meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Es gibt schließ­lich immer einen Ausweg – Teil 4

  • 8 years ago veröffentlicht
  • Erwartete Lesezeit: 01:49 min

Camden Town Market. Gerade eben noch war alles dunkel und einsam um sie herum gewe­sen. Menschen­über­füllt, aber einsam. Hier jedoch leuch­tete das Leben. Sie sahen sich an und fühl­ten, dass sie ange­kom­men waren. Endlich. Endlich wieder fühlen.

„Wir werden uns jetzt verab­schie­den müssen.“
„Ja. Wenn man Menschen zu gut kennt, wird immer alles kompli­ziert.“
„Wann glaubst du, werden wir uns wieder sehen?“
„Zu spät um nicht darüber zu schwei­gen, zu früh um nicht anzu­fan­gen zu vermis­sen.“
„Genau im rich­ti­gen Moment.“
„Wie immer. Genau im rich­ti­gen Moment.“

„Was wirst du tun?“
„Ich will den Grund für die Liebe finden.“
„Du weißt, dass es keinen Grund gibt.“
„Ich fühle aber, dass es einen geben muss. Mindes­tens einen.“

„Was wirst du tun?“
„Ich will die Menschen beob­ach­ten. Ich muss die Menschen beob­ach­ten.“
„Du kannst nicht immer nur beob­ach­ten.“
„Doch, wer die Menschen beob­ach­tet, lernt ihre klei­nen Schwä­chen kennen.“

Cleo saß stun­den­lang an eine Laterne gelehnt und beob­ach­tete. Der Trick ist, immer die eine Schwä­che zu kennen. Der Trick ist, die Schwä­che zu kennen, damit man weiß, wie man helfen kann. Sie machte sich auf die Suche nach ihrer Schwä­che, um Paul und ihr selbst zu helfen. Bald wurde ihr klar, dass sie aufhö­ren muss­ten, das Leben zu suchen, also stand sie auf um ihren Bruder zu suchen. Cleo fand ihn in einem Plat­ten­la­den, im zwei­ten Unter­ge­schoss, zwischen Unmen­gen von 7“-Singles von John und den ande­ren. Es gab keine Worte. Die Umar­mung war lang genug, um alles notwen­dige zu sagen.