meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Es gibt schließ­lich immer einen Ausweg – Teil 1

Sie wusste, dass es zu spät war. Sie wusste, dass sich gerade eben alles verän­dert hatte. Doch Cleo war anders, sie war schon immer anders gewe­sen, sie würde das nicht einfach akzep­tie­ren. Es musste doch einen Ausweg geben.
„Es gibt schließ­lich immer einen Ausweg.“
„Wofür?“
Cleo war so tief in ihren Gedan­ken versun­ken, das sie weder ihr lautes Ausspre­chen der selben, noch Pauls Nach­frage bemerkt hatte. Viel­leicht war das auch besser so.

Der Bahn­hof um sie herum war von Leben erfüllt. Genau genom­men, war er das Leben, und sie, Paul und Cleo, waren die Beob­ach­ter, die stil­len Teil­ha­ber an den Gefüh­len ande­rer. Nicht jeder kann sich eigene Gefühle leis­ten. Nicht jeder darf sich Gefühle leis­ten. Sie wollen nicht. Zumin­dest vorerst nicht mehr. Es ist besser so, haben sie gesagt. Doch Cleo hat Zwei­fel. Sie war schon immer die vernünf­tige große Schwes­ter. Paul der drauf­gän­ge­ri­sche, unwe­sent­lich jüngere Bruder. Sie wuss­ten nicht mehr, wie alt sie eigent­lich waren. Das spielte schon zu lange keine Rolle mehr. Genau genom­men spielte fast nichts eine Rolle. Damals, als sie noch an der Küste lebten und jedes Woche­n­ende in Brighton waren, damals gab es noch ein paar Dinge, die von gewis­ser Wich­tig­keit waren. Aber das war vorbei. Irgend­wann kam der Zug nach London und dann waren sie hier. Es musste während der Zugfahrt passiert sein. Auf Zugfahr­ten geschieht nur allzu oft Selt­sa­mes.

„Woran denkst du?“
„Ich bin mir nicht sicher, ob wir das wirk­lich tun soll­ten.“
„Was meinst du mit sicher? Du weißt genauso gut wie ich, dass nie irgend­was wirk­lich sicher ist. Außer mögli­cher­weise die Unpünkt­lich­keit der öffent­li­chen Verkehrs­mit­tel, doch die tut nichts zur Sache. Wir soll­ten.“

 

Bring mich nach Hause

  • 6 years ago veröffentlicht
  • 2 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 02:18 min

Um das von Anfang an fest­zu­le­gen: Das ist keine CD-Kritik. Schon allein, weil Kritik so ein nega­tiv konno­tier­tes Wort ist. Nennt es wie ihr wollt. Ich würde viel­leicht sowas wie Wahr­neh­mungs­be­richt sagen.



Wir sind Helden haben ihr vier­tes Studio­al­bum veröf­fent­licht. Sie sind erwach­sen gewor­den. Sie muss­ten nieman­dem mehr etwas bewei­sen, das ganze „Stars müssen Auszeich­nun­gen krie­gen damit sie akzep­tiert werden.“-Drama haben sie hinter sich. Eigent­lich haben sie das auch nie wirk­lich gebraucht. Wer sich noch erin­nern kann an damals, als Guten Tag in den Radios lief, wird wissen, was ich meine. Sie sind einfach keine 'normale' Band.

Bring mich nach Hause ist kein Wir sind Helden-Album. Das ist eine gewagte Aussage bei einer Band, für die es genauso wenig einen defi­nie­ren­den Titel gibt, wie für die Beatles oder Radio­head. Doch es stimmt. Bring mich nach Hause ist ein Wir sind Helden-Album. Es ist nur noch nach­denk­li­cher, noch tief­grün­di­ger und viel­leicht auch noch ein klei­nes biss­chen punki­ger als die vorran­ge­gan­ge­nen. Wir sind Helden sind noch lange nicht leise. Sie sind wieder gekom­men, um wieder zu blei­ben. Ganz sicher.

Stell dir vor, du wärst wieder
allein unter Leuten
Sängst trau­rige Lieder
vom Sein und Bedeu­ten

Wir sind Helden – Allein



Die ersten Zeilen des ersten Titels sind eine Ansage für das gesamte Werk. Melan­cho­li­sche Moment­auf­nah­men bei denen der Kontrast­wert bis kurz an den Anschlag hoch­ge­scho­ben ist. Wenige können so gut das Leben in Melo­dien rahmen, wie diese Band. Sehr wenige können das über Jahre hinweg immer wieder treff­si­cher.

Geht zum Musik­händ­ler eurer Wahl, kauft diese Platte (Kauft am Besten die Zwei-CD-Version, die Akus­tik­fas­sun­gun­gen sind umwer­fend.) und sorgt dafür, dass sie in Zeiten von noch so offen­sicht­lich mani­pu­lier­ten Charts sicht­bar wird. Am Besten ganz oben. Nirgendwo anders gehört sie hin.
Es gibt nichts, was wir tun könn­ten,
außer uns auszu­ru­hen.

Wir sind Helden – Nichts, was wir tun könn­ten


 

Society

[daily­mo­tion]http://www.daily­mo­tion.com/video/xakkbb_society-into-the-wild-eddie-vedder_music[/daily­mo­tion]

Society
I hope you're not angry
If I disa­gree
 

Music When The Lights Go Out

  • 6 years ago veröffentlicht
  • Ein Kommentar
  • Erwartete Lesezeit: 04:26 min

Der Daniel hat gefragt, unter ande­rem die Suse. Die hat dann unter ande­rem mich gefragt. Was gefragt, werdet ihr jetzt denken. Folgende 16 Fragen. Antwor­ten wie immer ohne Gewehr.

  1. Ein Lied aus deiner frühs­ten Kind­heit

    Kind­heit, das ist doch schon so lange her. Lege mich einfach mal auf John Lenn­ons Imagine fest. Schon allein, weil es eines dieser ganz beson­ders groß­ar­ti­gen Lieder ist.

  2. Ein Lied, das dich an einen Urlaub erin­nert

    „Ruby ruby ruby“ schallte es auf der Abifahrt. Ist irgend­wie im Kopf geblie­ben. Kaiser Chiefs also. Ruby.

  3. Ein Lied, von dem du in der Öffent­lich­keit nicht so gerne zuge­ben möch­test, dass du es eigent­lich ganz gerne magst

    Ich könnte ja jetzt was von Brit­ney Spears und Avril Lavi­gne und wie sie alle heißen erzäh­len. Dummer­weise gibt es ja da seit eini­gen Jahren dieses selt­same Last.fm, wo ja sowieso jeder sehen kann, was ich so für pein­li­che Lieder höre. Um es kurz zu machen: Gibts nicht.

  4. Ein Lied, das du in deinem Leben vermut­lich am häufigs­ten gehört hast

    Das dürfte vermut­lich irgend­was von Oasis sein. Entwe­der Wonder­wall oder Don't look back in Anger. Egal, beide groß­ar­tig.

  5. Ein Lied, das eine deiner liebs­ten Bands reprä­sen­tiert

    Dazu müsste man Bands hören, die reprä­sen­ta­tive Lieder schrei­ben. Ach Mist, mach ich ja. Das macht die Wahl trotz­dem nicht einfa­cher. Ich entscheide mich jetzt einfach mal für Hospi­tal Beds von den Cold War Kids. Hat alles, was die Cold War Kids ausmacht und diesen ganz beson­de­ren Charme großer Kunst.

  6. Ein Lied, in dem du dich selbst wieder­fin­dest

    The Verve – Catching the Butter­fly. Weil ist so.

  7. Ein Lied, das dich an eine spezi­elle Bege­ben­heit erin­nert

    Du erkennst mich nicht wieder von den Helden. Die Art, wie Judith das auf dem Hurri­cane 2006 gesun­gen hat, werde ich nie verges­sen.

  8. Ein Lied, bei dem du am besten entspan­nen kannst

    Ach man, diese Fragen sind einfach nicht geschaf­fen für die vielen schö­nen Lieder, die es gibt.
    Brian Eno – Tal Coat

  9. Ein Lied, das für eine rich­tig gute Zeit in deinem Leben steht

    Die rich­tig gute Zeit war das Ende der Schul­zeit und die Wiede­rent­de­ckung von Radio­heads OK Compu­ter. Exit Music (For a Film).

  10. Ein Lied, das momen­tan ein Lieb­lings­song ist

    Da kann ich beim besten Willen nicht ein Lied auswäh­len.

    • The Clogs – Last Song

    • Rachael Yama­gata – The Only Fault

    • The Natio­nal – You were a kind­ness


  11. Ein Lied, das du deinem besten Freund widmen würdest

    Ganz ohne Beatles gehts eben doch nicht. All Things Must Pass von George.   Aus Grün­den.

  12. Ein Lied, bei dem du das Gefühl hast, dass es außer dir niemand gerne hört

    Hier muss einfach Lose Your­self von Eminem hin. Weil ja heut­zu­tage keiner mehr Hip Hop mag. Lose Your­self mag nicht gerade zu den Meis­ter­wer­ken für die „wahren“ Fans gehö­ren, ich persön­lich fand es schon immer und finde es noch immer eines der besten Lieder, die jemals über Musik geschrie­ben wurden.

  13. Ein Lied, das du vor allem aufgrund seiner Lyrics magst

    Ich mag wenige Lieder nicht wegen des Lied­tex­tes (Ja es gibt da auch ein deut­sches Wort für.) Schwie­rige Entschei­dung also. Kate Nash – Nicest Thing.

  14. Ein Lied, bei dem du dich bestens abrea­gie­ren kannst

    To Sacri­fice a Child von Chikinki. Und ein paar andere.

  15. Ein Lied, das auf deiner Beer­di­gung gespielt werden sollte

    Eindeu­tig Elton Johns Fune­ral for a Friend/Love lies blee­ding von seinem Klas­si­ker (sic!) Good­bye Yellow Brick Road. Und alle Tanzen, also ab da wo es sich dann anbie­tet.

  16. Ein Lied, das du zu den besten aller Zeiten rech­nen würdest

    The Kinks – Come Dancing. Schon allein, weil die Armen immerzu im Schat­ten von den Geröll­hei­mern und den Pilz­köp­fen stan­den. Unbe­rech­tigt.

    Nunja. Illus­t­rer Mix ist da zusam­men gekom­men. Könnte man ja fast über­le­gen darüber zu schrei­ben, wie sich das hinter­n­an­der­weg anhört. Ich wünsche mir jetzt flei­ßi­ges Nach­den­ken- und Aufschrei­ben und so von Lea, Ines und Matt­hias.
 

Wir, die Verlo­re­nen – Teil 3

  • 6 years ago veröffentlicht
  • 4 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 01:54 min

Das Hupen eines LKWs schreckt mich auf. Gefan­gen in unse­rer Gedan­ken­welt bin ich mitten auf der Straße gelau­fen. Mitten in der Nacht. Da kommt ja sonst niemand. Wenn mich der Fahrer nicht recht­zei­tig gese­hen hätte wäre ich jetzt viel­leicht nicht mehr. Das komi­sche ist, dass mir der Gedanke daran keine Angst macht.

“Geht es dir gut?”

Nicht nur der Last­wa­gen wurde von Gedan­ken verdrängt, sondern auch du. Jetzt stehst du vor mir, siehst mich mit dem selben Blick an, mit dem du vorhin in die U-Bahn gestie­gen bist, fragst ob es mir gut gehe. Dabei weißt du ganz genau wie es mir geht. Wir sind uns zu nah. Wir sind der Welt zu fern. Wir werden hier blei­ben für diese Nacht.
Die Stun­den verge­hen, wir sitzen am Stra­ßen­rand und schwei­gen. Ich beob­achte dich. Heim­lich. Du beob­ach­test mich auch. Offen­sicht­lich. Einzig die Sterne könn­ten dazu Geschich­ten erzäh­len, aber es sind keine Sterne am Himmel zu sehen. Groß­stadt­schick­sal.

Ein paar Stra­ßen weiter schreien sich alte Menschen an. Du suchst Schutz. Ich habe doch auch Angst. Zwar nicht vor den alten Menschen, aber davor, so zu werden. Irgend­wann, irgendwo, mit irgend­wem sinn­lose, zu laute Argu­men­ta­tio­nen zu führen. Tagein tagaus die selbe Leier. Die fehlende Tiefe der Jugen­der­leb­nisse ausge­tauscht durch die fehlende Breite des Erwach­se­nen­all­tags.

Das Morgen­grauen schleicht lang­sa­mer heran als sonst. Alles wird ein biss­chen lang­sa­mer, wenn man nicht allein ist. Ob wir uns wohl wieder­se­hen werden fragst du. Ob das denn gut wäre frage ich zurück. Du nickst, hast verstan­den, was niemand versteht. Manch­mal trifft man Menschen nur ein einzi­ges mal. Genau dann ist für einen kurzen Moment mal alles gut.

 

Wir, die Verlo­re­nen – Teil 2

  • 6 years ago veröffentlicht
  • 6 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 01:59 min

Wenn ich doch nur einen Grund hätte, dich anzu­spre­chen. Ich bin nicht der Typ, der einfach auf Menschen zu gehen kann. Will ja selbst auch meis­tens meine Ruhe haben. Und doch, die äuße­ren Umstände trei­ben mich. Der außer uns leere Wagen, die künst­li­che, gerade anstren­gende Hellig­keit, dein bohren­der Blick. Um meine Kommu­ni­ka­ti­ons­be­reit­schaft zu signa­li­sie­ren nehme ich die Kopf­hö­rer ab. Mein Versuch deinem Blick zu begeg­nen schei­tert kläg­lich. Erneu­ter Anlauf. Es kann doch nichts passie­ren. Oder doch?

Nach einer klei­nen Ewig­keit schaf­fen es meine Augen schließ­lich deinen zu begeg­nen. Du wirkst leicht irri­tiert, fast so, als ob du das nicht erwar­tet hättest. Für einen Moment glaube ich du würdest einfach aufste­hen und durch die gerade noch offe­nen Türen flüch­ten.

Ein letz­tes Mal ganz fest die Zähne zusam­men­bei­ßen: “Warum?”

Mehr lässt mich meine Zunge nicht sagen. Mehr muss sie auch nicht sagen, du verstehst. Du verstehst und fängst zaghaft an zu erzäh­len von einem dieser Leben, die so verdäch­tig austausch­bar klin­gen, dass jeder der Protago­nist sein könnte. Du erzählst mir mein Leben, obwohl wir uns noch nie begeg­net sind. Du erzählst mir, dass du nicht mit dem Rest feiern möch­test und dass du eigent­lich viel lieber in unbe­rühr­ter Natur leben würdest. Ich bin sprach­los.
Endsta­tion. Wir stei­gen aus, gehen neben­ein­an­der vom Bahn­hof, auf der Straße tren­nen sich unsere Wege. “Danke.” sagst du noch, dann biegst du um die Ecke.

Ich stehe auf der Straße, allein mit unse­ren Gedan­ken, um mich herum nichts als erzählte Schick­sale die trotz­dem immer wieder gelebt werden sollen.

Warum?

 

Wir, die Verlo­re­nen – Teil 1

Ich sitze in der U-Bahn, allein mit meiner Musik, um mich herum leere, leicht einge­dellte Sitz­grup­pen. Der Zug hat sich an der letz­ten Halte­stelle abrupt geleert, über­tage ist Party ange­sagt. Reali­täts­flucht, mitten in der Woche.

Während Thom Yorke sich kugel­si­cher jammert denke ich nach über diese Menschen, die nicht vor und nicht zurück können. Denen gar nicht viel mehr im Leben als die tägli­che über­laute Musik­drö­nung bleibt. Ich bin einer von ihnen. Ich leugne es gerne, doch auch ich bin gefan­gen zwischen einer nicht aufge­ar­bei­te­ten Vergan­gen­heit und einer Zukunft, die unge­wis­ser nicht sein könnte. Stän­dig auf der Suche nach Antwor­ten, ohne die Fragen zu kennen. Immer auf der Flucht vor den bekann­ten Fragen.

Nächste Station. Du steigst ein, setzt dich in die Sitz­gruppe mir schräg gegen­über. Dein Gesicht sieht erschöpft aus und doch strahlst du eine Ener­gie aus, die mir fast ein biss­chen Angst macht. Ich will dich anspre­chen, dich fragen, wo du her kommst, was du denkst, warum du mich faszi­nierst. Doch das fragt man nicht. Glaube ich.

Für die Über­wa­chungs­ka­mera sieht die Szene­rie wahr­schein­lich nicht anders aus als in jedem drit­ten U-Bahn­wa­gen zu dieser Uhrzeit. Für mich bleibt die Welt stehen, als sich dein Blick schwei­fend auf die Suche begibt und an mir haften bleibt. Es läuft keine Musik mehr. Das merke ich erst, als ich verzwei­felt nach Ablen­kung vor deinen fragen­den Augen suche. Was willst du? Was suchst du?

 

The Wolves

  • 6 years ago veröffentlicht
  • Ein Kommentar
  • Erwartete Lesezeit: 00:49 min

Es ist so vieles. Das Meiste davon unaus­ge­spro­chen. Teils weil die Kraft fehlt. Teils weil die Worte fehlen. Teils beides.

Es ist so schmerz­haft nicht zu wissen ob hier und jetzt oder irgendwo und irgend­wann alles einen Sinn ergibt. Erge­ben kann. Erge­ben sollte. Es geht nicht um den Sinn des Lebens. Sondern um ein paar kleine Puzz­le­teile die einen klei­nen Ausschnitt des Lebens erge­ben würden, wenn es die rich­ti­gen wären. Dummer­weise hat man meis­tens nicht die passen­den Puzz­le­teile. Muss erst die Menschen finden, die sie aufbe­wah­ren.

Doch was, wenn man dann am Ende glaubt alle Puzz­le­teile zu haben und in der Mitte vom Leben­s­puzz­leab­schnitt bleibt ein Loch?

Some day my pain
Some day my pain will mark you

Bon Iver – The Wolves
 

The 2 Of Us

Viel­leicht war das ja eigent­lich alles gar nicht so gemeint. Viel­leicht habe ich das ja alles falsch verstan­den. Bestimmt habe ich das alles falsch verstan­den. Bestimmt war das alles ganz anders gemeint.

Diese selt­sa­men Situa­tio­nen, wenn es von himmel­hoch­jauch­zend zu zuto­debe­trübt über­schwappt. Erst nur ein biss­chen, dann gleich die ganze Wanne. Und dann weiß man nicht, ob das jetzt gut, schlecht, geht so oder über­haupt eigent­lich gar nichts ist. Dann kommen diese Lieder, die geschrie­ben wurden, als Gegen­stücke zu ande­ren Liedern, und wischen den Boden ein wenig auf.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=f0td_x5QrWg[/youtube]

 

Talk Tonight

Menschen die nicht verste­hen, dass manche Gesprä­che nur zwischen ein und drei Uhr Nachts geführt werden können, haben die falschen Freunde.

Steile These.

Auf zur Beweis­füh­rung.

Der Spruch „Nachts ist es kälter als drau­ßen.“ ist ja mehr oder weni­ger gemein­hin bekannt. Gemeint ist dabei meiner Ansicht nach die gefühlte Tempe­ra­tur. Es fühlt sich im Dunkel nun mal für die meis­ten kälter an als sonst. Auch drau­ßen. Etwas verwir­rend das Ganze, aber irgend­wie verständ­lich. Das wir sind, weil wir denken, haben wir ja mitt­ler­weile auch irgend­wie alle mal verstan­den. Ich schweife ab. Nachts ist es nämlich nicht nur kälter als drau­ßen, nachts kann man auch besser reden als drau­ßen. Dies­mal ist es die gefühlte Gebor­gen­heit, die das Dunkel gibt. Eigent­lich ja auch das voll­kom­me­ner Blöd­sinn. Die meis­ten Menschen fürch­ten sich alleine ja doch irgend­wie im Dunkel mehr als am Tage. Da gibt es aber ein Schlüs­sel­wort: „Allein.“ Im Gesprächs­kon­text ist mensch nicht allein. Deshalb wird die Furcht dann zu Nähe, Vertraut­heit, Gebor­gen­heit. Deshalb, weil man dann gemein­sam allein und sicher ist, kann man nachts besser reden. Wahr­schein­lich auch als drau­ßen. Das hatten wir ja schon.

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