meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Nur gesta­pelte Gedan­ken

  • 7 years ago veröffentlicht
  • Erwartete Lesezeit: 02:07 min

An manchen Tagen geht einfach zu viel zwischen den Zeilen verlo­ren. An ande­ren Tagen steht dort zu viel. Eigent­lich wäre in beiden Fällen alles gut, wenn da nicht immer so viele Frage­zei­chen übrig blei­ben würden. Und dazu dann der ewige Drang, alles analy­sie­ren zu müssen. Den Kopf einfach nicht ausschal­ten können. Nicht einmal für ein paar Sekun­den. Selten ist die Grenze zwischen Gedan­ken­welt und Wirk­lich­keit so verwa­schen, wie in ster­nen­kla­ren Näch­ten. Selten sind Sommer so bewölkt, wie dieser. Die Gedan­ken sind nicht frei. Im Kopf, ja. Aber irgend­wann müssen sie doch dort auch mal raus. Im Ange­sicht der verzwick­ten Lage wäre es sicher ratsam, aufzu­hö­ren, darüber nach­zu­den­ken, weni­ger nach­zu­den­ken.

Zwischen den zermürb­ten, zu oft wieder­ge­käu­ten Gedan­ken quälen sich fort­wäh­rend Radio­head und Suede durch den Kopf. Immer mit einer unver­kenn­ba­ren Prise Zynis­mus. Die Musik­wie­der­ga­be­ge­räte werden nicht mehr benö­tigt, denn die Musik ist schon so tief in den Körper gedrun­gen, dass jede äußere Einwir­kung dersel­ben mehr als zweck­los, ja sogar in vieler Hinsicht schäd­lich, gewor­den ist. Es wäre aber trotz­dem eine Über­le­gung wert, die Klage­stim­men anzu­schal­ten und mit ihnen gemein­sam das Plagende, Trei­bende, Pochende aus dem Körper zu trei­ben.

Es gibt schon zu viele Bücher, Filme, Lieder über dieses Thema. Es gibt schon zu viele trau­rige Menschen. Es gibt schon zu viele gute Gründe, in diesem Zustand zu sein. Hier gibt es keinen. Hier gibt es kein Setting, kein Plot, keine epische Geschichte, die das alles erfor­dert. Hier gibt es nur gesta­pelte Gedan­ken, denen ein unsicht­ba­rer Käfig über­ge­stülpt wurde.

(People just don’t really talk anymore, do they?)