meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Immer diese Fragen.

  • 8 years ago veröffentlicht
  • Erwartete Lesezeit: 06:39 min

Es kam ein Stöck­chen geflo­gen. Von flug­un­fä­hig. Naja, es kam wohl eher mühsam daher gewat­schelt. Wie ein Pinguin oder so. Wie dem auch sei. Acht Fragen hatte sie, Acht nicht ganz einfa­che. Ich hab mir Mühe gege­ben beim Antwor­ten:

Wie gut schätzt ihr eure Fähig­keit als Freund/in ein?

Ich kann manch­mal ziem­lich nervig sein. Ich bin auch ab und an durch­aus sehr leicht reiz­bar. Trotz­dem bin ich davon über­zeugt ein guter Zuhö­rer zu sein und warten zu können und bereit zu sein, mich mit den Proble­men meiner Freunde ausein­an­der zu setzen und zu helfen, wenn ich es kann.
Soviel zum allge­mei­nen Teil. Im Subtext steht ja da meiner Auffas­sung nach auch noch die Frage nach Freund/in in einer Bezie­hung. Da wird es noch schwie­ri­ger. Eigent­lich bin ich gerne da. Doch ich bin eben auch in gewis­ser Hinsicht Perfek­tio­nist. Das macht die ganze Sache nicht gerade einfa­cher. Ganz im Gegen­teil, es frisst von innen auf. Stän­dig zu versu­chen alles so gut wie möglich zu machen lässt in der Regel am Ende entwe­der nichts oder nur schlech­tes gesche­hen. Kurz und gut: Ich glaube ein guter Freund sein zu können, voraus­ge­setzt, man ist bereit, sich auf meine Macken einzu­las­sen.

Ohne was könn­tet ihr nicht leben?

Ohne Musik. Und ohne Bücher. Und ohne Musik in Büchern. Eigent­lich müsste hier wohl das typi­sche „ohne meine Freunde“ stehen. Doch wenn ich alles in allem betrachte sind Freunde zwar unend­lich wich­tig, doch braucht man Freunde eben immer in unter­schied­li­cher Dosie­rung. Und auch ab und an nicht unbe­dingt als Menschen. Manch­mal kann einem ein gutes Buch ein besse­rer Freund sein, als es ein echter je könnte. Manch­mal gibt es Lieder, die viel mehr Schmerz aufneh­men können, als man es Menschen zumu­ten möchte. Doch irgend­wie, irgend­wie gehö­ren ein paar Freunde schon auch zu dem dazu, ohne das ich nicht ich wäre.

Wie nah gehen euch Unglücks­nach­rich­ten (z. B. Erdbe­ben in Haiti)?

(Diese Fragen sind so kompli­ziert. Oder bin ich das?) Ich kann mich noch gut erin­nern, wie ich damals, am 11. Septem­ber 2001, vor dem Fern­se­her saß und nicht so recht wusste, was das alles zu bedeu­ten hat und warum und wieso und über­haupt alles. Das war ein einschnei­den­des Erleb­nis. Seit­dem bin ich aber schein­bar etwas „Kata­stro­phen­re­sis­tent“ gewor­den. Keines­wegs lassen mich derar­tige Ereig­nisse inzwi­schen kalt – wie könn­ten sie auch – geht es doch meist um viel zu viele unschul­dige Menschen­le­ben. Viel zu viel Leid, was häufig vorher, insbe­son­dere aber auch danach, viel zu schlecht und unzu­rei­chend wahr­ge­nom­men wird und auf das die Staa­ten­ge­meinde immer wieder mit den glei­chen offen­sicht­lich nicht wirk­sa­men Hilfs­ak­tio­nen reagiert. Es gibt nur eine Mensch­heit. Wir soll­ten lang­sam anfan­gen das einzu­se­hen.

Euer abso­lu­tes Lieb­lings­buch? Warum?

Ich habe kein abso­lu­tes Lieb­lings­buch. Es gibt einfach zu viele tolle Bücher. Die meis­ten davon habe ich aller Wahr­schein­lich­keit nach noch nicht einmal gele­sen. Aber hier war ja impli­zit nach (einem) konkre­ten Buch­ti­tel gefragt. Nun denn:


  • Christa Wolf – Kein Ort. Nirgends. Weil es die groß­ar­tigste Beschrei­bung (un)erfüll­ter Wünsche ist, die ich kenne. Weil die Worte, die Sätze, die ganze Geschichte nie wieder aus dem Kopf geht, wenn sie einmal drin ist. Weil sie so real wirkt, das ihre Fikti­vi­tät nur äußerst schwer einseh­bar ist.

  • Donna Tartt – The Secret History. (Weil.)

  • Mia Bern­stein – Erdbeer­fle­cken. Weil es schlicht und einfach wunder­schöne, verzau­bernde Kurz­ge­schich­ten sind. (Und weil.)


Enga­giert ihr euch irgend­wie (ehren­amt­lich)?

Bedingt. Ich bin inter­es­siert an fast allem und will stän­dig die Welt verän­dern, allein, es fehlt die Zeit. Häufig habe ich den Drang irgend­was zu tun, weil mich dieses oder jenes stört. Meist erstickt dieser Drang aber leider im Keim am Mangel einer Idee die mich sofort von ihrer Umsetz­bar­keit und möglichst hohen Erfolgschance über­zeugt. Wenn sich aller­dings eine Gele­gen­heit ergibt, etwas zu tun, von dem ich über­zeugt bin, dass es nicht im Winde verweht, ergreife ich diese in der Regel auch gerne.

Dein hilf­reichs­ter/bester/liebs­ter Inter­net-Account?

Jeman­den von der Sorte, den man lieber fragt, wo er noch keinen Account hat, anstatt ihn zu fragen, ob er denn bei diesem oder jenem Webdienst ange­mel­det wäre, nach seinem hilf­reichs­ten/besten/liebs­ten Inter­net-Account zu fragen ist gewagt. Sehr gewagt.

Winter oder Sommer?

Herbst oder Früh­ling. Eigent­lich. Also naja, alle Jahres­zei­ten haben so ihre guten und schö­nen Seiten und alle Jahres­zei­ten haben auch nervige, sehr unschöne Eigen­schaf­ten. Trotz­dem: Früh­ling oder Herbst. Sommer und Winter sind keine Stadt­jah­res­zei­ten.

Wie verbringt ihr Weih­nach­ten/Neujahr?

Weih­nach­ten sicher mit der Fami­lie, mal ein biss­chen Ruhe finden. Silves­ter dann wie letz­tes Jahr schon mit (hoffent­lich vielen) tollen Twit­ter-Menschen zusam­men. (Schleich­wer­bung.)

Das wars. Nun zu dem zwei­ten Teil, der zu dieser Stöck­chen­sa­che gehört. Auch wenn ich früher im Sport­un­ter­richt nie ein guter Werfer war machen wir jetzt hier Stöck­chen­weit­wurf. Mit neuen Fragen:

  1. Was beob­ach­test du zuerst, wenn du jeman­den kennen lernst?

  2. Bild­schirm­le­ser oder Ausdru­cker?

  3. Was würdest du gerne ändern?

  4. Warum?

  5. Gibt es Filme, die du aus Prin­zip nur im Kino gese­hen hast/sehen würdest?

  6. Kannst du Fragen stel­len ohne zu versu­chen sie unter­be­wusst selbst zu beant­wor­ten?

  7. Wie stehst du zu der Idee von Wiki­leaks?

  8. Welche Probleme hättest du, wenn du in deiner gewohn­ten Umge­bung für immer auf das Inter­net verzich­ten müss­test, sich sonst aber nichts ändern würde?


Und die Stöck­chen flie­gen an susea­li­as­paul, die herz­prin­zes­sin, einewiek­eine und jede(n), der fangen kann (und will).