Archive for June, 2011
Liebe fragt nicht, Liebe ist.
Liebe Menschen, den folgenden Text hat die wunderbare Mimi verfasst. Danke dafür! (Und nun genießt es!)
Es ist lange her, das erste Mal.
Das erste Mal, dass sie große Augen bei seinem Anblick bekam, das erste Mal, dass sie durch die Tür trat und sich höflich nach dem erkundigte, was ihr kleines Herz zum Hüpfen brachte: Eis.
Es scheint, als wäre es erst gestern gewesen, als ihr das nette Fräulein mit dem tanzenden Pferdeschwanz eine Kugel auf eine kleine Waffel steckte und sie ihr bezaubernd lächelnd in die kleinen Patschehändchen drückte. Sie bedankte sich stets, obwohl das Funkeln in ihren Augen der Verkäuferin schon genug gewesen wäre.
Links neben der Tür stand das kleine Holzbänkchen mit Blick auf den Dorfbrunnen. Direkt daneben der Mülleimer und der bunte Sonnenschirm, der sich leicht zu drehen begann, wenn es windig war.
Einmal kam sie mit zwei Buben aus dem Dorf in den kleinen Laden. Der eine hatte einen Fußball unter den Arm geklemmt, der andere legte stolz das Geld auf die Ablage und verkündete, er würde sie alle einladen. Es war das erste und letzte Mal, dass sie beide Hände vorsichtig, ja fast schon schüchtern, um die Waffel legte und den Kopf leicht senkte. Sie schenkte der Verkäuferin auch nicht das glückliche Lächeln wie sonst.
Schon am nächsten Tag strahlte sie dafür umso mehr.
~
Sie streicht mit der Hand über das alte Bänkchen, dem sein Alter deutlich anzusehen ist. Die Verkäuferin trägt inzwischen eine modische Kurzhaarfrisur, aber das Lächeln beherrscht sie besser wie eh und je. Sie betritt den Laden, lauscht der Türklingel, die ihr so vertraut ist wie keine andere, lächelt und bekommt das kleine spitze Ding in die Hand gedrückt, dass sie als große Liebe bezeichnet und anderen oft nur Kopfschütteln beschert. Eis.
Es tut uns doch leid
Du wirst bald weg sein, weil mir die Kraft fehlt, “Bleib doch!” zu sagen. Das ist wahrscheinlich das schlimmste an der ganzen Geschichte. Ich wollte nie, dass du gehst, doch mir fehlen die Worte, dir zu sagen, wie wichtig Du bist, wie sehr Du und niemand sonst zu mir gehörst. In einer anderen Zeit oder an einem anderen Ort würden hier jetzt vielleicht diese berühmten drei Worte stehen. Eigentlich könnten sie auch hier stehen, doch sie würden nicht reichen. Sie würden nie reichen. Sie haben nie gereicht.
Jetzt wäre ein guter Moment um Kettcar zu zitieren. Dich zu kennen bringt viele gute Momente, um Kettcar zu zitieren. Oft die guten und verzaubernden Worte, leider aber auch oft die melancholischen und tragischen Geschichten drum herum.
Ich werd’ immer für dich da sein, bist du dabei?
Wenn du nicht bleibst werde ich wahrscheinlich der Inschrift meines iPods noch weniger Rechnung tragen können. Denn “Don’t look back in anger.” ist ja nicht nur ein wunderbares Lied, sondern eben auch ein eigentlich gar nicht so schlechter Lebensansatz. Doch manchmal kann man sich nicht mehr helfen. Manchmal wird alles zu viel und dann sieht man zu allem Übel vor sich nichts mehr. Also muss man zurück sehen. Mit mehr oder weniger Groll.
Was war und ist, kommt und bleibt, es tut uns nicht leid.
Doch am Ende bleibt das Wissen, dass Du immer in meinem Kopf und noch viel länger in meinem Herzen bleiben wirst und so schnulzig und abgegriffen diese Phrasen auch sind, sind sie hier eine dieser wenigen Wahrheiten, die so oft zu Sprache kommen sollten und denen diese so selten gewährt wird.
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Nicht mehr verloren gehen
Es gibt Musik, die Stille sucht. Es gibt Stille, die nur dann funktioniert, wenn vorher genau solche Musik da war. Es ist diese Musik, die man Nachts halb drei mit In-Ears auf kaltem Fussboden liegend hört. Für 30, 40, 50 Minuten bewegt man sich nicht. Nicht, weil man erstarrt ist, ob der Kälte, sondern einfach, weil es nicht geht. Gefesselt von Klängen. Dann kommt die Stille. Und dann fühlt man. Irgendwas. Jeder etwas anderes und niemand würde sich finden der auch nur den Ansatz einer Beschreibung dessen, was man dann fühlt, in Worte fassen könnte. Und doch, man fühlt.
Es gibt Dinge, die kann nur Musik mit Menschen machen. Sie zum Fühlen bringen, in undefinierbare Schwebezustände versetzen, sich selbst nicht mehr wahrnehmen, weder von innen, noch als abseits lauernder Beobachter.
Wenn Du diese Musik gefunden hast, die das für dich kann, kannst Du nicht mehr wirklich verloren gehen in deinem Leben.
