meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Only the good die young

Es gibt Situa­tio­nen, in denen man nicht wirk­lich sprach­los, sondern eher inner­lich so sehr aufge­wühlt ist, dass es schwer fällt einen klaren Gedan­ken zu fassen. Gerade eben las ich auf Face­book „Eine Schwei­ge­mi­nute für Amy Wine­house“. Wie das so ist, wenn man quasi im Inter­net groß gewor­den ist, fragte ich kurzer­hand Google, auch wenn etwas in mir drin schon ahnte, was ich dann sehen würde, war und bin ich durch die Nach­richt gelinde gesagt zerrüt­tet.

Amy Wine­house war eine der großen. Da braucht es gar nicht viele Worte für, und falls doch, bin ich sicher nicht derje­nige, der sie finden oder ausspre­chen kann.

Es gibt in diesem Zusam­men­hang, wie auch in dem ande­rer aktu­el­ler Ereig­nisse, eine Seite an all diesen sonst oft sehr wunder­ba­ren sozia­len Netz­wer­ken, die ich nicht mag. Es ist immer, wie ein Stich mit dem Messer. Tausende und aber­tau­sende Menschen denken, sie würden am Besten in Worte fassen können, was keiner in Worte fassen kann oder müss­ten noch diese oder jene neue schreck­li­che Erkennt­nis beitra­gen oder, auch höchst beliebt, wie immer mehr als nur zu früh anfan­gen, grau­en­voll flache Witze über tragi­sche Ereig­nisse zu machen. Wir können nicht ändern, was passiert, aber wir können wenigs­tens versu­chen uns ange­mes­sen zu verhal­ten. Zu dieser Ange­mes­sen­heit gehört in funda­men­ta­ler Weise, dass man keine Witze macht, wenn Menschen ihr Leben lassen muss­ten. Ich will damit nicht sagen, dass man immer trau­ernd da sitzen sollte und den ganzen Tag nur „Ach, wie schlimm doch alles ist auf der Welt“ jammert. Ganz bestimmt nicht. Das ändert nichts. Doch für manche wäre schon das ein Fort­schritt.

All diese tollen Sätze, die tagein tagaus durch die Time­line wandern, all diese Verspre­chen an eine bessere Welt, wollen wir die nicht lang­sam mal einlö­sen und die Welt die wir haben als Ausgangs­punkt für eine Zukunft nehmen, in der solche Atten­tate, wie die in Norwe­gen nicht nicht passie­ren werden, weil das Über­wa­chungs­kon­zept des Systems sie verhin­dert, sondern nicht passie­ren werden, weil die Menschen zufrie­den mit ihrer Situa­tion sind, weil sie keinen Grund haben. Aber bis wir auch nur nahe an den Punkt kommen, ab dem sich etwas ändern könnte, werden wohl leider noch viele „Das gefällt mir“ und noch viel mehr sinn­lose Phra­sen und unqua­li­fi­zierte Kommen­tare wie zu Else Busch­heuers Auslö­ser­mit­tei­lung für diesen Text hier über die Nach­rich­ten­kanäle der schö­nen neuen Medien laufen.

Face­book-Else-Busch­heuer-Amy-Wine­house

 

Music, medio­cri­ties!

  • 5 years ago veröffentlicht
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Kann man ohne Serien leben?

  • 5 years ago veröffentlicht
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  • Erwartete Lesezeit: 08:24 min

Ich weiß nicht mehr genau, welche Frage ich Fee gestellt habe, als ich sie um einen Gast­bei­trag bat, aber sie ging in die Rich­tung des Post­ti­tels. Für mich selbst würde als Antwort ein mehr als deut­li­ches „Nein!“ folgen, doch um mich geht es nicht. Also, hier, ein Text über Serien und warum sie das Leben verän­dern können:

Kennt ihr das Gefühl, etwas abso­lut und bedin­gungs­los zu wollen? Das Gefühl etwas zum Leben zu brau­chen? Wenn alles, was einen beru­hi­gen kann, diese Sache ist? Wenn man so glück­lich ist wie nie zuvor, wenn man es hat? Das Gefühl, nur durch seine Anwe­sen­heit voll­stän­dig zu sein und jetzt erst zu wissen, was solange gefehlt hat?

Wenn ihr seid wie ich, dann… habt ihr an eure Lieb­lings­se­rie gedacht.

Ich habe den Ruf als Fangirl dank Twit­ter weg – und ich finde es herr­lich!

Doch darum geht es hier gar nicht, hier geht es darum, was es bedeu­tet, so viel von einer Serie zu bekom­men, dass man seine Dank­bar­keit nur schwer in Worte fassen kann. Doch ich muss es einfach versu­chen. Über was sonst könnte ich einen Gast­bei­trag verfas­sen?

Und weil ich diesem Beitrag ja einen profes­sio­nel­len Charak­ter einhau­chen will, werde ich es ein biss­chen struk­tu­rie­ren, sonst würde ich vermut­lich nur wild durch­ein­an­der plap­pern… (Seri­en­jun­kies fällt es oft sehr schwer, sich im Moment des Fangir­lens eloquent auszu­drücken.)

Es folgen die Dinge, für die ich als Seri­en­jun­kie dank­bar bin.

1.) Die Charak­tere.

Ich kann mit voller Ernst­haf­tig­keit und Über­zeu­gung sagen, dass gewisse Seri­en­cha­rak­tere mein Leben geret­tet und entschei­dend beein­flusst haben. Dass ich dank ihnen bin, wer ich bin.

Man lernt sie lieben für das, was sie nicht sind. Das klas­si­sche Mitfie­bern verab­schie­det sich unter einem Nebel von boden­lo­ser Liebe und abar­ti­ger Fan-Hyste­rie. Es sind Figu­ren, bei denen du dich siche­rer fühlst, als jemals zuvor, die dich zum lachen brin­gen, so viel öfter zum heulen, die mit einem einzi­gen Satz dein Leben verän­dern, in denen du dich bis ins kleinste Detail wieder findest, die ein Vorbild sind und dich beglei­ten. Es ist nicht nur so, dass man sie mag. Man muss wissen, dass es ihnen gut geht, dass sie ihr Glück finden. Es ist, als würde man sich eine kleine, eigene Fami­lie aufbauen.

Das wohl beste Beispiel hier­für ist Peyton Sawyer aus der Serie One Tree Hill (zumin­dest bis Staf­fel 4 unein­ge­schränkte Empfeh­lung). (Aber auch neben Peyton gibt es Dutzend Charak­tere, die mich geformt haben.) Sie ist ziem­lich verkorkst. Und sie liebt Musik. Das reichte mir schon, um sie erst mal zu vereh­ren. Doch sie ist mehr als das.

Peyton hat mir gezeigt, dass ich mich bewusst dafür entschei­den muss, stark zu sein, dass am Ende alles gut wird und dass ich es verdient habe, glück­lich zu sein. Peyton hat mir gezeigt, dass alles gut ist, solange ich die Dinge beschütze, die ich liebe, die Kunst, meine Freunde, sie hat mir gezeigt, dass Inte­gri­tät alles ist, worauf es letzt­end­lich ankommt. (Und vor allem letz­te­res werde ich niemals wieder verges­sen.)

Und wer wäre ich ohne all diese Erkennt­nisse? Das ist das wert­volle. Wer wäre ich ohne all die Weis­hei­ten von Seth Cohen, Char­lie Pace, Claire Fisher, Lane Kim, Cassie Ains­worth oder Kurt Hummel? Und alle ande­ren. Diese Menschen haben mir Werte vermit­telt. Träume geschenkt. Die besten Erin­ne­run­gen gemacht. Mein Herz geöff­net (und manch­mal heraus­ge­ris­sen). Mir Dinge beige­bracht, die essen­ti­ell sind.

Diese Menschen sind meine Freunde. (Bei diesem Satz musste ich selbst etwas kichern und an John Locke aus Lost denken, der sein erbärm­li­ches Leben verflucht. Aber ich bin stolz auf meinen Wahn­sinn.) Ja, sie sind wie imagi­näre Freunde, mit dem klei­nen Unter­schied, dass sie andere auch sehen können…

2.) Das Fandom.

Ein Fandom ist eine Fange­meinde. (Als ob man damit annä­hernd beschrei­ben könnte, was es wirk­lich ist…)

Das erste Mal, dass ich wirk­lich spürte, dass da drau­ßen Menschen sind, denen es geht wie mir, war, als ich begann, Glee zu schauen. (Diese Entschei­dung hat mein ganzes Leben verän­dert.)

Ich war also inner­halb weni­ger Minu­ten ein Fan (das geht bei mir schnell) und… da waren sie, Millio­nen von Menschen, die waren wie ich! Die ihre Tage und Nächte damit verbrach­ten, die wunder­volls­ten Grafi­ken für verschie­dene Ships zu erstel­len (ein Ship ist eine Seri­enpär­chen), die die Musik rauf und runter hörten und 30€ für Glee-Tassen ließen. Genau wie ich. Und ich liebe sie alle über die Maßen. Das gute an einem Fandom ist, dass man immer jeman­den findet, der es genauso sieht wie man selbst. Das schweißt zusam­men. Ernst­haft! Ich sage bloß: „I judge people by whom they ship!“ – das ist so wahr.

Ein Fandom zu haben, ist, als würde man immer nach­hause kommen können. (Was auch für die Serie allein gilt. Und so kitschig ist, wie es klingt. Und ebenso wunder­voll.) Wenn nichts mehr geht, dann lese ich eben dämli­che FanFic­ti­ons, dann reblogge ich wie beses­sen Glee-Content, dann schaue ich Fan-Videos auf Youtube. Berei­che­rung. Ein Fandom zu haben, bedeu­tet, niemals allein zu sein. Da ist immer einer. Man kann all seine Gedan­ken und Gefühle loswer­den, muss keine Nicht-Fan-Freunde zu Tode quat­schen. Ich habe eine Menge toller Menschen auf diesem Weg (besser) kennen­ge­lernt. (Ach, danke Alex, danke Kris, danke Pauli. Danke an alle.)

3.) Der Cast.

Der Cast sind die Schau­spie­ler. Es wäre ganz schön trau­rig, wenn das alles wäre. Aber das ist es nicht. Die Menschen hinter der Rolle haben in den aller­meis­ten Fällen eine Verant­wor­tung für ihre Fans. Und das ist so wunder­bar. Denn der eigent­li­che, größte Dank gebührt ihnen, dass sie unsere Lieb­ling­s­cha­rak­tere zum Leben erwe­cken und zu dem machen, was sie sind.

Ich weiß nicht, ob ich das noch zu erwäh­nen brau­che, aber ich liebe Chris Colfer. Er spielt Kurt Hummel in der Serie Glee. Und er ist eine der beein­dru­ckends­ten Perso­nen, die ich je aus der Ferne ange­be­tet habe. (Und das waren und sind eine Menge.) Ihm verdanke ich eine Menge. Seiner Klug­heit, seinem Humor und seiner Art, den Dingen zu begeg­nen – und all dies gelingt ihm auf eine so liebens­werte Weise, dass es mir fast das Herz bricht. Er ist so unwirk­lich manch­mal. Chris Colfer ist engels­gleich, hat Lauren Lopez mal getwit­tert. She is so damn right. Und ich habe ihn wirk­lich ziem­lich lieb. (Das beschreibt es nicht mal annä­hernd, aber okay…)
Jeden Schau­spie­ler, den ich einfach nur dafür liebe, dass er eine Figur spielt, die mir irgend­wie gehol­fen hat, zurecht zu kommen, aufzu­zäh­len, würde keinen Sinn machen. Was wirk­lich zählt ist, das glaube ich zumin­dest, dass diese Menschen irgend­wie wissen, dass sie nicht nur für ihre Rolle geliebt werden, sondern für sehr lustige Inter­views, unglaub­li­che Zitate und groß­ar­ti­ges Enga­ge­ment.
Der Cast einer Serie kann und sollte ein Abbild sein, dass einem Menschen schenkt, die einem über die Gren­zen der Fiktion die Hand reichen. Und dass das so oft hinhaut, ist ein klei­nes Wunder.

Doch im Grunde kann kein einzi­ges Wort beschrei­ben, was es bedeu­tet, diese Menschen, eine Serie, wirk­lich zu lieben. Liebe im Sinne des Wortes. Ich weiß, ich habe es versucht, aber nicht das Gefühl, es sei mir gelun­gen… Manch­mal kann man ein Gefühl dann doch nur zum Ausdruck brin­gen, in dem man krei­schend in seinem Zimmer auf und ab hüpft und „KLAINE!“ brüllt, bis man heiser ist. Wenn jemand das nach­voll­zie­hen kann, dann sind alle andere Worte unnö­tig.

Ich bin einfach nur sehr dank­bar für alles, was ich dank der Serien bekom­men habe. Das ist alles, was wirk­lich zu sagen bleibt.

 

Wünsche

Irgend­wann schrieb ich einmal, man sollte immer ein paar voll­kom­men aus der Luft gegrif­fene Wünsche parat haben. Weil es genau darum geht im Leben: Wünsche zu haben. Wer keine Wünsche mehr hat, hat auch keine schö­nen Träume mehr, also blei­ben nur noch die schlech­ten, zermal­men­den übrig und ehe man sich versieht läuft man Orpheus hinter­her. Auf dem Hinweg.
Doch was sind das für Wünsche, die man so haben kann, die diesem doch recht anspruchs­vol­len Attri­but des voll­kom­men aus der Luft gegrif­fen seins gerecht werden? Manch­mal reicht da schon ein einfa­ches „Wie schön das wäre, wenn Du jetzt hier wärst.“
(Ja, Du.)

 

When we are older, can I still come over?

When we are older, can I still come over?