Archive for May, 2010
While My Guitar Gently Weeps
Der wesentliche Unterschied zwischen Freundschaft und Verwandtschaft ist, dass man sich letztere nicht aussuchen kann. Doch kann man sich denn seine Freunde wirklich immer aussuchen? Gibt es nicht Situationen im Leben, in denen es mehr als nur ratsam ist, sich mit dem ein oder anderen Menschen gut zu stellen. Man muss dieses hochschlafen ja nicht immer zu wörtlich nehmen, aber das Vitamin B. Das gibt es. Das ist die eine Seite der Nichtwählbarkeit bei Freundschaften.
Die andere ist, dass Freundschaften gerade weil sie nicht einfach da sind wie Verwandtschaft eine ganz andere Art von Pflege und Vertrauen und Gegenseitigkeit bedürfen. Man streitet sich mal oder redet einfach aneinander vorbei. Das ist zwar selten gut aber normal und auch wichtig. Wenn immer alles perfekt wäre wäre auch immer alles langweilig. Dennoch ist es wichtig, dass man immer versucht den anderen zu verstehen, sich auf die Probleme einzulassen und Lösungen zu finden. Denn genau das zeichnet (gute) Freundschaften aus. Leider wird viel zu oft der Weg des geringsten Widerstandes gewählt und man schiebt die Schuld komplett auf den jeweils anderen und beruft sich auf den eigenen sinnlosen Stolz. Dabei könnte alles so einfach sein. Miteinander Reden!
I don’t know how you were inverted
no one alerted youThe Beatles
Indefinitely
Es ist als ob man gefangen wäre, zusammengepresst von Wäscheklammern. Das Herz zusammengeschnürt, der ganze Körper möchte schreien, jede Faser ringt nach Aufmerksamkeit. Und der Bauch, der baut sich ein kleines Nest was gegen alles drückt. Dann will man Heulen und kann nicht. Weil irgendwas dagegen spricht. Wahrscheinlich darf man nicht, wenn man will, sondern muss nur wenn man nicht sollte. Naturgesetze sind manchmal ziemlich nervig.
The Perfect Song
Musik ist ja sowieso das Allheilmittel. Immer ist genug davon da, nie muss man sich sorgen machen, dass es irgendwann mal nicht das passende Lied für den momentanen Gemütszustand gibt.
Denkste.
Unpraktischerweise gibt es Situationen in die Köpfe kommen können in denen einfach kein Lied passen will. Dann sucht man stichworthaft aber eigentlich zusammenhangslos irgendein irgendwie passendes Lied. Auf YouTube, Last.fm, überall. Und trotzdem findet man nichts. Weil man falsch sucht, meistens.
Wenn man Glück hat begegnet man recht zeitnah oder auch etwas später einem Menschen der einen versteht, so richtig, so ohne Worte. Und der weiß welches Lied für ihn passen würde. Dann braucht man kein Glück mehr sondern nur noch seine Ohren um den Kopf endlich erlösen zu können von der Suche nach dem richtigen Lied. Dann ist alles wieder gut.
Es gibt für jede Situation das richtige Lied. Aber nicht für jeden Menschen und jede Situation. Aber wenn sich zwei Menschen finden, die fast immer richtige Lieder für die Sorgen und Wünsche und Freuden des Anderen finden, dann ist das schön.
Just The Faces Change
Ich würde was drum geben mal wieder so richtig natürlich sein zu können. Tagein tagaus die selbe Maske, immer nett und hilfsbereit für die ganze Welt. Ist ja auch nicht so wichtig, dass nie was zurück kommt. Als ob ein winzig kleines Danke schon zu ewiger Ergebenheit verpflichtet. Wäre mir neu.
Die Schattenseite des Gutfreund seins. Nichtmal. Eigentlich die Schattenseite des hier Mensch seins. Niemals ehrlich sein. Sich wie alle anderen auch verstecken. Weil wir Angst vor uns selbst haben. Nicht vor den anderen.
Es macht keinen Spaß jeden Morgen in der U-Bahn den Volkstrauertaggesichtsausdruck präsentiert zu bekommen, gerade so, als ob kurz vorm Einstieg acht schwere Tragödien auf einmal eingetreten sind. Das kann man selbst als Frohnatur nicht ewig durchhalten. Recht schnell legte ich mir auch diese hübsche Melancholiemaske zu, werd ich wenigstens nicht mehr so komisch angesehen, so wie man angesehen wird, wenn man es wagt in der freien Wildbahn zu lachen.
Wie auch immer.
Mal da draußen und nicht auf euren Bildschirmen mein inneres nach außen kehren dürfen. Das wäre was feines.



