Archive for December, 2010

Years End Blues

Dec 29 2010 Published by eFrane under Music

Weil Jahresenden trotz allem immer Spuren von Melancholie enthalten. Weil man nichts besser mit Musik begegnen kann als Melancholie.

  1. Radiohead – You and whose army?
  2. Amos Lee – All my Friends
  3. Nick Drake – Hazey Jane I
  4. Hermann van Veen – Wenn ich mir was wünschen dürfte
  5. Jack Johnson – While We Wait
  6. Ben Harper – Power of the Gospel
  7. Monsters of Folk – Temazcal
  8. Wir sind Helden – Stiller

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Das Ende

Dec 26 2010 Published by eFrane under Fiction,Prose

Hier, an dieser Kreuzung, hier haben wir gestanden, letztes Jahr, am selben Tag, ungefähr zur selben Zeit, du und ich. Damals gab es noch kein wir. Damals hast du schüchterne Blicke auf den Boden geworfen und ich versucht den Mittelpunkt der Erde in meinen Jackentaschen zu finden. Damals.

Downtown Corner at Night

Heute gibt es kein wir mehr. Heute ist es zu Ende. Zu Ende, bevor es richtig anfangen konnte, bevor wir wir sein konnten, bevor alle Chancen ihre Zeit hatten.

Wir werden uns beide unsere Fehler nicht eingestehen, wir werden beide schweigen, versuchen zu vergessen. Was jetzt folgt ist die ewige Frage, wir sehr man eine möglicherweise falsche Entscheidung bedauern kann. Und wie gut man sich einreden kann, dass es eben doch keine falsche Entscheidung war und das man sie ja auch nicht allein, sondern im Grunde gemeinsam getroffen hat.

“Es ging ja gar nicht anders.”

Das wird der bestimmende Satz sein. Wir wissen beide nur zu gut, wie dumm dieser Satz ist, doch wir wissen auch, wie gut er als Schutzschild vor der Wahrheit geeignet ist.

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Look at what the light did now

Dec 23 2010 Published by eFrane under Music

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Taste the taste I taste ’till it’s tasted
Look at what the light did now

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Auf in den Tag

Dec 17 2010 Published by eFrane under Fiction,Prose

Sechs Uhr Zweiunddreißig. Einsam schimmern die Siebensegmentanzeigen des Digitalweckers in die noch gnadenlose Dunkelheit des neuen Tages. Gemessen an der stechenden Kälte, der die den Wecker ausschaltende Hand ausgesetzt ist, während sie nach einem erfolgreichen Tastendruck die Fernbedienung sucht, möchte der Rest des Körpers gar nicht an das nun folgende denken. Musik ist das einzige, was den Rest des Körpers möglicherweise rechtzeitig dazu animiert, die wohlige Wärme des Bettes zu verlassen.

Ein kurzes klicken, noch einen Moment Ruhe, dann hat sich der Zufallswiedergabealgorithmus entschieden. Amos Lee. All My Friends.

Irgendjemand muss den Kaffee ansetzen. Das einzige mehr oder wenige wache Wesen im Haushalt zu sein bedingt leider, diese Aufgabe übernehmen zu müssen. Starbucks könnte wirklich endlich mal einen Lieferservice mit Abonnements und allem drum und dran einführen. Für diese Tage, an denen der Weg zur Kaffeemaschine nicht nur mit dem Kampf gegen erneutes einschlafen sondern auch mit dem gegen die unsägliche Kälte verbunden ist.

Radiohead. You and whose army?

Wenn die Liedabfolge nach dem Aufstehen den Tagesablauf bestimmt, wird das wohl eher einer der schlechteren Tage. Andererseits wird Melancholie nicht über, sondern unterbewertet. Außerdem ist der Kaffee gerade im fertig werden und das ist doch schon ein relativ ernst zu nehmendes Zeichen dafür, dass es zumindest kein ganz schlechter Tag werden kann.

Lykke Li. Paris Blue.

Einpacken. Zwiebelhautprinzipjunkie. Und dann noch ein paar Schals zur Dekoration, man kann nie genug Schals haben. Ein kurzer Blick auf das Thermometer suggestiert, dass mehr als ein paar Schuhe an den Füßen und mehr als eine Mütze auf dem Kopf auch durchaus eine Überlegung wert wären. Der darauf folgende Blick in den Spiegel sagt das genaue Gegenteil.

Auf in den Tag.

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Klischees sind dumm. Nicht nur weil ich das sage.

Dec 10 2010 Published by eFrane under Music

Ich bin voll das Indiekind. Wird mir zumindest ab und an gesagt. Manchmal sage ich das auch selbst, weil es gerade passt, oder aus anderen, ähnlich absurden Gründen. Eigentlich stimmt das gar nicht. Ich höre zwar gerne und viel dieser so genannten Indiependent-Musik, aber es gibt ja auch immer die anderen. Mal abgesehen davon, dass ein Großteil der hippen “Indiebands” sowieso bei einem der Majors einen Plattenvertrag hat, kann man einfach nicht ewig ununterbrochen die gleichen 7 Akkordmuster mit den gleichen 15 Gitarreneffekten und 23 Motiven hören. Denn ziemlich genau das ist Indie häufig vorwiegend: Langweilig. Langweilig, gerade weil die Bands, die Indie sein wollen sich meist so unendliche Mühe geben anders zu sein als alle anderen, dass sie genau das nicht schaffen. Dabei sollte Indie eigentlich mit einer “If they don’t like it, fuck it.”-Attitüde gemacht werden. Nennt es meinetwegen punkig, aber macht es. Und an die ganzen zwei Gitarristen, Bassist und Schlagzeuger Bands da draußen: Die Beatles gab es schon, waren gut. Könnt ihr nicht besser, nur anders.

Worauf wollte ich eigentlich hinaus? Ach ja, ich wollte eigentlich auf die Anderen hinaus. Auf die “richtigen” Majors. Wobei das ja heutzutage in der Regel sowieso alles einfach unter “Alternative” katalogisiert wird.

Man kann zum Beispiel nur bis zu einem gewissen Punkt von den Red Hot Chili Peppers fern bleiben. Oder eben von den Beatles. Oder auch von Britney Spears, Christina Aguilera und wie sie alle heißen. Das ist eben nunmal doch auch gute Musik. Gefällt zwar nicht jedem und passt auch nicht immer und manches ist auch echt Schrott, aber hey, es ist bestimmt nicht mehr Schrott dabei, als unter dem ganzen Gewusel, dass sich da Indie schimpft.

Ab und an kann man ja mal By The Way anstatt Kid A hören, wenn man Lust auf ein Meisterwerk der 00er Jahre hat. Sollte man sogar.

Lasst uns einfach Menschen sein, die Musik hören, die ihnen gefällt und nicht Musik hören, die ihnen gefällt, weil die Musik in ein bestimmtes Klischee passt, was sie gerade erfüllen möchten. (Manchmal will ich aber trotzdem gerne Indiekind sein.)

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Tränen lügen nicht

Dec 08 2010 Published by eFrane under Fiction,Prose

Tränen lügen nicht. Das wurde mir klar, als du wiederkamst, drei Jahre nachdem wir uns das letzte Mal begegneten.

Alles hat sich verändert, seitdem. Zumindest kommt es mir so vor. Vielleicht habe auch nur ich mich verändert. Oder ich bin der einsame Fels in der Brandung, der unverändert allen Widrigkeiten trotzt und alles andere ist nicht mehr so wie früher.

Du bist noch genau so wie du warst. Du versucht dich zu verstecken, hinter einer anderen Frisur, deinem “neuen Selbst”. Doch deine Augen verraten dich.

Tränen lügen nicht.

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Schreiben

Dec 01 2010 Published by eFrane under Sunshine on a rainy day

Schreiben damit es besser wird. Was besser wird ist dabei nicht von sonderlich großem Belang. Hauptsache irgendwas wird besser. Wenn man krank wäre, könnte man ja einen Arztbesuch anvisieren, damit wenigstens die Grippe besser wird. Oder was auch immer. Aber man ist ja nicht mal krank. Es ist einfach nur alles irgendwie seltsam.

Schreiben damit es anders wird. Vielleicht kann es gar nicht besser werden. Vielleicht ist das ja nur eines dieser großen Lügenmärchen, die man den Kindern immer erzählt: Irgendwann wird es besser. Früher war doch aber auch alles besser. Warum ist es dann heute nicht mal gut?

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Fünf Fragen

Dec 01 2010 Published by eFrane under Stuff

  1. Woher kennen wir uns?
  2. Können wir uns leiden?
  3. Können wir uns meiden?
  4. Weshalb fühlt sich das so unwirklich an?
  5. Warum interessiert uns das?

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