meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Status Quo

  • 7 years ago veröffentlicht
  • Erwartete Lesezeit: 01:47 min

Viel zu lange in der Phan­ta­sie leben, dass am Ende alles gut werden wird, lässt am Ende tatsäch­lich eine ganze Menge ziem­lich gut werden. Nun ist es zwar so, dass fast nichts jemals wirk­lich gut ist – aber im Grunde liegt dies ja nur an diesem ewig trei­ben­den „perfekt“, was so drohend nah an wirk­lich gut liegt – aber dennoch gibt es ab und an im Leben Situa­tio­nen, die Anker­punkte sind. Momente, in denen man seinen ganz persön­li­chen Status Quo ein paar Meter auf der Zeitachse des Lebens weiter nach vorne schie­ben kann. Genau das sind aber auch die Momente des Aufbruchs. Das Verschie­ben ist ja quasi der Save Point im Real Life. Danach kann man etwas auspro­bie­ren, sich mal wieder etwas weiter nach vorne lehnen – ist schließ­lich auch gar nicht so gut für so einen Körper, immer nur in Ruhe zu verhar­ren. Nein. Man muss etwas tun. Am besten ganz oft ganz viele neue Heraus­for­de­run­gen anneh­men. Mögli­cher­weise schafft man dann diese oder jene nicht. Viel­leicht steht man sogar mehr­fach drei Meter atem­los vor der Ziel­ge­rade und kommt einfach nicht mehr weiter. In diesen Zeiten ist es dann wich­tig, dass man seinen Status Quo nicht zu weit hinten liegen gelas­sen hat, denn je weiter man zurück muss, umso mehr geht dabei verlo­ren. Unwei­ger­lich.

Hermann Hesse hat einmal gesagt, das Leben eines Menschen glie­dere sich in verschie­den­ar­tige Stufen, von denen jede einzelne nicht ohne die ande­ren sein könne. Ich glaube, es ist von äußers­ter Wich­tig­keit, jeder­zeit zu wissen, auf welcher Stufe man gerade steht, und – noch unver­gleich­lich viel wich­ti­ger – wie hoch man sich seine Treppe bauen möchte.