Archive for January, 2012
Alaskanisierung, die
Alaskanisierung, die:
Fortwährend mehr Bücher der eigenen Sammlung hinzufügen, als man jemals in einem Leben lesen kann.
Über Freiheit
Ich möchte frei sein.
Dieser kurze Satz würde an und für sich reichen, um im groben die halbe Menschheitsgeschichte zusammenzufassen.
Ich möchte frei sein.
In meinem Lateinunterricht lernte ich das wunderschöne Verb vacare kennen. Frei sein von etwas. Doch von was? Vom unmittelbaren, persönlichen Umfeld, von Sorgen jeglicher Art oder vom Glauben an das Gute im Menschen?
Ich möchte frei sein.
Gut und richtig frei. Man kann ja auch falsch frei sein. Das nennt man dann meist große Errungenschaft der Menschheit und das hat meist sehr viel mit Ansichten älterer Herren zu tun. Leider.
Stop. Zurückspulen. Bis zum Anschlag des Bandanlaufstückes. Klack. Erneute Wiedergabe.
Ich möchte frei sein.
Diese vier Worte könnten mein Leben mehr als zwei Mal um 180 Grad drehen, wenn die Menschheit nicht so unfassbar intelligent gewesen wäre, den Konjunktiv zu erfinden.
Ich möchte frei sein.
Freiheit. Eines der großen Ideale, sowohl in der Kunst als auch in Politik und Gesellschaft. Und doch auch: Freiheit, reine Einbildung?
Ich möchte frei sein.
Doch bin ich weniger frei, wenn ich nicht auch manchmal nicht frei sein will?
Ich möchte frei sein, gut und richtig frei, verantwortungsvoll, wissend, was Freiheit bedeutet, ständig in dem Bewusstsein, dass es kein zurück mehr gibt, wenn der Kampf für Freiheit einmal begonnen hat. Denn ein Kampf ist es, immer.
Frei sein wollen ist bestimmt nobel, aber eigentlich, eigentlich möchte ich nur leben.
Doch, wie lebt man?
Ashy Birthday
Hallo awesomes Mensch!
Ich drücke Dich, ganz fest, ganz fest. Ich glaube nämlich an Feen und daran, dass Du eine bist. Zumindest stelle ich mir Feen so vor, wie Dich. Immer für alle da, immer stark und immer noch ein paar zynische Worte auf den Lippen.
Flieg heute mal ein paar extra Loopings für Dich, schau Dir an, was Du alles schon großartiges vollbracht hast und vor allem: lass Dich feiern!
I would have every young woman of your condition in life acquainted with the manners and amusements of London.
Jane Austen – Sense and Sensibility
Kunst ist leise
Gute Musik muss nicht laut sein, nur weil sie live gespielt wird. Stellen Bands wie Broken Social Scene oder Lambchop bei Bedarf auch eindrucksvoll unter Beweis.
Leider ist das nicht die öffentliche Meinung. Die öffentliche Meinung ist, dass Musik laut sein muss, wenn sie live gespielt wird. Was natürlich auch heißt, dass ein Künstler live so dermaßen betrunken sein kann, dass es nichts macht, wenn er zwanzig mal daneben haut, weil es ja eh so laut ist, dass man die Fehler nicht mehr hört. Kunst ist das nicht mehr. Und im Grunde habe ich auch keinen Respekt vor Menschen, die ihre Musik, in die nach meinem Kunst- und Musikverständnis ihr Herzblut geflossen ist, so derart verhunzt darbieten.
Kunst ist leise. Wahre Kunst berührt ohne zu berühren, hinterlässt Eindrücke ohne zu bleiben und ist doch ewig. Wahre Kunst spürt man in einem Moment, das ist so ähnlich, wie wenn Leute sagen, es sei Liebe auf den ersten Blick. Nur anders. Denn der Moment, in dem man Kunst spürt, ist in sich eine Ewigkeit. Der Moment, in dem man berührt wird, verändert alles. Immer wieder. Und doch ist er immer genauso greifbar wie unfassbar fern. Nicht haltbar, aber spürbar. Leise eben. Nicht laut.

