meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Klischees sind dumm. Nicht nur weil ich das sage.

  • 8 years ago veröffentlicht
  • Erwartete Lesezeit: 02:27 min

Ich bin voll das Indie­kind. Wird mir zumin­dest ab und an gesagt. Manch­mal sage ich das auch selbst, weil es gerade passt, oder aus ande­ren, ähnlich absur­den Grün­den. Eigent­lich stimmt das gar nicht. Ich höre zwar gerne und viel dieser so genann­ten Indie­pen­dent-Musik, aber es gibt ja auch immer die ande­ren. Mal abge­se­hen davon, dass ein Groß­teil der hippen „Indie­bands“ sowieso bei einem der Majors einen Plat­ten­ver­trag hat, kann man einfach nicht ewig unun­ter­bro­chen die glei­chen 7 Akkord­mus­ter mit den glei­chen 15 Gitar­ren­ef­fek­ten und 23 Moti­ven hören. Denn ziem­lich genau das ist Indie häufig vorwie­gend: Lang­wei­lig. Lang­wei­lig, gerade weil die Bands, die Indie sein wollen sich meist so unend­li­che Mühe geben anders zu sein als alle ande­ren, dass sie genau das nicht schaf­fen. Dabei sollte Indie eigent­lich mit einer „If they don't like it, fuck it.“-Atti­tüde gemacht werden. Nennt es meinet­we­gen punkig, aber macht es. Und an die ganzen zwei Gitar­ris­ten, Bassist und Schlag­zeu­ger Bands da drau­ßen: Die Beatles gab es schon, waren gut. Könnt ihr nicht besser, nur anders.

Worauf wollte ich eigent­lich hinaus? Ach ja, ich wollte eigent­lich auf die Ande­ren hinaus. Auf die „rich­ti­gen“ Majors. Wobei das ja heut­zu­tage in der Regel sowieso alles einfach unter „Alter­na­tive“ kata­lo­gi­siert wird.

Man kann zum Beispiel nur bis zu einem gewis­sen Punkt von den Red Hot Chili Peppers fern blei­ben. Oder eben von den Beatles. Oder auch von Brit­ney Spears, Chris­tina Agui­lera und wie sie alle heißen. Das ist eben nunmal doch auch gute Musik. Gefällt zwar nicht jedem und passt auch nicht immer und manches ist auch echt Schrott, aber hey, es ist bestimmt nicht mehr Schrott dabei, als unter dem ganzen Gewu­sel, dass sich da Indie schimpft.

Ab und an kann man ja mal By The Way anstatt Kid A hören, wenn man Lust auf ein Meis­ter­werk der 00er Jahre hat. Sollte man sogar.

Lasst uns einfach Menschen sein, die Musik hören, die ihnen gefällt und nicht Musik hören, die ihnen gefällt, weil die Musik in ein bestimm­tes Klischee passt, was sie gerade erfül­len möch­ten. (Manch­mal will ich aber trotz­dem gerne Indie­kind sein.)