meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Impos­si­ble Soul

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=b5o6RzwDN0w[/youtube]

And all I couldn't sing, I would say it all, my love, to you, if I could get you at all.
 

Liebe fragt nicht, Liebe ist.

Liebe Menschen, den folgen­den Text hat die wunder­bare Mimi verfasst. Danke dafür! (Und  nun genießt es!)

Es ist lange her, das erste Mal.

Das erste Mal, dass sie große Augen bei seinem Anblick bekam, das erste Mal, dass sie durch die Tür trat und sich höflich nach dem erkun­digte, was ihr klei­nes Herz zum Hüpfen brachte: Eis.

Es scheint, als wäre es erst gestern gewe­sen, als ihr das nette Fräu­lein mit dem tanzen­den Pfer­de­schwanz eine Kugel auf eine kleine Waffel steckte und sie ihr bezau­bernd lächelnd in die klei­nen Patsche­händ­chen drückte. Sie bedankte sich stets, obwohl das Funkeln in ihren Augen der Verkäu­fe­rin schon genug gewe­sen wäre.

Links neben der Tür stand das kleine Holz­bänk­chen mit Blick auf den Dorf­brun­nen. Direkt dane­ben der Müll­ei­mer und der bunte Sonnen­schirm, der sich leicht zu drehen begann, wenn es windig war.

Einmal kam sie mit zwei Buben aus dem Dorf in den klei­nen Laden. Der eine hatte einen Fußball unter den Arm geklemmt, der andere legte stolz das Geld auf die Ablage und verkün­dete, er würde sie alle einla­den. Es war das erste und letzte Mal, dass sie beide Hände vorsich­tig, ja fast schon schüch­tern, um die Waffel legte und den Kopf leicht senkte. Sie schenkte der Verkäu­fe­rin auch nicht das glück­li­che Lächeln wie sonst.

Schon am nächs­ten Tag strahlte sie dafür umso mehr.

~

Sie streicht mit der Hand über das alte Bänk­chen, dem sein Alter deut­lich anzu­se­hen ist. Die Verkäu­fe­rin trägt inzwi­schen eine modi­sche Kurz­haar­fri­sur, aber das Lächeln beherrscht sie besser wie eh und je. Sie betritt den Laden, lauscht der Türklin­gel, die ihr so vertraut ist wie keine andere, lächelt und bekommt das kleine spitze Ding in die Hand gedrückt, dass sie als große Liebe bezeich­net und ande­ren oft nur Kopf­schüt­teln beschert. Eis.

 

Es tut uns doch leid

Du wirst bald weg sein, weil mir die Kraft fehlt, „Bleib doch!“ zu sagen. Das ist wahr­schein­lich das schlimmste an der ganzen Geschichte. Ich wollte nie, dass du gehst, doch mir fehlen die Worte, dir zu sagen, wie wich­tig Du bist, wie sehr Du und niemand sonst zu mir gehörst. In einer ande­ren Zeit oder an einem ande­ren Ort würden hier jetzt viel­leicht diese berühm­ten drei Worte stehen. Eigent­lich könn­ten sie auch hier stehen, doch sie würden nicht reichen. Sie würden nie reichen. Sie haben nie gereicht.

Jetzt wäre ein guter Moment um Kett­car zu zitie­ren. Dich zu kennen bringt viele gute Momente, um Kett­car zu zitie­ren. Oft die guten und verzau­bern­den Worte, leider aber auch oft die melan­cho­li­schen und tragi­schen Geschich­ten drum herum.

Ich werd' immer für dich da sein, bist du dabei?

Wenn du nicht bleibst werde ich wahr­schein­lich der Inschrift meines iPods noch weni­ger Rech­nung tragen können. Denn „Don't look back in anger.“ ist ja nicht nur ein wunder­ba­res Lied, sondern eben auch ein eigent­lich gar nicht so schlech­ter Lebens­an­satz. Doch manch­mal kann man sich nicht mehr helfen. Manch­mal wird alles zu viel und dann sieht man zu allem Übel vor sich nichts mehr. Also muss man zurück sehen. Mit mehr oder weni­ger Groll.
Was war und ist, kommt und bleibt, es tut uns nicht leid.

Doch am Ende bleibt das Wissen, dass Du immer in meinem Kopf und noch viel länger in meinem Herzen blei­ben wirst und so schnul­zig und abge­grif­fen diese Phra­sen auch sind, sind sie hier eine dieser weni­gen Wahr­hei­ten, die so oft zu Spra­che kommen soll­ten und denen diese so selten gewährt wird.
 

Nicht mehr verlo­ren gehen

  • 6 years ago veröffentlicht
  • Ein Kommentar
  • Erwartete Lesezeit: 01:06 min

Es gibt Musik, die Stille sucht. Es gibt Stille, die nur dann funk­tio­niert, wenn vorher genau solche Musik da war. Es ist diese Musik, die man Nachts halb drei mit In-Ears auf kaltem Fuss­bo­den liegend hört. Für 30, 40, 50 Minu­ten bewegt man sich nicht. Nicht, weil man erstarrt ist, ob der Kälte, sondern einfach, weil es nicht geht. Gefes­selt von Klän­gen. Dann kommt die Stille. Und dann fühlt man. Irgend­was. Jeder etwas ande­res und niemand würde sich finden der auch nur den Ansatz einer Beschrei­bung dessen, was man dann fühlt, in Worte fassen könnte. Und doch, man fühlt.

Es gibt Dinge, die kann nur Musik mit Menschen machen. Sie zum Fühlen brin­gen, in unde­fi­nier­bare Schwe­be­zu­stände verset­zen, sich selbst nicht mehr wahr­neh­men, weder von innen, noch als abseits lauern­der Beob­ach­ter.

Wenn Du diese Musik gefun­den hast, die das für dich kann, kannst Du nicht mehr wirk­lich verlo­ren gehen in deinem Leben.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=CkFRk­qBAFYk&feature=rela­ted[/youtube]