meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Jetzt nicht.

Ich liege auf der Couch und versu­che gegen meinen Kopf zu gewin­nen. Im Versu­chen war ich schon immer groß. Fast so groß, wie im nicht schaf­fen. Schei­tern, eine Lebens­form? Zumin­dest keine empfeh­lens­werte.

Nun liege ich hier seit fast vier Stun­den, nahezu regungs­los, und Du hast immer noch kein Wort gesagt. Sitzt einfach neben mir, auf dem klei­nen, schma­len Eckchen, in das du verdrängt wurdest, und wartest. Dafür bin ich dir dank­bar. Auch für die kurzen Mittei­lun­gen, welche du gele­gent­lich so leise wie möglich von meinem Handy absen­dest. „Jetzt nicht.“ steht darin, in diver­sen Varia­tio­nen.

Ab und an spüre ich, wie dein Blick über mich schweift, spüre wie Du meine stabile äußere Hülle beob­ach­test. Du siehst diese Hülle nicht. Deswe­gen darfst Du hier sein. Bei mir. Jetzt.

In diesem Augen­blick jedoch beob­ach­test du nicht. Daher merkst du auch nicht, wie sich mein Gesichts­aus­druck schlag­ar­tig verän­dert. Ich will etwas sagen. Diese Ruhe zu zerschnei­den, unsere Ruhe zu zerschnei­den schaffe ich aber nicht. Dafür bin ich zu schwach. Doch Du enttäuschst mich nicht. Du greifst sanft meine Hand und gibst mir Kraft. Kraft zu erklä­ren warum alles so kompli­ziert gewor­den ist. Kraft, die wich­ti­gen Fragen zu stel­len.

Du bist da. Du hörst zu. Du gibst nie auf, Antwor­ten zu finden.

Der Handyakku hat mitt­ler­weile seinen Geist aufge­ge­ben. Die Außen­welt ist unwich­tig. Wir müssen uns erst­mal die Welt erklä­ren.

 

Revo­lu­tion 9

  • 6 years ago veröffentlicht
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  • Erwartete Lesezeit: 01:05 min

Es gibt Unmen­gen Lieder, von denen ich gerne wüsste, wie sie entstan­den sind. Einige weni­ger, von denen mich nicht nur die Entste­hungs­ge­schichte inter­es­sie­ren würde, sondern auch die Frage, warum es so veröf­fent­licht wurde, wie es gesche­hen ist (Album, B-Seite, etc).

Von all diesen, doch immer noch – in Anbe­tracht der von der Gesamtan­zahl aller Lieder rela­tiv klei­nen Anzahl mir bekann­ten – recht vielen Titel bleibt eines immer wieder hängen. Eines dieser Kunst­werke, von denen man gar nicht so rich­tig sagen kann, ob das nun ein Lied ist, oder nur eine Audio­auf­nahme.

Ich wüsste nicht, bei welchem Titel des soge­nann­ten weißen Albums der Beatles ich mich öfter warum gefragt habe. Ich weiß nur, dass ich nie aufhö­ren werde.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=HQal-lJrSLI[/youtube]

(Inter­essant übri­gens, was passiert, wenn man es einfach mal umdreht. Könnte man auch wieder viel rein­in­ter­pre­tie­ren. Kann man aber auch lassen.)

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=I15gCBZv1pc[/youtube]

 

No Surpri­ses

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=sXKDL6WD9CQ[/youtube]

No alarms and no surpri­ses.
Silent.
Silent.
 

Herbst­ge­flüs­ter

  • 6 years ago veröffentlicht
  • Ein Kommentar
  • Erwartete Lesezeit: 01:45 min

Gerade eben noch war die Stadt da. Laut, dreckig, unnach­gie­big. Die Straße war über­voll. Dann wech­selte die Ampel­schal­tung und brachte die Blech­la­wine für einen Augen­blick zum stehen. Mit ihr blieb für mich die ganze Welt stehen. Wegen dir. Ich hatte kaum einen Fuß auf die Straße gesetzt, da entdeckte ich dich auf der ande­ren Seite, ebenso weit voran­ge­kom­men bei dem Stra­ßen­über­que­rungs­vor­ha­ben. Deine grünen Augen sahen mich unver­wandt an. Dein Schal wirbelte im Wind, ein paar kleine goldene Blät­ter hatten sich darin verfan­gen. So wie ich mich in dir.

Zeit verging. Das war nicht zu leug­nen. Doch war es auch nicht spür­bar. Ich war so erfüllt von deiner Erschei­nung, dass mich nichts ande­res mehr erreichte. Der viel­leicht letzte blaue Himmel für die nächs­ten Wochen ging genauso an mir vorbei, wie die eigent­li­chen Besit­zer der Straße, welche diese schon seit einer Ewig­keit wieder verein­nahmt hatten. Abge­se­hen von einem klei­nen Fleck in der Mitte.

Du warst stehen geblie­ben. Direkt vor mir. Stan­dest einfach schwei­gend mit deinem forschen­den Blick da und hast mich ange­lä­chelt. Ich wünschte mir nichts sehn­li­cher, als mein inne­res nach außen, zu dir, zu lassen. Doch es ging nicht. Meine Hand­lungs­fä­hig­keit war schein­bar gleich zusam­men mit dem Herz aus der Hose gerutscht und lag jetzt irgendwo gut gepresst unter der rollen­den Masse.

Bei der nächs­ten Grün­phase hast du meine Hand genom­men und bist einfach losge­lau­fen. Losge­las­sen hast du nicht mehr.

 

Wer weiß schon, was das alles bedeu­tet.

Hast du dich nicht auch schon unzähl­bar oft gefragt, ob man wirk­lich gleich­zei­tig lachen, weinen, etwas wollen und unter keinen Umstän­den wollen kann? Ich schon. Inzwi­schen frage ich mich das nicht mehr. Inzwi­schen stelle ich regel­mä­ßig fest, dass es geht. Stelle regel­mä­ßig fest, dass Gefühle nicht mal annäh­rend stabil sind. Trenn­schärfe ist eben Defi­ni­ti­ons­sa­che und vor allem höchst wissen­schaft­lich und Gefühle sind zwar viel­leicht eingrenz­bar, aber lange nicht defi­nier­bar und erst recht nicht wissen­schaft­lich.
Ich brau­che Musik. Und Bücher. Und den Duft von Früh­lings­gras und Herbst­laub und heißer Scho­ko­lade. Mit Schnee­flo­cken am Fens­ter. Alles auf einmal.
Erzähl mir eine Geschichte.

Und ich hör noch wie ich sag, das warst nicht du. Ich glaub die Frau im Auto warst nicht du. Du nicht, du nicht, du nicht, nicht du.

Wir sind Helden – Meine Freun­din war im Koma und alles, was sie mir mitge­bracht hat, war dieses lausige T-Shirt

 

Time Honou­red Tradi­tion

  • 6 years ago veröffentlicht
  • Ein Kommentar
  • Erwartete Lesezeit: 01:24 min

Ankom­men hat sehr viel mit der rela­ti­ven Nähe von Menschen zu tun. Man kann nicht wirk­lich ankom­men an Orten, an denen man nieman­den kennt. Ankom­men kann man nur da, wo Menschen in der Nähe sind. Manche Menschen können weiter weg sein als andere um trotz­dem rela­tiv nah zu sein. Es ist ja selten wirk­lich wich­tig, wie weit weg jemand in dieser Welt da drau­ßen ist. Wich­tig ist, wie weit weg der Mensch ist, wenn man ihn braucht. Und was nötig ist, um die jewei­lige Entfer­nung zu über­win­den.

Manch­mal reicht digi­ta­ler Text. Manch­mal sogar analog geschrie­be­ner. Fast immer können Stim­men helfen. Egal ob nun am Tele­fon oder direkt oder auch nur im Kopf beim Lesen von Text.

Ankom­men hat sehr wenig mit der Umge­bung zu tun. Man kann über­all ankom­men. Man kann auch über­all schnell und leicht ankom­men. Wenn man weiß, dass jemand da ist, wenn man jeman­den brau­chen sollte. Egal wann. Egal für was.

Losge­hen hat sehr wenig mit der rela­ti­ven Nähe von Menschen zu tun. Die verän­dert sich zwar schein­bar, doch eigent­lich bleibt sie gleich. Eigent­lich gibt es dafür auch ein einzi­ges Wort: Freund­schaft.

Lass uns Freunde blei­ben.

Sollte man öfter sagen.

Und schaf­fen.

 

Brief an M

Liebe M.,

Drei Tage ist es her, seit­dem du in den Zug gestie­gen bist. Wenn ich die Augen schließe, kann ich noch die Rück­lich­ter sehen. Ich finde, Verab­schie­dun­gen wären um eini­ges einfa­cher, wenn man nicht die Rück­lich­ter sehen könnte. Rück­lich­ter haben immer so etwas melan­cho­li­sches.

Du warst nie nur irgend­wer. Nie nur einfach da. Aber du warst da. Zumin­dest rück­bli­ckend betrach­tet fast immer. Wenn du mal nicht da warst lag das viel­leicht auch eher an mir als an dir. Ich gebe zu, es ist nicht immer einfach mich zu kennen, mich viel­leicht sogar mögen zu wollen. Doch du hast mir immer ein Zuhau­se­ge­fühl gege­ben. Voll­kom­men egal wo ich war, wenn du in der Nähe warst, konnte ich mich sicher fühlen.
Jetzt bist du bald weg.
Nicht rich­tig weg natür­lich. Du wirst nie rich­tig weg sein können. Mein Herz wird dich nicht mehr loslas­sen.
Die Leute sagen, es wird einfa­cher. Die Leute sagen, man wird neue Menschen kennen lernen. Viel­leicht haben sie ja recht. Bestimmt haben sie recht. Doch wer könnte schon verste­hen, warum du fehlen wirst? Wer könnte uns verste­hen? Kapi­tän Nemo könnte even­tu­ell. Doch den gibt es nicht.
Was bleibt?
Das wich­tigste. Das schönste.
Ich weiß, dass du blei­ben wirst. Denn dich zu verges­sen würde bedeu­ten, fast alles zu verges­sen, was wirk­lich wich­tig war.

Du fehlst, der Stadt viel­leicht sogar noch etwas mehr als mir,

e

 

Fünf Fragen

  • 6 years ago veröffentlicht
  • 3 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 00:18 min

  1. Wieso ist das Leben ande­rer Menschen inter­essan­ter als das eigene?

  2. Warum ist das Meer in der Erin­ne­rung immer Blau?

  3. Wer trifft die Entschei­dun­gen, die man nicht selbst tref­fen kann?

  4. Wie vielen Menschen liegt daran, andere wahr­haft glück­lich zu machen?

  5. Was ist Glück?

 

A Song For A Lover Of Long Ago

 

Scat­ter­brain


  1. Man müsste immer schrei­ben können. Insbe­son­dere an den Himmel. Dann erst wären die Gedan­ken wirk­lich frei.

  2. Es ist alles Musik und Kunst und die Frage­zei­chen zwischen den Zeilen.

  3. Jeder Tag für sich genom­men mag wie ein ganzes Leben sein. Doch ein einzel­ner Tag aus einem geleb­ten Leben ist Nichts.

  4. I had no dream. I stood beneath an orange sky.
    Hier war mal ein Video. Das ist jetzt aber nicht mehr auf YouTube. (meh.)

  5. Tonight I have been to the place where the quota­ble phra­ses meet when they come to your mind.

  6. People never change, they merely find them­sel­ves.

  7. Sich immerzu an den Gedan­ken klam­mern, dass alles für irgend­wen, am Besten für einen Selbst, etwas bedeu­tet. Dass das nicht einfach nur so passiert. Was auch immer das ist.

  8. Du hast alles verän­dert. Außer dich und mich. Du hast die Welt zu mir gebracht, das Leben, die Liebe.


  9. The excel­lence of his under­stan­ding and his prin­cip­les can be concea­led only by that shyness which too often keeps him silent.

    Jane Austen – Sense and Sense­bi­lity



  10. Maybe it's an impos­si­ble task to paint the silence. Nevert­he­less it needs to be done at times like these.
    Hier war mal ein Video. Das ist jetzt aber nicht mehr auf YouTube. (meh.)