meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Im Moment

  • 7 years ago veröffentlicht
  • Erwartete Lesezeit: 01:57 min

Einen Schritt zu weit gehen und dann einfach fallen lassen und nicht zum Rand der Klippe zurück blicken, dich noch sehen, in Gedan­ken, oben stehend, in Panik herab in die Tiefe schau­end. Zögernd. Würdest du hinter­her sprin­gen, wenn ich deine große Liebe wäre?

Es gibt Fragen, die sollte man sich nicht stel­len. Erst recht nicht mitten in der Nacht in einem zu leeren Zimmer in einer zu leeren Wohnung in einer zu wachen Straße in einer just in diesem Moment zu lauten Stadt. Dass es nie ruhig ist und im Grunde auch keine Fels­klip­pen gibt, von denen man sprin­gen könnte, ist ein entschei­den­der Vorteil guter Städte. Ruhe ist sowieso oft sehr gefähr­lich. Wenn es zu ruhig ist, kommt man viel zu schnell auf die abso­lut törichte Idee, über das eigene Leben nach­zu­den­ken. Dann wendet man alle mögli­chen nie geschrie­be­nen und noch viel mehr unge­sagte Worte und Sätze in Herz und Kopf umher, in der schnell schwin­den­den Hoff­nung, das alles könnte doch noch irgend­wie repa­ra­bel sein. Aber es ist nicht repa­ra­bel. Nicht nur nicht dies­mal. Nie.

Wenn die Vergan­gen­heit verän­der­bar wäre wäre die Zukunft nicht lebbar. Ja, sogar die Gegen­wart wäre bestän­dig nur ein Schat­ten ihrer selbst, unun­ter­bro­chen im Wandel durch die in unse­ren Augen unbe­ding­ter­weise nie perfekte Vergan­gen­heit. Warum es nie perfekt sein kann? Man könnte jetzt hoch­wis­sen­schaft­lich werden und Gödel anfüh­ren oder den Ener­gie­er­hal­tungs­satz. Oder schlicht und einfach anmer­ken, dass Perfek­tion in Momen­ten lebt, in diesen jedoch unsterb­lich ist.

Ich brau­che nicht zurück­se­hen. Du bist hinter­her gesprun­gen. Für den perfek­ten Moment.