Archive for the 'Stuff' Category

Fünf Fragen

Nov 01 2010 Published by eFrane under Stuff

  1. Darfst du mich anfassen?
  2. Darfst du dumme Fragen stellen?
  3. Darfst du auf der Straße tanzen?
  4. Darfst du einfach so lachen?
  5. Darf ich auch?

No responses yet

Music When The Lights Go Out

Aug 24 2010 Published by eFrane under Stuff

Der Daniel hat gefragt, unter anderem die Suse. Die hat dann unter anderem mich gefragt. Was gefragt, werdet ihr jetzt denken. Folgende 16 Fragen. Antworten wie immer ohne Gewehr.

1. Ein Lied aus deiner frühsten Kindheit

Kindheit, das ist doch schon so lange her. Lege mich einfach mal auf John Lennons Imagine fest. Schon allein, weil es eines dieser ganz besonders großartigen Lieder ist.

2. Ein Lied, das dich an einen Urlaub erinnert

“Ruby ruby ruby” schallte es auf der Abifahrt. Ist irgendwie im Kopf geblieben. Kaiser Chiefs also. Ruby.

3. Ein Lied, von dem du in der Öffentlichkeit nicht so gerne zugeben möchtest, dass du es eigentlich ganz gerne magst

Ich könnte ja jetzt was von Britney Spears und Avril Lavigne und wie sie alle heißen erzählen. Dummerweise gibt es ja da seit einigen Jahren dieses seltsame Last.fm, wo ja sowieso jeder sehen kann, was ich so für peinliche Lieder höre. Um es kurz zu machen: Gibts nicht.

4. Ein Lied, das du in deinem Leben vermutlich am häufigsten gehört hast

Das dürfte vermutlich irgendwas von Oasis sein. Entweder Wonderwall oder Don’t look back in Anger. Egal, beide großartig.

5. Ein Lied, das eine deiner liebsten Bands repräsentiert

Dazu müsste man Bands hören, die repräsentative Lieder schreiben. Ach Mist, mach ich ja. Das macht die Wahl trotzdem nicht einfacher. Ich entscheide mich jetzt einfach mal für Hospital Beds von den Cold War Kids. Hat alles, was die Cold War Kids ausmacht und diesen ganz besonderen Charme großer Kunst.

6. Ein Lied, in dem du dich selbst wiederfindest

The Verve – Catching the Butterfly. Weil ist so.

7. Ein Lied, das dich an eine spezielle Begebenheit erinnert

Du erkennst mich nicht wieder von den Helden. Die Art, wie Judith das auf dem Hurricane 2006 gesungen hat, werde ich nie vergessen.

8. Ein Lied, bei dem du am besten entspannen kannst

Ach man, diese Fragen sind einfach nicht geschaffen für die vielen schönen Lieder, die es gibt.
Brian Eno – Tal Coat

9. Ein Lied, das für eine richtig gute Zeit in deinem Leben steht

Die richtig gute Zeit war das Ende der Schulzeit und die Wiederentdeckung von Radioheads OK Computer. Exit Music (For a Film).

10. Ein Lied, das momentan ein Lieblingssong ist

Da kann ich beim besten Willen nicht ein Lied auswählen.

  • The Clogs – Last Song
  • Rachael Yamagata – The Only Fault
  • The National – You were a kindness

11. Ein Lied, das du deinem besten Freund widmen würdest

Ganz ohne Beatles gehts eben doch nicht. All Things Must Pass von George.   Aus Gründen.

12. Ein Lied, bei dem du das Gefühl hast, dass es außer dir niemand gerne hört

Hier muss einfach Lose Yourself von Eminem hin. Weil ja heutzutage keiner mehr Hip Hop mag. Lose Yourself mag nicht gerade zu den Meisterwerken für die “wahren” Fans gehören, ich persönlich fand es schon immer und finde es noch immer eines der besten Lieder, die jemals über Musik geschrieben wurden.

13. Ein Lied, das du vor allem aufgrund seiner Lyrics magst

Ich mag wenige Lieder nicht wegen des Liedtextes (Ja es gibt da auch ein deutsches Wort für.) Schwierige Entscheidung also. Kate Nash – Nicest Thing.

14. Ein Lied, bei dem du dich bestens abreagieren kannst

To Sacrifice a Child von Chikinki. Und ein paar andere.

15. Ein Lied, das auf deiner Beerdigung gespielt werden sollte

Eindeutig Elton Johns Funeral for a Friend/Love lies bleeding von seinem Klassiker (sic!) Goodbye Yellow Brick Road. Und alle Tanzen, also ab da wo es sich dann anbietet.

16. Ein Lied, das du zu den besten aller Zeiten rechnen würdest

The Kinks – Come Dancing. Schon allein, weil die Armen immerzu im Schatten von den Geröllheimern und den Pilzköpfen standen. Unberechtigt.

Nunja. Illustrer Mix ist da zusammen gekommen. Könnte man ja fast überlegen darüber zu schreiben, wie sich das hinternanderweg anhört. Ich wünsche mir jetzt fleißiges Nachdenken- und Aufschreiben und so von Lea, Ines und Matthias.

One response so far

Mysteries of Life

Aug 09 2010 Published by eFrane under Stuff

Brüste. Eigentlich sollte an dieser Stelle wohl was mit Emanzipation stehen. Und dass die Frau ja jetzt frei entscheiden kann, wie sie sich der Welt präsentieren will. Doch stellt sich mir die Frage: Sollte sie? Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, die extensive Darbietung der sekundären weiblichen Geschlechtsmerkmale anzusehen, aber es gibt da eben diese Stimme in mir, die sagt, dass da was gehörig daneben geht.

“Dekolleté zeigen und das hier sind zwei Sachen.”

Gestern war auf Twitter “Boobsday”. Im Endeffekt fand sich in meiner Timeline die gesamte Bandbreite der weiblichen Oberkörper relativ freizügig wieder. Jetzt könnte man ja ankommen und behaupten, dass sei ja nur ein Mem und das ist halt so und überhaupt. Doch es ist eben nicht so. Es ist für mich mal wieder ein eindeutiges Zeichen dafür gewesen, dass die meisten Frauen gar nicht verstehen, was sie sich eigentlich erkämpft haben (und nebenbei die Fähigkeit besitzen all das Gute innerhalb von Sekunden zunichte zu machen). Natürlich hat jeder das Recht auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Das heißt doch aber nicht, dass man auf jeden dummen Zug aufspringen muss. Nicht so jedenfalls.

Wie dann? Schwer zu sagen. Es gibt ja zwei Möglichkeiten: Entweder wurde der “Boobsday” von einer Frau, oder von einem Mann initialisiert. (Diese ganze Transgenderproblematik blende ich jetzt mal elegant aus, ist für die Masse uninteressant.) Wenn ersteres der Fall ist, würde mich das sehr enttäuschen. Natürlich könnte man das mit hohem Selbstbewusstsein abtun, für mich riecht es aber mehr nach sinnlosem Darstellungsdrang als Sexobjekt. Genau das, was Frau nicht mehr (nur?!) sein will und sollte. Ergo wäre es für bewusst “emanzipierte” Frauen meiner Ansicht nach erstrebenswert an sowas nicht teilzunehmen.

Leider muss ich aber aufgrund unserer Geschichte davon ausgehen, dass dieser ganze Spaß von einem Mann kam, was heißt, dass es eben genau die Provokation Sexobjekt ist, die wie oben schon gesagt, so ganz und gar nicht in Ordnung ist.

Abschließend die Feststellung, dass die meisten Menschen nicht nur seltsam berechenbar dämlich reagieren wenn tragische Ereignisse (Loveparade) geschehen, sondern eben auch im fast ganz normalen Leben und die Hoffnung, dass Es vielleicht ganz anders war.

Immer wieder lehrreich, solche “Kleinigkeiten” am Gesellschaftsmilrokosmos Twitter zu analysieren.

7 responses so far

Last Song

Aug 04 2010 Published by eFrane under Stuff

If this was our last time
What would we do, what would we say then?

(via)

No responses yet

Southern State

Jun 07 2010 Published by eFrane under Stuff

Was kann man schon sagen über eine Stadt, die älter ist als fast alles, was man davor gesehen hat. Vorallem: Was kann man sagen, nachdem man die Reiseführerbeschreibungen rausgestrichen hat? Viel. Und doch fehlen die Worte. Worte für die Überreste einer der Kulturen die unser aller Leben vor etwa 2000 Jahren so maßgeblich geprägt hat. Die Überreste derer, die versucht haben die anderen Überreste zu schützen, bis auch sie die Macht verloren zu Wachen und zu Schützen. Und schließlich die Moderne, die sich dazwischen drängt, aber doch vielerorts einfach verschluckt wird von der Geschichte. Rom.

Vielleicht ist Rom für seine Bewohner auch nur eine Stadt, doch wenn man dort ist mag man das nicht glauben. Eine Art Zauber umgibt diese Stadt. Womöglich spielt dieses große (wirklich große, wenn man davor steht merkt man es erst richtig.) weiße Gebäude da keine unwichtige Rolle bei. Schließlich ist es von so ziemlich jedem Ort der Stadt aus zu sehen. Immer ein bisschen passend und ein bisschen Fremdkörper.

Dankbar bin ich den Stadtplanern, die es geschafft haben, das neue moderne Rom nicht das alte, ehrwürdige zerstören zu lassen. Relativ nahtlos gehen alt in neu in älter und neuer über und überall schwingt sowohl das allgemeine italientypische Flair – ihr wisst schon, Luft und Liebe und Sonne und Süden und alles hat Zeit aber wir machen trotzdem ein bisschen Mopedstress – als auch eine Art von Magie mit, die ich bisher nur in dieser Stadt gespürt habe. Das Wissen darum, was auf diesen Flecken auf denen man steht, läuft, sitzt oder in Gedanken davonschwebt in den vergangenen 2700 Jahren passiert ist. Das Gefühl, dass man nirgendwo mehr der erste sein kann. Manchmal ist sie fast ein wenig erdrückend. Die Geschichte dieser Stadt.

Lustigerweise bleibt hinterher zum Einen die Erkenntnis, dass italienische Pizza mitten in Italien irgendwie nicht so gut schmeckt wie beim Italiener um die Ecke und dass der Fotoapparat so langsam seine alters- und leistungsbedingten Grenzen erreicht und zum Anderen das Wissen, dass dies zwar der erste, aber sicher nicht der letzte Besuch dieser Stadt gewesen sein wird.

One response so far

Blame it on the Tetons

Apr 19 2010 Published by eFrane under Stuff

Language is the liquid
That we’re all dissolved in
Great for solving problems
After it creates a problem

Modest Mouse

Sprache ist nicht unbedingt das sinnvollste Thema für einen Blogeintrag. Eigentlich ist Sprache gar kein sinnvolles Thema. Was will ich eigentlich sagen? Wenn ich das wüsste würde ich diesen Eintrag hier wahrscheinlich gar nicht verfassen. Im Grunde genommen steht in diesen vier Zeilen von Modest Mouse schon alles drin, was es über Sprache zu sagen gibt. Genau genommen reichen sogar die letzten beiden Zeilen. Denn alles, wirklich alles im Leben lässt sich im Endeffekt auf Probleme und Problemlösungen herunterbrechen. Und auf Kommunikation. Im Laufe der Evolution haben wir Menschen uns eine im großen und ganzen recht komfortable Möglichkeit angelegt unsere Gedanken zu äußern. Wir lernten Sprechen. Später dann Lesen und Schreiben.

Doch was nützt die Fähigkeit etwas auszudrücken, was man nicht begreifen kann? Was sind Gedanken wert, wenn man sich stundenlang darüber streiten kann, was eigentlich Gedanken sind? Oder anders gesagt: Was macht uns so besonders, dass wir davon sprechen zu sprechen, zu denken, zu glauben, überhaupt Meinungen haben und bilden zu können, all diese abstrakten, nicht auf motorische, sichtbare Handlungen rückführbaren Aktionen, die wir im Laufe unseres Lebens ausführen.

Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. 42 ist mit Abstand die genaueste und zuverlässigste Antwort die ich geben kann. Und selbst die ist noch ziemlich wage.

Wenn man Meyers Konversationslexikon (4. Auflage, Leipzig und Wien 1890) fragt, landet man schnell bei Wilhelm von Humboldt und seiner doch irgendwie treffenden Definition der Sprache, welche “die ewig sich wiederholende Arbeit des menschlichen Geistes, den artikulierten Laut zum Ausdruck des Gedankens fähig zu machen” (Meyers, Bd. 15, S. 178) ist. Doch dann kommt schnell die nächste Frage, der nächste Gedanke: Was eigentlich sind Gedanken? Wenn es um die Beantwortung solcher Fragen geht, begiebt man sich bekanntermaßen am Besten zu der Wissenschaft, die sich schon seit tausenden Jahren exakt diese Fragen stellt. Zu den Philosophen. Im “Historischen Wörterbuch der Philosophie” (Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, Basel 1995) heißt es:

Im Deutschen hat das Wort <S.> zwei Bedeutungsfelder. <S.>, allgemein verstanden, bezeichnet in einem umfassenden Sinn den gesamten Bereich dessen, was mit der Äußerung von Vorstellungen, mit Ausdruck, Appell und Mitteilung sowie mit Formen und Materialien, Medien und Techniken usw. zu tun hat: Sprechen und artikuliertes Denken, Worte und Wörter, Satz und Text, ferner Stimme, Laut und Schrift [...]
HWPh, Bd. 9, Sp. 1437

Das ist doch schon um einiges greifbarer. Sprache ist also ein Mittel, was nicht nur dazu da ist Gedanken auszudrücken. Irgendwie tröstlich. Bleibt die Frage, wie sich Sprache zu Bewusstsein verhält, oder: Denken wir in der selben Sprache in der wir Sprechen und wenn ja, ist das eine bewusste Entscheidung, wenn nein, ist unser Verständnis der Aussagen innerhalb des Körpers – also in unserem Bewusstsein – ein anderes, weil in einer anderen Sprache gedacht, als das Verständnis, welches außerhalb ankommt?

Ich glaube, ich werde hier zu keinem endgültigen Schluss kommen. Wahrscheinlich ist dies auch gar nicht möglich. Denn wie soll man etwas definieren, was man benötigt um die Definition überhaupt formulieren zu können.

Oder um es mit den Worten des – auch anderweitig für diesen Artikel sehr inspirierenden – @Weiszklee zu sagen:

Wir haben ja nur unser aus Wörtern gebautes Bewusstsein, um über die Wörter und das Bewusstsein nachzudenken. Das kann nichts werden.
@Weiszklee

5 responses so far

Once

Apr 03 2010 Published by eFrane under Stuff

Allein die Musik von Glen Hansard und Marketa Iglova zu hören ist verzaubernd. Einzigartig schön jeder der Titel. Doch auch: Eines dieser Werke die man am besten Nachts hört, wenn man auch zu zweit noch alleine ist, wenn man seine gesamte Aufmerksamkeit der Musik widmen kann. Denn nicht weniger als das verdient sie.

Noch unendlich viel schöner werden die Lieder allerdings, wenn man sie eingebettet in den Film Once genießt. Once ist einer dieser vielen vielen Musikfilme die es auf der Welt gibt. Dachte ich vor dem ersten sehen. Danach war alles anders. Die Natürlichkeit der Hauptdarsteller und die schlichte Eleganz der filmischen Darstellung versprühen einen ganz eigenen Charme. Dazu kommt, dass der Film einfach Irland atmet. Was in Anbetracht der Szenerie und der Geschichte nicht weiter verwunderlich ist, aber dieser Film würde sogar Irland atmen, wenn mitten im Australischen Outback aufgenommen worden wäre.

Wenn ich gut darin wäre Filmkritiken zu schreiben, dann würde ich dies gerne noch sehr viel umfangreicher und länger tun. Leider bin ich das aber nicht. Andererseits hat das ja auch Vorteile. Schließlich kann ich auf die Art jetzt einfach sagen: Wer handgemachte Singer-Songwriter Musik mit irischem Flair, Irland und idealerweise auch noch Musikfilme mag, sollte sich mal Gedanken darüber machen, ob er Once nicht vielleicht seiner Filmsammlung einverleibt.

One response so far

Everything in it’s right place

Mar 27 2010 Published by eFrane under Stuff

Als Radiohead 2007 In Rainbows veröffentlichten gab es viel Furore um das Album. Zum Einen aufgrund der doch ungewöhnlichen Veröffentlichungsform des “Ladet es runter und zahlt soviel wie ihr denkt dass es euch wert ist.”, zum Anderen aber auch, weil es eben ziemlich genau 10 Jahre nach dem legendären OK Computer erschien und von vielen als Teil 2 desselben gehypt wurde. Ob das nun so sein soll weiß wahrscheinlich wenn überhaupt aller höchstens Thom Yorke. Ist ja auch nicht so wichtig. Wichtig ist, dass in diesem Zusammenhang eine Playliste durch das WWW wanderte die diese beiden Alben auf wundersame Art und weise miteinander verband. Die fand ich gerade wieder. Besitzern beider Alben in digitaler Form lege ich diese Abspielreihenfolge sehr ans Herz, allen anderen Radiohead.

Kleine Randbemerkung noch: Am besten hört sich das wenn man zwischen den Titeln ein Cross-Fade von etwa 10 Sekunden hat.

Airbag
15 Step
Paranoid Android
Bodysnatchers
Subterranean Homesick Alien
Nude
Exit Music (For A Film)
Weird Fishes/Arpeggi
Let Down
All I Need
Karma Police
Fitter Happier
Faust Arp
Electioneering
Reckoner
Climbing Up The Walls
House Of Cards
No Surprises
Jigsaw Falling Into Place
Lucky
Videotape
The Tourist

…und wenn ich wüsste wie man das vernünftig als Playlistdownload anbieten kann würde ich das auch gerne machen…

No responses yet

Writings on the Wall

Feb 20 2010 Published by eFrane under Stuff

Oft wird behauptet, Weblogs und Tagebücher seien das gleiche. Meist fühle ich beim Lesen solcher Sätze ganze Hauswände an meine Stirn knallen. Es ist nun mal nicht das gleiche. Nicht unbedingt jedenfalls.

Tagebuch, Gedankenbuch, Notizbuch oder auch nur Kalenderrandkritzeleien – Wir alle machen uns seit Ewigkeiten Aufzeichnungen über unsere Erlebnisse. Manche mehr, manche weniger bewusst. Manchmal stellt man auch erst Jahre später, beim Sortieren von irgendwelchen alten Sachen fest, dass man sich ja dieses eine tolle Erlebnis, woran man immer mal wieder gerne zurück denkt, Einzelheiten aber vergessen hat, doch notiert hat.

Es ist also nichts neues, seine Gedanken oder Erlebnisse festzuhalten. Viele mehr oder weniger berühmte tagebuchschreibende Menschen haben in der Vergangenheit bereits ihre Tagebücher entweder in hohem Alter selbst veröffentlicht, oder testamentarisch veranlasst, dass diese nach dem Tode veröffentlicht werden. Der Inhalt der Tagebücher gibt meist nochmal einen gänzlich anderen als den bisher bekannten Einblick in das Lebenswerk des Schreibers.

In Zeiten des World Wide Web hat sich das allerdings ein wenig geändert. Heutzutage kann jeder Mensch mit Zugang zum Internet jederzeit so ziemlich alles veröffentichen. Nicht mal der Form sind wirklich Grenzen gesetzt. Text, Bild, Ton, Video. Alles was möglich ist, ist auch erlaubt. An dieser Stelle treten dann so Phänomene wie WordPress, Twitter, Tumblr, Flickr, Blogger auf. An dieser Stelle überschreitet man dann eventuell den Punkt zwischen dem klassischen, zu Lebzeiten meist privatem Tagebuch und der öffentlichen Darstellung des Selbst.

Schon Gottfried Keller wusste, dass Kleider Leute machen. Heutzutage sind es aber, nicht zuletzt aufgrund der Globalisierung, mehr und mehr die Dinge die wir sagen, schreiben, festhalten, die uns ausmachen, uns charakterisieren. Die Dinge, die wir mit Hilfe der vorhin genannten Webangebote oder anderem hinterlassen bilden eine Spur unserer Gedanken. Helfen dabei nicht nur uns, sich später an erlebtes zu erinnern, sondern auch anderen mehr über uns herauszufinden.

Ob dieses mehr herausfinden nun Gut oder Schlecht ist sei jedem selbst überlassen. Ich zum Beispiel schreibe hier zwar unter einem Pseudonym, aber es ist nicht sonderlich kompliziert herauszukriegen, wer sich dahinter versteckt. Was mir aber eigentlich wichtig ist, ist der “für andere”-Punkt. Das Tagebuch schreibt man selten für andere. Sei es nur, um sich selbst beim nachdenken zu helfen. Sobald man aber etwas auch explizit für die Augen anderer schreibt, fängt man plötzlich an über das zu schreibende nachzudenken. In diesem Sinne kann man zwar durchaus ein Weblog auch als klassisches Tagebuch führen – mit der Option, dass es die Restwelt sofort lesen kann – ich jedoch bin der Meinung, dass ein solches öffentliches Tagebuch niemals vergleichbar sein wird, mit dem, was man unter gleicher Voraussetzung geschrieben hätte, wenn es nicht (sofort) öffentlich wäre.

Schließlich finde ich die (post?) modernen Mitteilungsmöglichkeiten nicht nur gut und richtig, sondern auch ausgesprochen wichtig, weil dem Normalbürger damit – soweit ich weiß erstmalig in der Geschichte – die Möglichkeit geboten wird, Ausmaß und Umfang der von ihm bekannten persönlichen Daten weitestgehend selbst zu bestimmen.

No responses yet

Universally Speaking

Jan 31 2010 Published by eFrane under Stuff

Schreiben ist anders. Wenn man schreibt benutzt man andere Worte. Man denkt nach über die Anordnung, die Satzzeichen, den tieferen Sinn. Den Inhalt der zwischen den Zeilen stehen soll. Da benutzt man manchmal Worte, die man so niemals in einer echten Unterhaltung benutzen würde.

Aber gibt es das überhaupt noch, echte Unterhaltungen? Sind wir nicht durch Blogs, Chats, Twitter, E-Mail, SMS, etc. schon endlos weit von normalen Unterhaltungen entfernt, wie es überhaupt geht? Wann habt ihr denn zum Beispiel, das letzte mal länger als sagen wir eine Stunde mit jemandem geredet ohne auch nur eines dieser Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen? Schon eine Weile her? Probiert es mal wieder.

Es ist wichtig, die Bedeutung von möglichst vielen Worten ständig parat zu haben. Dieser  so genannte primäre Wortschatz. Der definiert uns. Denn nur der grenzt unsere Schlagfertigkeit ein. Außerhalb der technisierten Welt in der meist keiner merkt, das man vielleicht noch den ein oder anderen Fakt schnell googlet oder hier und da noch eine kleine Verschönerung vornimmt.

4 responses so far

« Prev - Next »