Archive for March, 2010

Hide and Seek

Mar 31 2010 Published by eFrane under Sunshine on a rainy day

Kinderspiele. Wisst ihr noch, damals, als wir klein und naiv waren und uns nichts, rein gar nichts von dieser Welt interessiert hat? Als wir Immer einfach genau dann glücklich sein konnten wenn wir es wollten, als es immer die einfachen Dinge waren, die uns Freude bereiteten. Das Beim-laufen-nicht-auf-die-Ritzen-zwischen-den-Platten-treten zum Beispiel, oder einfach so auf einer Bordsteinkante balancieren, oder “Ich sehe was, was du nicht siehst” spielen, oder vollkommen sinnlose Dinge zählen, oder Verstecke spielen, oder Fange, etc.
Das sollte man nicht lassen wenn man erwachsen wird. Denn genau das ist es, was man braucht, wenn man mit dem falschen Fuss aufgestanden ist und zu allem Überfluss dann auch noch der Kaffee alle ist. Natürlich finden sich mit dem Älter werden auch neue – oder besser: andere – Wege zum Schnellglücklichsein. Lesen zum Beispiel, oder Musik hören, aber ist das denn ein Grund die alten Gewohnheiten für immer in die “kindisch”-Schublade zu verbannen und nur noch darüber zu schmunzeln, wenn man Kinder dabei beobachtet? Ich finde nicht.

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Everything in it’s right place

Mar 27 2010 Published by eFrane under Stuff

Als Radiohead 2007 In Rainbows veröffentlichten gab es viel Furore um das Album. Zum Einen aufgrund der doch ungewöhnlichen Veröffentlichungsform des “Ladet es runter und zahlt soviel wie ihr denkt dass es euch wert ist.”, zum Anderen aber auch, weil es eben ziemlich genau 10 Jahre nach dem legendären OK Computer erschien und von vielen als Teil 2 desselben gehypt wurde. Ob das nun so sein soll weiß wahrscheinlich wenn überhaupt aller höchstens Thom Yorke. Ist ja auch nicht so wichtig. Wichtig ist, dass in diesem Zusammenhang eine Playliste durch das WWW wanderte die diese beiden Alben auf wundersame Art und weise miteinander verband. Die fand ich gerade wieder. Besitzern beider Alben in digitaler Form lege ich diese Abspielreihenfolge sehr ans Herz, allen anderen Radiohead.

Kleine Randbemerkung noch: Am besten hört sich das wenn man zwischen den Titeln ein Cross-Fade von etwa 10 Sekunden hat.

Airbag
15 Step
Paranoid Android
Bodysnatchers
Subterranean Homesick Alien
Nude
Exit Music (For A Film)
Weird Fishes/Arpeggi
Let Down
All I Need
Karma Police
Fitter Happier
Faust Arp
Electioneering
Reckoner
Climbing Up The Walls
House Of Cards
No Surprises
Jigsaw Falling Into Place
Lucky
Videotape
The Tourist

…und wenn ich wüsste wie man das vernünftig als Playlistdownload anbieten kann würde ich das auch gerne machen…

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Goodnight L.A.

Mar 26 2010 Published by eFrane under Sunshine on a rainy day

Nachts ist alles anders als tagsüber. Nachts ist man einsamer wenn man alleine ist und gemeinsamer wenn man nicht alleine ist. Nachts ist jedes Licht wichtig, weil es eben nicht so einfach ersetzbar ist wie Tagsüber. Nachts sind auch ganz andere Dinge schön als am Tage. Sterne zum Beispiel, Kerzen, Ruhe.
Nachts sind aber auch andere Dinge seltsam als am Tage. Geräusche vor allem. Wenn es dunkel wird, verändert sich die Wahrnehmung. Da wird das Grundrauschen der Stadt auf einmal wichtig. Da stockt einem zuweilen regelrecht der Atem wenn man mal für ein paar Sekunden kein Geräusch von der Straße hört. “Das kann doch nicht sein,” denkt man dann, “diese Stadt schläft nie.” Aber für ein paar Sekunden jede Nacht ist es eben selbst in Berlin totenstill.
Doch der Schein trügt. Wenn draußen auf der Straße alles ruht erwacht das Mobiliar zu ungeahntem Leben. Toy Story-esk geben die Einrichtungsgegenstände Laute von sich. Für uns Menschen leider nicht verständlich und nur als Knacken und Knarren wahrnehmbar, doch wenn man IKEAnisch könnte und LEGOnisch und Teppisch und Tapetisch, dann könnte man schon vieles verstehen, vom Leben der Anderen.

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A Kind of Magic

Mar 22 2010 Published by eFrane under Computer Science

War ja klar, dass ich mir irgendwann diese “Neuerfindung der Maus” zulegen würde. Schließlich bin ich dann letztendlich wohl doch Fanboy. Nein bin ich nicht. Ich mag Apple, weil Apple gute Produkte herstellt. Weil die Dinge meist einfach so funktionieren, wie man es erwartet. Natürlich auch, weil es einfach schick aussieht, aber das ist ja Geschmackssache.

Was hab ich erwartet?

Nichts. Ich habe mir mit der Zeit abgewöhnt großartige Dinge von etwas zu erwarten. Ich kannte die Webseite, ich kannte Erfahrungsberichte von begeisterten Nutzern, ich kannte welche von enttäuschten. Habe sie mal in der Hand gehalten. Für tauglich befunden. Dazu kommt noch die allgemeine Begeisterung für Multi Touch. Sicher mit hervorgerufen durch intensives MacBook Nutzen. Alles in allem also eine solide Basis um sich auf den – mit 70 € ja doch nicht ganz billigen – Kauf der Magic Mouse einzulassen.

Und? Toll? Nicht toll? Schon aus dem Fenster?

Nicht ganz so toll, wie sie sein könnte. Andererseits lernt man als Apple Nutzer sehr schnell, dass das erste Produkt einer Generation nie das volle Potential der Möglichkeiten ausschöpft. Zum einen ist das sicherlich Teil  von Apples Marketingstrategie, zum anderen regt es mich als angehenden Ingenieur zum nachdenken an, was man noch alles besser machen kann und schließlich bleibt die Tatsache, dass es selbst wenn es vielleicht noch nicht perfekt ist, trotzdem nicht nur ein Versuch, sondern ein gelunger Einstieg in eine neue Denkweise “Maus” ist.

Probleme?

Ja klar, diese “Einfach anstecken, der Rest geht von alleine”-Philosophie funktioniert nun mal nur, so lange man nichts an den Systemeinstellungen unter der Haube ändert. Aber das würde ja keinen Spaß machen. Für den Ottonormalverbraucher also sicherlich keine. Für mich schon ein paar kleine. Eingerichtet zum einfachen Links- und Rechtsklicken war sie schnell, für den Rest brauchte es ein vertretbares Software-Update (mit Neustart), einzig Schmerzhaft war die Feststellung, dass die Empfindlichkeit des Mauszeigers nicht so schnell einzustellen geht, wie man es gerne hätte und, dass die geliebten Seitentasten der Mighty Mouse fehlen. Zum Glück bietet Apple jedoch für fast jedes Problem auch eine schnelle Lösung und so wurde das bisher auf diesen Tasten genutze “Spaces anzeigen” kurzerhand auf eine der aktiven Ecken verlegt.

Im Großen und Ganzen also eine sehr zufriedenstellende Mauswechselaktion. Etwas unpersönlich sieht sie noch aus, so ohne Nutzspuren. Etwas unpersönlich wird sie wohl auch immer bleiben, so ohne Mausrad.

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How To Disappear Completely

Mar 21 2010 Published by eFrane under Sunshine on a rainy day

I go
Where I please
I walk through walls
I float down the Liffey

Radiohead

Wie klein die Welt geworden ist merkt man am besten beim verreisen. Da steigt man in Berlin Schönefeld ins Flugzeug und kaum zwei Stunden später ist man schon in Dublin. Kaum zwei Stunden später ist man an dem Ort, an dem jeder in seinem Leben mal gewesen sein sollte. Nicht nur, weil es einfach schön ist, sondern auch, weil es einfach anders ist. Natürlich gehört Irland zu Europa, natürlich teilt es große Abschnitte seiner Geschichte und Kultur mit uns Resteuropäern und doch: Es ist anders. Die Gelassenheit die überall in der Luft liegt, die aber trotzdem nicht das – für eine Großstadt einfach notwendige – hektische Treiben beeinträchtigt, sondern einfach spürbar ist. Entspanntere Menschen im Vergleich zu hier in Berlin.
Aber es ist eben doch auch spürbar anders dort. Mit London vergleichbar ist das ständige Treiben, das greifbare Leben, was doch immer einen Millimeter vor einem Halt macht, weil man nicht dazugehört. Man könnte aber, wenn man wollte. Man dürfte nämlich. In einem Reiseführer den ich las stand: “Im Pub findet jeder einen Gesprächspartner, wenn er denn einen sucht.” Meiner Auffassung nach gilt das nicht nur für Pubs. Es gilt für Irland. Zumindest für das, was ich davon gesehen habe.

Klischeehaft könnte man jetzt weiter schreiben “nette Leute, schönes Land, alles toll”. Stimmt zwar auch, so einfach ist es aber dann doch nicht. Irland wird ja gerne als “Die grüne Insel” bezeichnet, insofern war in meinem Kopf eine Insel voller Wälder. Etwas enttäuschend dann der Landeanflug mit der Feststellung, dass Bäume dann doch eher zu den selteneren Erscheinungen gehören. Schafe gibt es, Wiesen, Felder und Büsche. Das alles in Unmengen. Und ganz viel Wasser dazu. Soviel zum Land. In den Städten beweisen die Iren erstaunliche Integrationsfähigkeit. Schließlich muss man erstmal schaffen so lange Zeit britisch geprägt gewesen zu sein und trotzdem ein ganz eigenes Flair im Stadtbild auszustrahlen, dass zwar durchaus – insbesondere in Dublin – an einigen Ecken mal sehr sehr britische Züge hat, aber doch im Großen und ganzen wieder dieses angenehme “Anders” ausstrahlt, was alles dort so unvergesslich gemacht hat. Besonders begeistert haben mich die Schriftverzierungen einiger Gebäude, die zum Teil auf deren Geschichte hinweisen, teils aber auch höchst poetisch die Tragiken des täglichen Lebens beschreiben.

Man könnte noch endlos viel über die Schönheit und das Erlebte schreiben und dennoch, nichts fängt die Ausstrahlung dieses Landes und seiner Bewohner besser ein als es zu Besuchen. Am besten nicht als Massentourist, auch nicht unbedingt den Attraktionsplänen der Touristenbüros folgend, sondern am besten ganz auf klassische Entdeckerweise “immer der Nase nach”.

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Where The Streets Have No Name

Mar 09 2010 Published by eFrane under Sunshine on a rainy day

Weg. Weg von den selben langweiligen Straßen. Weg von den selben langweiligen Menschen. Weg von dem immer gleichen grauen Wetter. Weg von allem. Einfach mal was anderes sehen. Nicht nur, weil man eben ab und an mal weg von den langweiligen Menschen und den langweiligen Straßen muss, sondern auch, eigentlich gerade weil die Menschen und Straßen eben ganz und gar nicht langweilig sind. Sondern weil sie langweilig geworden sind. Diese Langeweile aus Routine. Diese elendige Routine. Zu viele Tage, an denen man keinen Tagebucheintrag verfasst, weil einfach nichts passiert ist. Natürlich ist ganz viel passiert, aber das hat man nicht gemerkt, weil man so tief im Alltag steckt, dass man nichts mehr merkt.

Dann muss man mal raus aus dem Alltag. Am besten möglichst weit weg und irgendwo hin, wo man noch nie war, wo man in jeder Sekunde neues sehen kann. Denn nur dort, wo man neues sehen kann, kann man altes in Ruhe verarbeiten. Nur dort findet man Zeit, Ruhe und Kraft um weiter zu machen, wo es am schönsten ist: Bei den grauen Menschen in den grauen Straßen. Die natürlich wieder so bunt wie immer sind, wenn man dann zurück kommt. Da ist man sich vorher sicher. Alles andere ungewiss. Aber das ist auch gut so.

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Lua

Mar 02 2010 Published by eFrane under Sunshine on a rainy day

Manchmal muss man eben einsam sein. Da kann man mit den nettesten Menschen der Welt zusammen sein und ganz viel großartiges und wunderschönes erleben, aber manchmal kommt ein klitzekleiner Gedanke daher und reißt die Welt aus den Fugen. Zumindest soweit, dass man ersteinmal nachdenken muss.
Dann läuft man bis ans Ende der Straße, stellt fest das es nicht reicht und läuft weiter. Einfach immer weiter. Musik kann man nicht hören, nicht weil es nicht die Mögleichkeit gäbe, nichtmal weil man nicht will, sondern einfach, weil kein Lied passen würde. Weil zu viele Emotionen auf einmal da sind. Wenn es Farben auf dem Farbkreis wären, sie würden sich nicht zu weiß überlagern. Auch nicht zu schwarz. Es würde bunt bleiben. Zu bunt.
Denn eigentlich will man das Bunte loswerden. Nur für einen Moment mal Stille haben. Nicht diese “keine Menschen, kein Geräusch”-Stille, die es jederzeit an jeder dritten Ecke für umsonst gibt. Nein. Die unbezahlbare innere Stille. Keine wirren Fäden die im Kopf Mikado spielen und sich ständig dabei verheddern, weil man mit Fäden eben kein Mikado spielen kann.
Irgendwann geht man unter Menschen um andere Stimmen zu hören, nicht die eigene hören zu müssen. Dass das nicht gut geht war einem eigentlich auch vorher klar, aber es war eben notwendig. Schlechter ist die Gesamtsituation ja auch nicht geworden.
Überhaupt. Im Grunde genommen weiß man gar nicht, warum man auf einmal so ist, wie man ist. Warum man partout nicht mehr da sein wollte wo man war, bei denen sein wollte bei denen man war. “Vielleicht weil es gefehlt hat.” sagt die nervige Stimme aus der hinteren linken Kopfregion dann.
Dann kommt der Sonnenaufgang. Und alles ist gut.

When everything is lonely I can be my own best friend
I’ll get a coffee and the paper, have my own conversations

Bright Eyes – Lua

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It’s Not Up To You

Mar 01 2010 Published by eFrane under Computer Science

Google Buzz. Ich sehe noch immer keinen großen Sinn darin. Allein die Tatsache das Google einfach alles, was sich im Internet bewährt, nachmachen muss geht mir so langsam sowieso auf die Nerven. Sie haben doch schon damals mit Picasa so wunderschön versagt. Als ob das auch nur in Ansätzen mit Flickr mithalten könnte. Nein. Microblogging wollen sie jetzt auch noch revolutionieren. Schön. Sollen sie. Dachte ich mir.

Dann fiel mir auf einmal auf, dass Google Buzz meinen bisher geliebten Google Reader infiltriert. Nichts gegen die Empfehlungen anderer Menschen. Wirklich nicht. Ich finde es großartig Hinweise zu bekommen auf Sachen, die meine Mitmenschen interessiert, begeistert, vielleicht sogar ein wenig glücklicher macht. Genau darum geht es ja unter anderem auch bei diesem ganzen Social Web Zeug. Was ich aber wirklich grauenvoll und zum weglaufen finde ist, wenn mir dieser neue schöne Content ungefragt unterbreitet wird. Mal ein kleiner Vergleich: Ich folge auf Twitter momentan 110 Accounts. Diese veröffentlichen Täglich so schätzungsweise zwischen 50 und 100 Links. Das alles zu klicken ist nicht schaffbar. Geschweige denn alles geklickte zu lesen. Aber ich könnte, wenn ich wollte. Nicht so bei Google Buzz (4 Followings). Nutzer des Google Readers kriegen die empfohlenen Einträge ihrer Follower gleich mit serviert. Und – da die Einträge beim Google Reader ja vollständig angezeigt werden – kommen nicht drumherum diese wahrzunehmen. Das nervt mich. Ich möchte wählen können, ob ich etwas lesen will oder nicht. Bei Twitter kann ich das. Da reicht meistens schon der Text zum Link um zu entscheiden, ob der Inhalt relevant für mich ist oder nicht.

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass ich ja einfach die Listenansicht verwenden könnte. Oder gleich gar nicht mehr den Google Reader. Oder aufhören bei Buzz jemandem zu folgen. Nichts von dem ist allerdings die Lösung. Ich liebe den Google Reader. Ich finde es großartig nicht klicken zu müssen, während ich meine Nachrichten lese. Genau deswegen werde ich mir keinen anderen Newsreader suchen und auch nicht die Listenansicht verwenden. Mit Buzz werde ich auch nicht aufhören. Eher im Gegenteil. Denn da wo mich Buzz anfänglich begrüßt hat, in einem Tab bei Google Mail, da ist es praktisch und sinnvoll. Nirgendwo sonst.

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