meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Myste­ries of Life

  • 8 years ago veröffentlicht
  • Erwartete Lesezeit: 02:57 min

Brüste. Eigent­lich sollte an dieser Stelle wohl was mit Eman­zi­pa­tion stehen. Und dass die Frau ja jetzt frei entschei­den kann, wie sie sich der Welt präsen­tie­ren will. Doch stellt sich mir die Frage: Sollte sie? Nicht, dass ich etwas dage­gen hätte, die exten­sive Darbie­tung der sekun­dären weib­li­chen Geschlechts­merk­male anzu­se­hen, aber es gibt da eben diese Stimme in mir, die sagt, dass da was gehö­rig dane­ben geht.

“Dekolleté zeigen und das hier sind zwei Sachen.”

Gestern war auf Twit­ter „Boobs­day“. Im Endef­fekt fand sich in meiner Time­line die gesamte Band­breite der weib­li­chen Ober­kör­per rela­tiv frei­zü­gig wieder. Jetzt könnte man ja ankom­men und behaup­ten, dass sei ja nur ein Mem und das ist halt so und über­haupt. Doch es ist eben nicht so. Es ist für mich mal wieder ein eindeu­ti­ges Zeichen dafür gewe­sen, dass die meis­ten Frauen gar nicht verste­hen, was sie sich eigent­lich erkämpft haben (und neben­bei die Fähig­keit besit­zen all das Gute inner­halb von Sekun­den zunichte zu machen). Natür­lich hat jeder das Recht auf die freie Entfal­tung der Persön­lich­keit. Das heißt doch aber nicht, dass man auf jeden dummen Zug aufsprin­gen muss. Nicht so jeden­falls.

Wie dann? Schwer zu sagen. Es gibt ja zwei Möglich­kei­ten: Entwe­der wurde der „Boobs­day“ von einer Frau, oder von einem Mann initia­li­siert. (Diese ganze Trans­gen­der­pro­ble­ma­tik blende ich jetzt mal elegant aus, ist für die Masse unin­ter­essant.) Wenn erste­res der Fall ist, würde mich das sehr enttäu­schen. Natür­lich könnte man das mit hohem Selbst­be­wusst­sein abtun, für mich riecht es aber mehr nach sinn­lo­sem Darstel­lungs­drang als Sexob­jekt. Genau das, was Frau nicht mehr (nur?!) sein will und sollte. Ergo wäre es für bewusst „eman­zi­pierte“ Frauen meiner Ansicht nach erstre­bens­wert an sowas nicht teil­zu­neh­men.

Leider muss ich aber aufgrund unse­rer Geschichte davon ausge­hen, dass dieser ganze Spaß von einem Mann kam, was heißt, dass es eben genau die Provo­ka­tion Sexob­jekt ist, die wie oben schon gesagt, so ganz und gar nicht in Ordnung ist.

Abschlie­ßend die Fest­stel­lung, dass die meis­ten Menschen nicht nur selt­sam bere­chen­bar dämlich reagie­ren wenn tragi­sche Ereig­nisse (Love­pa­rade) gesche­hen, sondern eben auch im fast ganz norma­len Leben und die Hoff­nung, dass Es viel­leicht ganz anders war.

Immer wieder lehr­reich, solche „Klei­nig­kei­ten“ am Gesell­schafts­mil­ro­kos­mos Twit­ter zu analy­sie­ren.