meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Brief an M (3)

M.,

ich habe immer noch ein biss­chen Angst, dir eines Tages unver­hofft über den Weg zu laufen. Seit Mona­ten, fast könnte man seit Jahren sagen, erwarte ich jeden Tag den Moment, den der Zufall erwür­felt hat. Den Moment, an dem du vor mir stehen wirst. Was ich dann sagen werde? Wahr­schein­lich „Hey!“. Wahr­schein­lich werde ich es in diesem Moment auch so nett und herz­lich meinen, wie es klin­gen wird. Möchte ich jedoch, dass es so klin­gen wird? Dass du diese doch sehr posi­tive Bedeu­tung aus den ganzen dann noch nicht einmal gesag­ten Zeilen­zwi­schen­räu­men lesen wirst? Nein. Ich möchte nicht, dass du meine Zeilen­zwi­schen­räume in einem für dich ange­neh­men Licht aufnimmst. Ich möchte, dass sie für dich wieder werden, was sie eigent­lich sind. Das Weiß zwischen der Tinte. Doch auch ich werde die Kräfte die ich einmal rief nicht mehr loswer­den. Das ist schließ­lich schon einem gewis­sen Altmeis­ter nicht gelun­gen.

Wo war ich? Ach ja. Eines Tages werden wir uns wieder begeg­nen. Im Moment wäre mir lieb, etwas Gewiss­heit darüber zu bekom­men, dass dieser Tag noch in weiter Ferne liegt. Man kann eben nicht immer alles haben.

Ich liebte dich. Ich liebte dich mehr, als du nicht mehr da warst. Jetzt bist du noch immer nicht egal. Aber du wirst nie wieder so wich­tig werden, wie du einmal warst.

Auf Wieder­se­hen.

PS: Ich freue mich darauf, dich wieder­zu­se­hen. Weil aus deinem Munde ein exakt gleich inten­tio­nier­tes „Hey!“ kommen wird.

 

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