meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Einheits­ge­dan­ken­mar­me­lade

Sie klatsch­ten sich Herzen an die Stirn, weil sie es nicht anders gelernt haben. Sie wissen nicht, warum das keine Liebe ist. Sie schrei­ben Tage­buchein­träge epischen Inhal­tes, weil man ihnen sagte, dass Schrei­ben hilft. Sie wissen nicht, warum Schrei­ben erst hilft, wenn man darüber redet.
Plati­tü­den­zwang. Einheits­ge­dan­ken­mar­me­lade. Wir sind doch alle nur trau­rige, verlo­rene Seelen ohne Zukunft.

 

Wenn man wort­los ist

„Sag, was sagt man zu einem Menschen, dem man nichts mehr zu sagen hat?“

„Viel­leicht muss man nichts sagen, sondern einfach einmal schwei­gen. Oder meinst Du, es muss etwas gesagt werden?“

„Wenn der Zwang, zu reden, ohne etwas zu sagen zu haben, besteht, muss man doch etwas sagen, oder?“

„Ich würde dir ja 'dann rede, aber sag nichts' raten, aber das bringt dich nicht weiter, fürchte ich.“

„Das Problem ist, ich kann nicht. Ich würde gerne reden, ohne etwas zu sagen, aber es geht nicht, da ist einfach nichts. Keine Worte, nicht einmal mehr wirk­lich Wörter.“

„Du? Ich finde, Du soll­test nicht in der Nähe dieses Menschen sein.“

„Das ist mir ja bewusst, nur geht es um einen Menschen, der mir sehr wich­tig ist und zumin­dest auf Grund von Erin­ne­run­gen auch immer noch ganz tief bei meinen Herz­men­schen veran­kert ist.“

(Danke, farben­ma­ed­chen.)

 

Teetas­sen­um­schlie­ßen

  • 4 years ago veröffentlicht
  • Ein Kommentar
  • Erwartete Lesezeit: 01:01 min

Die Mulde zwischen Leere und Einsam­keit befin­det sich in etwa zwei Zenti­me­ter vom Heizungs­reg­ler entfernt. Das Lochrif­felblech auf der Heizung kommt seiner Haupt­be­schäf­ti­gung, mir zu demons­trie­ren, wie schmal die Wege sind, die am Rand­ge­biet wohli­ger Wärme liegen, entmu­ti­gend effek­tiv nach. Irgendwo im Grenz­be­reich zum cine­ma­tesk über­weich gezeich­ne­ten Hinter­grund blinkt eine Digi­tal­uhr. 0:00. Aus. 0:00. Aus. Die Minu­ten zählt sie nur vor, behal­ten muss ich sie selbst. Ich versu­che, mich zu sammeln. Meine Nase versucht während der Ewig­keit, mir von dem neben­ste­hen­den Tee zu erzäh­len. Jetzt höre ich hin. Teetas­sen­um­schlie­ßen gehört zu den beru­hi­gends­ten Tätig­kei­ten für Hände. Wenn die Tasse leer ist, beschließe ich, rufe ich dich an.

 

Birth of a Book

(ohne Worte. Dafür mit sehr viel Liebe.)

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