meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Es ist nicht immer Fiktion

Es ist nicht immer Fiktion. Es ist immer Leben. Manch­mal ist es ausge­dacht.

Manch­mal ist es nur ein biss­chen erwei­tert oder abge­schnit­ten, immer jedoch unter der Obhut des Fikti­ons­pa­vil­lons. Doch die meis­ten Pavil­lons beste­hen aus Glas oder einem ande­ren mehr oder minder trans­pa­ren­tem Mate­rial. Das ist gut, man möchte sich darun­ter ja nur vor Widrig­kei­ten schüt­zen und nichts vollends verste­cken. Ganz im Gegen­teil.

Es ist nie Fiktion. Dafür aber manch­mal alles, was ich von der Wahr­heit weiß.

 

Brief an M (3)

M.,

ich habe immer noch ein biss­chen Angst, dir eines Tages unver­hofft über den Weg zu laufen. Seit Mona­ten, fast könnte man seit Jahren sagen, erwarte ich jeden Tag den Moment, den der Zufall erwür­felt hat. Den Moment, an dem du vor mir stehen wirst. Was ich dann sagen werde? Wahr­schein­lich „Hey!“. Wahr­schein­lich werde ich es in diesem Moment auch so nett und herz­lich meinen, wie es klin­gen wird. Möchte ich jedoch, dass es so klin­gen wird? Dass du diese doch sehr posi­tive Bedeu­tung aus den ganzen dann noch nicht einmal gesag­ten Zeilen­zwi­schen­räu­men lesen wirst? Nein. Ich möchte nicht, dass du meine Zeilen­zwi­schen­räume in einem für dich ange­neh­men Licht aufnimmst. Ich möchte, dass sie für dich wieder werden, was sie eigent­lich sind. Das Weiß zwischen der Tinte. Doch auch ich werde die Kräfte die ich einmal rief nicht mehr loswer­den. Das ist schließ­lich schon einem gewis­sen Altmeis­ter nicht gelun­gen.

Wo war ich? Ach ja. Eines Tages werden wir uns wieder begeg­nen. Im Moment wäre mir lieb, etwas Gewiss­heit darüber zu bekom­men, dass dieser Tag noch in weiter Ferne liegt. Man kann eben nicht immer alles haben.

Ich liebte dich. Ich liebte dich mehr, als du nicht mehr da warst. Jetzt bist du noch immer nicht egal. Aber du wirst nie wieder so wich­tig werden, wie du einmal warst.

Auf Wieder­se­hen.

PS: Ich freue mich darauf, dich wieder­zu­se­hen. Weil aus deinem Munde ein exakt gleich inten­tio­nier­tes „Hey!“ kommen wird.

 

These are the days of miracle and wonder

 

Herbst­laub­blät­ter­far­ben

Herbst­laub­blät­ter­far­ben gehö­ren ganz bestimmt zu dem Schöns­ten, was die Natur zu bieten hat. Nach erfri­schen­dem, aber mono­to­nem Grün und vor endgül­tig erpres­sen­der endlo­ser Grau­me­liert­heit von allem fügt sich alljähr­lich dieser Zauber in die Land­schaft.
Jedes einzelne dieser fallen­den Blät­ter ist ein klei­ner Beweis für die immer uner­reich­bare Eleganz des Vergan­ge­nen.

 

In Wahr­heit nie

Schreibst du mir ein Ende? Enden tun weh. Ich möchte nicht aus deiner Welt geris­sen werden. Ich möchte über­haupt nicht geris­sen werden. Risse heilen nicht.

Gute Enden sind selten. Geschich­ten, die ein gutes Ende nehmen, nicht. Nur passiert zu oft – also immer (in Wahr­heit demzu­folge nie) – zu viel bis zu diesem ominösen Ende.

Selbst der kleine Prinz war am Ende einfach nicht mehr da. Sei nicht einfach nicht mehr da. Komm wieder, und bring mindes­tens ein Ende mit.

 

This? I’ve done this before.

  • 3 years ago veröffentlicht
  • Ein Kommentar
  • Erwartete Lesezeit: 03:12 min
When they bombed Hiros­hima, the explo­sion formed a mini-super­nova so every living animal, human or plant that recei­ved direct contact with the rays from that sun was instantly turned to ash. And what was left of the city soon follo­wed. The long-lasting damage of nuclear radia­tion caused an entire city and its popu­la­tion to turn into powder. When I was born, my mom says I looked around the whole hospi­tal room with a stare that said, „This? I've done this before.“ She says I have old eyes. When my Grandpa Genji died, I was only five years old, but I took my mom by the hand and told her, „Don't worry, he'll come back as a baby.“ And yet, for someone who's apparently done this already, I still haven't figu­red anything out yet. My knees still buckle every time I get on a stage. My self-confi­dence can be measu­red out in teas­po­ons mixed into my poetry, and it still always tastes funny in my mouth. But in Hiros­hima, some people were wiped clean away, leaving only a wrist­watch or a diary page. So no matter that I have inhi­bi­ti­ons to fill all my pockets, I keep trying, hoping that one day I'll write a poem I can be proud to let sit in a museum exhi­bit as the only proof I exis­ted. My parents named me Sarah, which is a bibli­cal name. In the origi­nal story, God told Sarah she could do some­thing impos­si­ble and she laughed, because the first Sarah, she didn't know what to do with impos­si­ble. And me? Well, neit­her do I, but I see the impos­si­ble every day. Impos­si­ble is trying to connect in this world, trying to hold onto others while things are blowing up around you, knowing that while you're spea­king, they aren't just waiting for their turn to talk—they hear you. They feel exactly what you feel at the same time that you feel it. It's what I strive for every time I open my mouth—that impos­si­ble connec­tion. There's this piece of wall in Hiros­hima that was comple­tely burnt black by the radia­tion. But on the front step, a person who was sitting there blocked the rays from hitting the stone. The only thing left now is a perma­nent shadow of posi­tive light. After the A-bomb, specia­lists said it would take 75 years for the radia­tion-dama­ged soil of Hiros­hima City to ever grow anything again. But that spring, there were new buds popping up from the earth. When I meet you, in that moment, I'm no longer a part of your future. I start quickly beco­ming part of your past. But in that instant, I get to share your present. And you, you get to share mine. And that is the grea­test present of all. So if you tell me I can do the impos­si­ble, I'll proba­bly laugh at you. I don't know if I can change the world yet, because I don't know that much about it—and I don't know that much about rein­car­na­tion either, but if you make me laugh hard enough, some­ti­mes I forget what century I'm in. This isn't my first time here. This isn’t my last time here. These aren’t the last words I’ll share. But just in case, I’m trying my hardest to get it right this time around.
Sarah Kay
 

wip-1713

Rachael Yama­gata – The only fault
Red Hot Chili Peppers – Midnight, Dosed, By the way
The Killers – Romeo & Juliet, Sams Town (Abbey Road)

Und Miles Davis.

 

9387

Dinge im Kopf sortie­ren sieht auf dem Papier so viel einfa­cher aus, als in der Umset­zung ist. Die Idee, aufzu­schrei­ben, was man so getan hat, macht mir Angst. Nicht, weil ich nichts tue, auch nicht, weil ich nicht in der Lage dazu wäre, das alles aufzu­schrei­ben. Ich weiß, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, nicht einmal, warum mir dieser Gedanke, diese Idee so viel Angst berei­tet.

Statt dessen konsu­miere ich lieber über häufig unschön ausufernde Zeiträume mehr oder weni­ger gehypte Serien. Manch­mal lese ich Bücher. Bücher, deren Seiten ich nicht selten alle samt anstatt so mancher Moder­ner Kunst in die Gale­rien dieser Stadt hängen möchte. Doch auch das wäre keine Lösung, erst recht nicht zu dem Problem mir einzu­ge­ste­hen, dass ich nicht aufschrei­ben möchte, was ich tue, weil ich dann sehen würde, wie viel davon gerade eigent­lich gar nicht so wich­tig ist.

Diese ganzen Bücher und Serien und Filme sind morgen auch noch da. Auch über­mor­gen. Die Zeit, die Ideen in meinem Kopf in Taten umzu­set­zen aber nicht mehr. Ich hoffe, ich finde bald die Kraft nicht mehr aufzu­hö­ren anzu­fan­gen.

 

Sag, wie geht's dir eigent­lich?

Und plötz­lich ist man dann ange­kom­men und hat auf dem Weg da hin zwei- bis drei­mal zu oft verges­sen, die Wegbe­glei­ter „Sag, wie geht's dir eigent­lich?“ zu fragen.

„Sag, wie geht's dir eigent­lich?“

Das ist keine schwere Frage, jeden­falls ist es nicht schwer, sie zu stel­len, man darf es nur nicht verges­sen. Zumin­dest ist es immer mal wieder ratsam wich­tige (soge­nannte Herz-) Menschen zu fragen, wie es ihnen geht, was sie so machen, und ob das eigent­lich okay ist, sie mit all dem Kram zu belas­ten, den das eigene Poch­werk loswer­den möchte.

„Sag, wie geht's dir eigent­lich?“

Das kann eine verdammt beschis­sene Tränen­ka­none sein. Wenn man darauf antwor­ten soll und der Kopf mit den Gefüh­len lieber 32 heb auf als Herz spielt.

Aber es kann auch zu wunder­schö­nen, sekun­den­weise Ewig­keit schaf­fen­den Momen­ten führen, in denen man sich gemein­sam über diese selte­nen Momente im Leben freuen kann, wo tatsäch­lich mal einfach alles gut ist.

 

Ausbre­chen

  • 4 years ago veröffentlicht
  • Ein Kommentar
  • Erwartete Lesezeit: 01:00 min

Ich kann spüren, wie Geschich­ten zwischen meinem Kopf und meinem Herz hin- und herwan­dern. Irgend­was hält sie davon ab, auszu­bre­chen. Irgendwo ist eine Sperre auf dem Weg nach drau­ßen.

Wahr­schein­lich ist es die selbe Sperre, die sich in meine innere Mitte gesetzt hat. Wenn ich die Augen schließe spielt mein Körper Jahr­markt. Mit allem. Nur ohne mich. Immer­hin sind die Feuer­werks­ef­fekte vor den Augen beein­dru­ckend. Auf die wech­sel­war­men Gefühl­schauer an den Armen, die sich zuwei­len auch in spon­ta­nen Gänse­hau­te­rup­tio­nen äußern, würde ich dennoch gerne verzich­ten. Es muss so viel raus, doch der Schlüs­sel fehlt. Das ist, wie mit dem Füll­fe­der­hal­ter schrei­ben zu wollen, wenn keine Tinte mehr greif­bar ist. Inklu­sive dem hilflo­sen Krat­zen. Ich möchte das nicht.

 

Chal­lenge Accep­ted

Und dann kam mir der Gedanke, dass das hier mal sehr viel Spaß gemacht hat und dies ist demzu­folge der Versuch, zu schauen, ob dieser Spaß wieder­be­leb­bar ist. Diesem Versuch stellt sich ein Hang zum Dinge nicht mehr nur Halb machen wollen entge­gen. Und ein Hang dazu, lieber tausend Dinge anzu­fan­gen als Einhun­dertzwei­und­drei­ßig zu been­den. Wäre ja sonst auch bei weitem nicht kompli­ziert genug. Und das wäre nicht vertret­bar mit einer Jugend die abge­se­hen von vielen guten Ratschlä­gen nie verges­sen hat, darauf zu achten, oft genug auf die bevor­ste­hende Kompli­ziert­heit und Komple­xi­tät des Erwach­sen­seins hinzu­wei­sen. Tja nun. Chal­lenge Accep­ted.