meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Herz­no­ti­zen

  • 7 years ago veröffentlicht
  • Erwartete Lesezeit: 03:06 min

…eines Mädchen­her­zes

Ich habe keine Lust mehr für dumme Kerle zu schla­gen.

Tag ein Tag aus die selbe Leier. Und dieser Körper könnte sich auch endlich mal dazu bewe­gen ab und an ein paar der Schmet­ter­linge, die da so oft kommen und gehen, vom Bauch zu mir durch­zu­las­sen. Ich mag diese Tier­chen doch so sehr.

Über­haupt gehen die Schmet­ter­linge viel zu oft und viel zu schnell wieder weg. Manch­mal glaube ich, ich bin keine gute Schmet­ter­lings­hü­te­rin.

Heute am See hat mich so ein komi­scher Junge ange­lä­chelt. Er wirkte schüch­tern. Oh, hallo klei­ner Schmet­ter­ling, bleibst Du ein wenig?

Ich habe ihn wieder gese­hen. Er hat sich näher zu mir gesetzt. Das ist süß. Liebe Schmet­ter­linge, ich bin doch nur ein klei­nes Herz, geht doch auch in den Rest des Körpers, ja?

Ich werde bald flie­gen können, oder wenigs­tens schwe­ben. Wir tref­fen uns jetzt oft. Sehr oft. Ich glaube, man nennt das glück­lich sein.

Er ist da. Also hier. Also in mir. Den lass ich hier nie wieder raus. Ganz bestimmt nicht. Auch wenn das jetzt alles ein biss­chen eng gewor­den ist. Viel­leicht kann ich ja noch ein zwei Schmet­ter­ling­chens zum umzie­hen bewe­gen.

Rand­be­mer­kung: Dem Kopf da oben mal die Venen waschen. Der tickt zu kompli­ziert für meinen Geschmack.

…eines Jungen­her­zes

Warum macht der Kerl eigent­lich nie, was ich sage? Immer nur still da sitzen, Kopf­hö­rer in die Ohren und Welt abschal­ten. Nachts heult er dann wieder Pseu­do­herz­scheiße in seinen Twit­terac­count. Als ob es davon besser werden würde. Würde er mich doch nur einmal um Rat fragen. Wozu bin ich denn sonst Jungen­herz gewor­den?

Bei Gele­gen­heit mal was mit dem Bauch trin­ken gehen und ihm gratu­lie­ren. Er hat es endlich mal geschafft, den Kopf zu über­stim­men. Ich kann dieses Gerede darüber, dass Frauen so kompli­ziert seien, nicht mehr nach­voll­zie­hen, seit­dem ich in diesem Kerl hier mein Dasein friste.

Strand. See. Wasser. Sonne. Endlich mal was für mich. Wieder­holt: Danke, Bauch!

Himmel hilf. Jetzt beweg dich doch endlich zu dem süßen Mädel und sprich sie an. Oder lass mich am Besten machen.

Geht doch. War doch gar nicht so schwer, oder, Kopf? Kopf? Kopf?! (Dieser bescheu­erte Kopf. Entwe­der nicht da oder falsch konfi­gu­riert. Bei Gele­gen­heit mal eine Ladung Bret­ter ordern.)

Eis. Eis. Eis. Eis. Juchu. Sie ist nett. Sie darf hier rein. Sie mag Eis. Sie darf erst recht hier rein. Ich werde ihrem Herz gleich mal ein paar Schmet­ter­linge mit Gruß vom Bauch vorbei­schi­cken.

Pakt mit dem Bauch geschlos­sen, den Kopf vorerst nicht mehr aktiv am Gesche­hen teil­ha­ben zu lassen. Statis­tisch gese­hen wird der sich sowieso viel zu früh wieder einmi­schen.

Endlich glück­lich. Hoffent­lich kriegt dieses angeb­lich denkende Ding da oben das nicht so schnell mit.