meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Talk Tonight

  • 8 years ago veröffentlicht
  • Erwartete Lesezeit: 01:27 min

Menschen die nicht verste­hen, dass manche Gesprä­che nur zwischen ein und drei Uhr Nachts geführt werden können, haben die falschen Freunde.

Steile These.

Auf zur Beweis­füh­rung.

Der Spruch „Nachts ist es kälter als drau­ßen.“ ist ja mehr oder weni­ger gemein­hin bekannt. Gemeint ist dabei meiner Ansicht nach die gefühlte Tempe­ra­tur. Es fühlt sich im Dunkel nun mal für die meis­ten kälter an als sonst. Auch drau­ßen. Etwas verwir­rend das Ganze, aber irgend­wie verständ­lich. Das wir sind, weil wir denken, haben wir ja mitt­ler­weile auch irgend­wie alle mal verstan­den. Ich schweife ab. Nachts ist es nämlich nicht nur kälter als drau­ßen, nachts kann man auch besser reden als drau­ßen. Dies­mal ist es die gefühlte Gebor­gen­heit, die das Dunkel gibt. Eigent­lich ja auch das voll­kom­me­ner Blöd­sinn. Die meis­ten Menschen fürch­ten sich alleine ja doch irgend­wie im Dunkel mehr als am Tage. Da gibt es aber ein Schlüs­sel­wort: „Allein.“ Im Gesprächs­kon­text ist mensch nicht allein. Deshalb wird die Furcht dann zu Nähe, Vertraut­heit, Gebor­gen­heit. Deshalb, weil man dann gemein­sam allein und sicher ist, kann man nachts besser reden. Wahr­schein­lich auch als drau­ßen. Das hatten wir ja schon.

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