meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Lies all over my eyes

  • 8 years ago veröffentlicht
  • Erwartete Lesezeit: 01:35 min

Einfach mal bei grün an der Ampel stehen blei­ben. Den Auto­fah­rern zu sehen, wie sie sich erst nur wundern, dann amüsie­ren, dann fast ein biss­chen sauer werden, weil man nicht rüber­geht. Warum werden sie sauer? Es ist doch nicht ihr Problem, dass ich da stehe, dass ich Zeit verliere. Sie müssen doch sowieso warten. Achso, ja, genau, das ist es wohl. Sie würden sich wünschen, ich würde rüber gehen, damit sie nicht umsonst gewar­tet haben. Klas­si­scher Fall von Konzept nicht verstan­den. Ampeln sind nicht nur dazu da, dass Fußgän­ger die Straße über­que­ren können.



Viel­leicht gleich Morgen den Kaffee mal nicht schwarz trin­ken und die Mate mal warm werden lassen. Regeln sind für andere da. Viel zu oft hält man sich daran, was einem irgend­wer irgend­wann mal gesagt hat. Und wenn man nicht aufpasst springt man am Ende noch aus dem Fens­ter, weil irgend­wer „spring“ sagt. Sprin­gen wäre aber eigent­lich gar keine so schlechte Idee. Nur eben nicht unbe­dingt aus dem Fens­ter. Rück­wärts viel­leicht. Oder zur Seite, ganz egal welche. Nur nicht nach vorn. Oder doch. Völlig egal eigent­lich. Haupt­sa­che nicht so wie es der Rest macht. Bloß nicht gleich alles zur Regel werden lassen.

„Ich will barfuss durch den Regen laufen.“

„Schau mal, ich kann flie­gen, wenn du die Augen zu machst.“

„Ich will barfuss durch den Regen laufen.“

„Ich fliege.“

„Ich kann dich nicht sehen.“

„Hast du was gesagt?“

„Es regnet nicht.“