meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Just The Faces Change

  • 8 years ago veröffentlicht
  • Erwartete Lesezeit: 01:20 min

Ich würde was drum geben mal wieder so rich­tig natür­lich sein zu können. Tagein tagaus die selbe Maske, immer nett und hilfs­be­reit für die ganze Welt. Ist ja auch nicht so wich­tig, dass nie was zurück kommt. Als ob ein winzig klei­nes Danke schon zu ewiger Erge­ben­heit verpflich­tet. Wäre mir neu.

Die Schat­ten­seite des Gutfreund seins. Nicht­mal. Eigent­lich die Schat­ten­seite des hier Mensch seins. Niemals ehrlich sein. Sich wie alle ande­ren auch verste­cken. Weil wir Angst vor uns selbst haben. Nicht vor den ande­ren.

Es macht keinen Spaß jeden Morgen in der U-Bahn den Volks­trau­er­tag­ge­sichts­aus­druck präsen­tiert zu bekom­men, gerade so, als ob kurz vorm Einstieg acht schwere Tragö­dien auf einmal einge­tre­ten sind. Das kann man selbst als Frohna­tur nicht ewig durch­hal­ten. Recht schnell legte ich mir auch diese hübsche Melan­cho­lie­maske zu, werd ich wenigs­tens nicht mehr so komisch ange­se­hen, so wie man ange­se­hen wird, wenn man es wagt in der freien Wild­bahn zu lachen.

Wie auch immer.

Mal da drau­ßen und nicht auf euren Bild­schir­men mein inne­res nach außen kehren dürfen. Das wäre was feines.