meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Liebe fragt nicht, Liebe ist.

Liebe Menschen, den folgen­den Text hat die wunder­bare Mimi verfasst. Danke dafür! (Und  nun genießt es!)

Es ist lange her, das erste Mal.

Das erste Mal, dass sie große Augen bei seinem Anblick bekam, das erste Mal, dass sie durch die Tür trat und sich höflich nach dem erkun­digte, was ihr klei­nes Herz zum Hüpfen brachte: Eis.

Es scheint, als wäre es erst gestern gewe­sen, als ihr das nette Fräu­lein mit dem tanzen­den Pfer­de­schwanz eine Kugel auf eine kleine Waffel steckte und sie ihr bezau­bernd lächelnd in die klei­nen Patsche­händ­chen drückte. Sie bedankte sich stets, obwohl das Funkeln in ihren Augen der Verkäu­fe­rin schon genug gewe­sen wäre.

Links neben der Tür stand das kleine Holz­bänk­chen mit Blick auf den Dorf­brun­nen. Direkt dane­ben der Müll­ei­mer und der bunte Sonnen­schirm, der sich leicht zu drehen begann, wenn es windig war.

Einmal kam sie mit zwei Buben aus dem Dorf in den klei­nen Laden. Der eine hatte einen Fußball unter den Arm geklemmt, der andere legte stolz das Geld auf die Ablage und verkün­dete, er würde sie alle einla­den. Es war das erste und letzte Mal, dass sie beide Hände vorsich­tig, ja fast schon schüch­tern, um die Waffel legte und den Kopf leicht senkte. Sie schenkte der Verkäu­fe­rin auch nicht das glück­li­che Lächeln wie sonst.

Schon am nächs­ten Tag strahlte sie dafür umso mehr.

~

Sie streicht mit der Hand über das alte Bänk­chen, dem sein Alter deut­lich anzu­se­hen ist. Die Verkäu­fe­rin trägt inzwi­schen eine modi­sche Kurz­haar­fri­sur, aber das Lächeln beherrscht sie besser wie eh und je. Sie betritt den Laden, lauscht der Türklin­gel, die ihr so vertraut ist wie keine andere, lächelt und bekommt das kleine spitze Ding in die Hand gedrückt, dass sie als große Liebe bezeich­net und ande­ren oft nur Kopf­schüt­teln beschert. Eis.

 

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