sein und ganz viel groß­ar­ti­ges und wunder­schö­nes erle­ben, aber manch­mal kommt ein klit­ze­klei­ner Gedanke daher und reißt die Welt aus den Fugen. Zumin­dest soweit, dass man erstein­mal nach­den­ken muss.
Dann läuft man bis ans Ende der Straße, stellt fest das es nicht reicht und läuft weiter. Einfach immer weiter. Musik kann man nicht hören, nicht weil es nicht die Mögleich­keit gäbe, nicht­mal weil man nicht will, sondern einfach, weil kein Lied passen würde. Weil zu viele Emotio­nen auf einmal da sind. Wenn es Farben auf dem Farb­kreis wären, sie würden sich nicht zu weiß über­la­gern. Auch nicht zu schwarz. Es würde bunt blei­ben. Zu bunt.
Denn eigent­lich will man das Bunte loswer­den. Nur für einen Moment mal Stille haben. Nicht diese „keine Menschen, kein Geräusch“-Stille, die es jeder­zeit an jeder drit­ten Ecke für umsonst gibt. Nein. Die unbe­zahl­bare innere Stille. Keine wirren Fäden die im Kopf Mikado spie­len und sich stän­dig dabei verhed­dern, weil man mit Fäden eben kein Mikado spie­len kann.
Irgend­wann geht man unter Menschen um andere Stim­men zu hören, nicht die eigene hören zu müssen. Dass das nicht gut geht war einem eigent­lich auch vorher klar, aber es war eben notwen­dig. Schlech­ter ist die Gesamt­si­tua­tion ja auch nicht gewor­den.
Über­haupt. Im Grunde genom­men weiß man gar nicht, warum man auf einmal so ist, wie man ist. Warum man partout nicht mehr da sein wollte wo man war, bei denen sein wollte bei denen man war. „Viel­leicht weil es gefehlt hat.“ sagt die nervige Stimme aus der hinte­ren linken Kopf­re­gion dann.
Dann kommt der Sonnen­auf­gang. Und alles ist gut.


Sonnen­auf­gang an der Binnen­als­ter


When ever­y­thing is lonely I can be my own best friend
I'll get a coffee and the paper, have my own conver­sa­ti­ons


Bright Eyes – Lua