meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Jetzt nicht.

  • 8 years ago veröffentlicht
  • Erwartete Lesezeit: 01:39 min

Ich liege auf der Couch und versu­che gegen meinen Kopf zu gewin­nen. Im Versu­chen war ich schon immer groß. Fast so groß, wie im nicht schaf­fen. Schei­tern, eine Lebens­form? Zumin­dest keine empfeh­lens­werte.

Nun liege ich hier seit fast vier Stun­den, nahezu regungs­los, und Du hast immer noch kein Wort gesagt. Sitzt einfach neben mir, auf dem klei­nen, schma­len Eckchen, in das du verdrängt wurdest, und wartest. Dafür bin ich dir dank­bar. Auch für die kurzen Mittei­lun­gen, welche du gele­gent­lich so leise wie möglich von meinem Handy absen­dest. „Jetzt nicht.“ steht darin, in diver­sen Varia­tio­nen.

Ab und an spüre ich, wie dein Blick über mich schweift, spüre wie Du meine stabile äußere Hülle beob­ach­test. Du siehst diese Hülle nicht. Deswe­gen darfst Du hier sein. Bei mir. Jetzt.

In diesem Augen­blick jedoch beob­ach­test du nicht. Daher merkst du auch nicht, wie sich mein Gesichts­aus­druck schlag­ar­tig verän­dert. Ich will etwas sagen. Diese Ruhe zu zerschnei­den, unsere Ruhe zu zerschnei­den schaffe ich aber nicht. Dafür bin ich zu schwach. Doch Du enttäuschst mich nicht. Du greifst sanft meine Hand und gibst mir Kraft. Kraft zu erklä­ren warum alles so kompli­ziert gewor­den ist. Kraft, die wich­ti­gen Fragen zu stel­len.

Du bist da. Du hörst zu. Du gibst nie auf, Antwor­ten zu finden.

Der Handyakku hat mitt­ler­weile seinen Geist aufge­ge­ben. Die Außen­welt ist unwich­tig. Wir müssen uns erst­mal die Welt erklä­ren.