meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Das Ende

  • 8 years ago veröffentlicht
  • Erwartete Lesezeit: 01:07 min

Hier, an dieser Kreu­zung, hier haben wir gestan­den, letz­tes Jahr, am selben Tag, unge­fähr zur selben Zeit, du und ich. Damals gab es noch kein wir. Damals hast du schüch­terne Blicke auf den Boden gewor­fen und ich versucht den Mittel­punkt der Erde in meinen Jack­en­ta­schen zu finden. Damals.

Downtown Corner at Night

Heute gibt es kein wir mehr. Heute ist es zu Ende. Zu Ende, bevor es rich­tig anfan­gen konnte, bevor wir wir sein konn­ten, bevor alle Chan­cen ihre Zeit hatten.

Wir werden uns beide unsere Fehler nicht einge­ste­hen, wir werden beide schwei­gen, versu­chen zu verges­sen. Was jetzt folgt ist die ewige Frage, wir sehr man eine mögli­cher­weise falsche Entschei­dung bedau­ern kann. Und wie gut man sich einre­den kann, dass es eben doch keine falsche Entschei­dung war und das man sie ja auch nicht allein, sondern im Grunde gemein­sam getrof­fen hat.

„Es ging ja gar nicht anders.“

Das wird der bestim­mende Satz sein. Wir wissen beide nur zu gut, wie dumm dieser Satz ist, doch wir wissen auch, wie gut er als Schutz­schild vor der Wahr­heit geeig­net ist.