Just The Faces Change
Ich würde was drum geben mal wieder so richtig natürlich sein zu können. Tagein tagaus die selbe Maske, immer nett und hilfsbereit für die ganze Welt. Ist ja auch nicht so wichtig, dass nie was zurück kommt. Als ob ein winzig kleines Danke schon zu ewiger Ergebenheit verpflichtet. Wäre mir neu.
Die Schattenseite des Gutfreund seins. Nichtmal. Eigentlich die Schattenseite des hier Mensch seins. Niemals ehrlich sein. Sich wie alle anderen auch verstecken. Weil wir Angst vor uns selbst haben. Nicht vor den anderen.
Es macht keinen Spaß jeden Morgen in der U-Bahn den Volkstrauertaggesichtsausdruck präsentiert zu bekommen, gerade so, als ob kurz vorm Einstieg acht schwere Tragödien auf einmal eingetreten sind. Das kann man selbst als Frohnatur nicht ewig durchhalten. Recht schnell legte ich mir auch diese hübsche Melancholiemaske zu, werd ich wenigstens nicht mehr so komisch angesehen, so wie man angesehen wird, wenn man es wagt in der freien Wildbahn zu lachen.
Wie auch immer.
Mal da draußen und nicht auf euren Bildschirmen mein inneres nach außen kehren dürfen. Das wäre was feines.
ich habe deinen eintrag gestern schon gelesen, aber ich wollte nicht sofort darauf antworten. musste es erst in thesen sortieren.
1. maske.
wenn nett und hilfsbereit eine maske ist, dann hast du dich auch offline gut verstellt. es ist keine maske, sondern du bist so.
2. angst
angst ist normaler teil des lebens. nur wenn man mehrmals nachts wegen herzrasen und sorge um den nächsten tag aufwacht, dann wird es zum problem.
3. u-bahn.
fast jeder ist morgens muffelig. weil die kinder noch in die kita mussten, weil wichtige jobdinge nicht erledigt sind, oder man einfach zu wenig geschlafen hat. aber es gab auch schon gute u-bahnfahrten, fand ich, selbst wenn sie nachts und kurz waren.
ich hoffe, du änderst dich nicht. so :-)
4. draussen
weder kehrst du hier online jemals alles nach draussen, noch würde es offline anders sein. aber ich weiss, was du meinst. und an dem punkt knabbere ich auch.
mehr #btrls ist eine option. mehr kino, mehr ausstellungen, mehr bahnfahrten. irgendwie so.
Danke für den umfassenden Kommentar, nur muss ich (zum Glück/leider – je nach Perspektive) anmerken, dass es sich in diesem Blogeintrag mehr um eine allgemeine Beobachtung handelt. Ich bin nicht so und ich werde hoffentlich auch nie so sein.