meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Ever­y­thing in it's right place

Als Radio­head 2007 In Rain­bows veröf­fent­lich­ten gab es viel Furore um das Album. Zum Einen aufgrund der doch unge­wöhn­li­chen Veröf­fent­li­chungs­form des „Ladet es runter und zahlt soviel wie ihr denkt dass es euch wert ist.“, zum Ande­ren aber auch, weil es eben ziem­lich genau 10 Jahre nach dem legen­dären OK Compu­ter erschien und von vielen als Teil 2 dessel­ben gehypt wurde. Ob das nun so sein soll weiß wahr­schein­lich wenn über­haupt aller höchs­tens Thom Yorke. Ist ja auch nicht so wich­tig. Wich­tig ist, dass in diesem Zusam­men­hang eine Play­liste durch das WWW wanderte die diese beiden Alben auf wunder­same Art und weise mitein­an­der verband. Die fand ich gerade wieder. Besit­zern beider Alben in digi­ta­ler Form lege ich diese Abspiel­rei­hen­folge sehr ans Herz, allen ande­ren Radio­head.

Kleine Rand­be­mer­kung noch: Am besten hört sich das wenn man zwischen den Titeln ein Cross-Fade von etwa 10 Sekun­den hat.

Airbag
15 Step
Para­noid Android
Bodys­nat­chers
Subter­ra­nean Home­sick Alien
Nude
Exit Music (For A Film)
Weird Fishes/Arpeggi
Let Down
All I Need
Karma Police
Fitter Happier
Faust Arp
Elec­tio­nee­ring
Recko­ner
Clim­bing Up The Walls
House Of Cards
No Surpri­ses
Jigsaw Falling Into Place
Lucky
Video­tape
The Tourist

…und wenn ich wüsste wie man das vernünf­tig als Play­list­dow­n­load anbie­ten kann würde ich das auch gerne machen…

 

Good­night L.A.

  • 7 years ago veröffentlicht
  • 4 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 01:25 min

[img src="pots­da­mer-platz-sonnen­un­ter­gang"]

Nachts ist alles anders als tags­über. Nachts ist man einsa­mer wenn man alleine ist und gemein­sa­mer wenn man nicht alleine ist. Nachts ist jedes Licht wich­tig, weil es eben nicht so einfach ersetz­bar ist wie Tags­über. Nachts sind auch ganz andere Dinge schön als am Tage. Sterne zum Beispiel, Kerzen, Ruhe.
Nachts sind aber auch andere Dinge selt­sam als am Tage. Geräusche vor allem. Wenn es dunkel wird, verän­dert sich die Wahr­neh­mung. Da wird das Grund­rau­schen der Stadt auf einmal wich­tig. Da stockt einem zuwei­len regel­recht der Atem wenn man mal für ein paar Sekun­den kein Geräusch von der Straße hört. „Das kann doch nicht sein,“ denkt man dann, „diese Stadt schläft nie.“ Aber für ein paar Sekun­den jede Nacht ist es eben selbst in Berlin toten­still.
Doch der Schein trügt. Wenn drau­ßen auf der Straße alles ruht erwacht das Mobi­liar zu unge­ahn­tem Leben. Toy Story-esk geben die Einrich­tungs­ge­gen­stände Laute von sich. Für uns Menschen leider nicht verständ­lich und nur als Knacken und Knar­ren wahr­nehm­bar, doch wenn man IKEA­nisch könnte und LEGO­nisch und Teppisch und Tape­tisch, dann könnte man schon vieles verste­hen, vom Leben der Ande­ren.

 

How To Disap­pear Comple­tely




I go
Where I please
I walk through walls
I float down the Liffey

Radio­head



Wie klein die Welt gewor­den ist merkt man am besten beim verrei­sen. Da steigt man in Berlin Schö­ne­feld ins Flug­zeug und kaum zwei Stun­den später ist man schon in Dublin. Kaum zwei Stun­den später ist man an dem Ort, an dem jeder in seinem Leben mal gewe­sen sein sollte. Nicht nur, weil es einfach schön ist, sondern auch, weil es einfach anders ist. Natür­lich gehört Irland zu Europa, natür­lich teilt es große Abschnitte seiner Geschichte und Kultur mit uns Rest­eu­ro­pä­ern und doch: Es ist anders. Die Gelas­sen­heit die über­all in der Luft liegt, die aber trotz­dem nicht das – für eine Groß­stadt einfach notwen­dige – hekti­sche Trei­ben beein­träch­tigt, sondern einfach spür­bar ist. Entspann­tere Menschen im Vergleich zu hier in Berlin.
Aber es ist eben doch auch spür­bar anders dort. Mit London vergleich­bar ist das stän­dige Trei­ben, das greif­bare Leben, was doch immer einen Milli­me­ter vor einem Halt macht, weil man nicht dazu­ge­hört. Man könnte aber, wenn man wollte. Man dürfte nämlich. In einem Reise­füh­rer den ich las stand: „Im Pub findet jeder einen Gesprächs­part­ner, wenn er denn einen sucht.“ Meiner Auffas­sung nach gilt das nicht nur für Pubs. Es gilt für Irland. Zumin­dest für das, was ich davon gese­hen habe.

Klischee­haft könnte man jetzt weiter schrei­ben „nette Leute, schö­nes Land, alles toll“. Stimmt zwar auch, so einfach ist es aber dann doch nicht. Irland wird ja gerne als „Die grüne Insel“ bezeich­net, inso­fern war in meinem Kopf eine Insel voller Wälder. Etwas enttäu­schend dann der Lande­an­flug mit der Fest­stel­lung, dass Bäume dann doch eher zu den selte­ne­ren Erschei­nun­gen gehö­ren. Schafe gibt es, Wiesen, Felder und Büsche. Das alles in Unmen­gen. Und ganz viel Wasser dazu. Soviel zum Land. In den Städ­ten bewei­sen die Iren erstaun­li­che Inte­gra­ti­ons­fä­hig­keit. Schließ­lich muss man erst­mal schaf­fen so lange Zeit britisch geprägt gewe­sen zu sein und trotz­dem ein ganz eige­nes Flair im Stadt­bild auszu­strah­len, dass zwar durch­aus – insbe­son­dere in Dublin – an eini­gen Ecken mal sehr sehr briti­sche Züge hat, aber doch im Großen und ganzen wieder dieses ange­nehme „Anders“ ausstrahlt, was alles dort so unver­ge­ss­lich gemacht hat. Beson­ders begeis­tert haben mich die Schrift­ver­zie­run­gen eini­ger Gebäude, die zum Teil auf deren Geschichte hinwei­sen, teils aber auch höchst poetisch die Tragi­ken des tägli­chen Lebens beschrei­ben.


Man könnte noch endlos viel über die Schön­heit und das Erlebte schrei­ben und dennoch, nichts fängt die Auss­trah­lung dieses Landes und seiner Bewoh­ner besser ein als es zu Besu­chen. Am besten nicht als Massen­tou­rist, auch nicht unbe­dingt den Attrak­ti­ons­plä­nen der Touris­ten­bü­ros folgend, sondern am besten ganz auf klas­si­sche Entdecker­weise „immer der Nase nach“.

 

Where The Streets Have No Name

  • 7 years ago veröffentlicht
  • 2 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 01:20 min

Weg. Weg von den selben lang­wei­li­gen Stra­ßen. Weg von den selben lang­wei­li­gen Menschen. Weg von dem immer glei­chen grauen Wetter. Weg von allem. Einfach mal was ande­res sehen. Nicht nur, weil man eben ab und an mal weg von den lang­wei­li­gen Menschen und den lang­wei­li­gen Stra­ßen muss, sondern auch, eigent­lich gerade weil die Menschen und Stra­ßen eben ganz und gar nicht lang­wei­lig sind. Sondern weil sie lang­wei­lig gewor­den sind. Diese Lange­weile aus Routine. Diese elen­dige Routine. Zu viele Tage, an denen man keinen Tage­buchein­trag verfasst, weil einfach nichts passiert ist. Natür­lich ist ganz viel passiert, aber das hat man nicht gemerkt, weil man so tief im Alltag steckt, dass man nichts mehr merkt.

Dann muss man mal raus aus dem Alltag. Am besten möglichst weit weg und irgendwo hin, wo man noch nie war, wo man in jeder Sekunde neues sehen kann. Denn nur dort, wo man neues sehen kann, kann man altes in Ruhe verar­bei­ten. Nur dort findet man Zeit, Ruhe und Kraft um weiter zu machen, wo es am schöns­ten ist: Bei den grauen Menschen in den grauen Stra­ßen. Die natür­lich wieder so bunt wie immer sind, wenn man dann zurück kommt. Da ist man sich vorher sicher. Alles andere unge­wiss. Aber das ist auch gut so.

 

Lua

  • 7 years ago veröffentlicht
  • 2 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 02:11 min

Manch­mal muss man eben einsam sein. Da kann man mit den nettes­ten Menschen der Welt zusam­men sein und ganz viel groß­ar­ti­ges und wunder­schö­nes erle­ben, aber manch­mal kommt ein klit­ze­klei­ner Gedanke daher und reißt die Welt aus den Fugen. Zumin­dest soweit, dass man erstein­mal nach­den­ken muss.
Dann läuft man bis ans Ende der Straße, stellt fest das es nicht reicht und läuft weiter. Einfach immer weiter. Musik kann man nicht hören, nicht weil es nicht die Mögleich­keit gäbe, nicht­mal weil man nicht will, sondern einfach, weil kein Lied passen würde. Weil zu viele Emotio­nen auf einmal da sind. Wenn es Farben auf dem Farb­kreis wären, sie würden sich nicht zu weiß über­la­gern. Auch nicht zu schwarz. Es würde bunt blei­ben. Zu bunt.
Denn eigent­lich will man das Bunte loswer­den. Nur für einen Moment mal Stille haben. Nicht diese „keine Menschen, kein Geräusch“-Stille, die es jeder­zeit an jeder drit­ten Ecke für umsonst gibt. Nein. Die unbe­zahl­bare innere Stille. Keine wirren Fäden die im Kopf Mikado spie­len und sich stän­dig dabei verhed­dern, weil man mit Fäden eben kein Mikado spie­len kann.
Irgend­wann geht man unter Menschen um andere Stim­men zu hören, nicht die eigene hören zu müssen. Dass das nicht gut geht war einem eigent­lich auch vorher klar, aber es war eben notwen­dig. Schlech­ter ist die Gesamt­si­tua­tion ja auch nicht gewor­den.
Über­haupt. Im Grunde genom­men weiß man gar nicht, warum man auf einmal so ist, wie man ist. Warum man partout nicht mehr da sein wollte wo man war, bei denen sein wollte bei denen man war. „Viel­leicht weil es gefehlt hat.“ sagt die nervige Stimme aus der hinte­ren linken Kopf­re­gion dann.
Dann kommt der Sonnen­auf­gang. Und alles ist gut.


Sonnen­auf­gang an der Binnen­als­ter


When ever­y­thing is lonely I can be my own best friend
I'll get a coffee and the paper, have my own conver­sa­ti­ons


Bright Eyes – Lua

 

Slip­ping Husband

Schon im Okto­ber letz­ten Jahres, bereits nach den ersten zaghaf­ten Worten, die Elisa­beth Rank zum aller ersten Jour Fitz aus ihrem Debu­troman „Und im Zwei­fel für dich selbst“ vorlas wusste ich, dass dies mal eines der Bücher werden wird, die man nicht nur ein mal und auch nicht nur zwei mal liest. Eines der Bücher, die man ein Leben lang hegt und pflegt, die man Menschen ans Herz legt die einem am Herz liegen. Etwas beson­de­res.
Etwas beson­de­res, so könnte man meinen, ist auch die Geschichte. Das ist sie aber eigent­lich nicht. Trau­rig, (zum Glück) selten, aber doch viel zu Häufig in der Reali­tät auftre­tend. Das schon. Aber nichts beson­de­res. Doch genau das ist der Punkt. Die gran­diose Darstel­lung des aus den Fugen geris­se­nen Alltags. Die Wieder­fin­dung des Selbst, wenn man alles hatte aber nichts mehr hat. Das Leben zurück­erobern, wenn auch schmerz­haft.
Es ist aller­dings keines­wegs ein Buch für jeden. Man kann, nein sollte es nicht lesen, wenn man Angst vor Gefüh­len hat, wenn man sich gerne hinter seiner Fassade versteckt und in seiner eige­nen klei­nen Welt lebt. Viel­leicht sollte man es aber auch gerade dann lesen. Viel­leicht aber gerade dann mit beson­de­rer Aufmerk­sam­keit.

Lesen. Unbe­dingt. Ohne Wider­rede!

Ich habe das letzte Kapi­tel noch nicht gele­sen. Ich habe Angst. Ich will nicht, dass es schon zu Ende ist, weil es zu schön ist um schon zu Ende zu sein. Ande­rer­seits heißt es ja immer, man soll aufhö­ren, wenn es am schöns­ten ist. Dass der schönste Abschnitt des Roma­nes zeit­gleich auch der trau­rigste ist muss bei einer Geschichte wie dieser so sein. Das ich irgend­wann fertig sein werde lässt in mir die Hoff­nung aufkei­men, irgend­wann, viel­leicht schon in nicht all zu ferner Zukunft, das nächste Buch von Frau Rank lesen zu können.

Und im Zwei­fel für dich selbst
Elisa­beth Rank
Suhr­kamp Nova

 

Writ­ings on the Wall

Oft wird behaup­tet, Weblogs und Tage­bü­cher seien das glei­che. Meist fühle ich beim Lesen solcher Sätze ganze Haus­wände an meine Stirn knal­len. Es ist nun mal nicht das glei­che. Nicht unbe­dingt jeden­falls.

[img src="zitate"]

Tage­buch, Gedan­ken­buch, Notiz­buch oder auch nur Kalen­der­rand­krit­ze­leien – Wir alle machen uns seit Ewig­kei­ten Aufzeich­nun­gen über unsere Erleb­nisse. Manche mehr, manche weni­ger bewusst. Manch­mal stellt man auch erst Jahre später, beim Sortie­ren von irgend­wel­chen alten Sachen fest, dass man sich ja dieses eine tolle Erleb­nis, woran man immer mal wieder gerne zurück denkt, Einzel­hei­ten aber verges­sen hat, doch notiert hat.

Es ist also nichts neues, seine Gedan­ken oder Erleb­nisse fest­zu­hal­ten. Viele mehr oder weni­ger berühmte tage­buch­schrei­bende Menschen haben in der Vergan­gen­heit bereits ihre Tage­bü­cher entwe­der in hohem Alter selbst veröf­fent­licht, oder testa­men­ta­risch veran­lasst, dass diese nach dem Tode veröf­fent­licht werden. Der Inhalt der Tage­bü­cher gibt meist noch­mal einen gänz­lich ande­ren als den bisher bekann­ten Einblick in das Lebens­werk des Schrei­bers.

In Zeiten des World Wide Web hat sich das aller­dings ein wenig geän­dert. Heut­zu­tage kann jeder Mensch mit Zugang zum Inter­net jeder­zeit so ziem­lich alles veröf­fen­ti­chen. Nicht mal der Form sind wirk­lich Gren­zen gesetzt. Text, Bild, Ton, Video. Alles was möglich ist, ist auch erlaubt. An dieser Stelle treten dann so Phäno­mene wie Word­press, Twit­ter, Tumblr, Flickr, Blog­ger auf. An dieser Stelle über­schrei­tet man dann even­tu­ell den Punkt zwischen dem klas­si­schen, zu Lebzei­ten meist priva­tem Tage­buch und der öffent­li­chen Darstel­lung des Selbst.

Schon Gott­fried Keller wusste, dass Klei­der Leute machen. Heut­zu­tage sind es aber, nicht zuletzt aufgrund der Globa­li­sie­rung, mehr und mehr die Dinge die wir sagen, schrei­ben, fest­hal­ten, die uns ausma­chen, uns charak­te­ri­sie­ren. Die Dinge, die wir mit Hilfe der vorhin genann­ten Weban­ge­bote oder ande­rem hinter­las­sen bilden eine Spur unse­rer Gedan­ken. Helfen dabei nicht nur uns, sich später an erleb­tes zu erin­nern, sondern auch ande­ren mehr über uns heraus­zu­fin­den.

Ob dieses mehr heraus­fin­den nun Gut oder Schlecht ist sei jedem selbst über­las­sen. Ich zum Beispiel schreibe hier zwar unter einem Pseud­onym, aber es ist nicht sonder­lich kompli­ziert heraus­zu­krie­gen, wer sich dahin­ter versteckt. Was mir aber eigent­lich wich­tig ist, ist der „für andere“-Punkt. Das Tage­buch schreibt man selten für andere. Sei es nur, um sich selbst beim nach­den­ken zu helfen. Sobald man aber etwas auch expli­zit für die Augen ande­rer schreibt, fängt man plötz­lich an über das zu schrei­bende nach­zu­den­ken. In diesem Sinne kann man zwar durch­aus ein Weblog auch als klas­si­sches Tage­buch führen – mit der Option, dass es die Rest­welt sofort lesen kann – ich jedoch bin der Meinung, dass ein solches öffent­li­ches Tage­buch niemals vergleich­bar sein wird, mit dem, was man unter glei­cher Voraus­set­zung geschrie­ben hätte, wenn es nicht (sofort) öffent­lich wäre.

Schließ­lich finde ich die (post?) moder­nen Mittei­lungs­mög­lich­kei­ten nicht nur gut und rich­tig, sondern auch ausge­spro­chen wich­tig, weil dem Normal­bür­ger damit – soweit ich weiß erst­ma­lig in der Geschichte – die Möglich­keit gebo­ten wird, Ausmaß und Umfang der von ihm bekann­ten persön­li­chen Daten weitest­ge­hend selbst zu bestim­men.

 

Street Spirit (Fade Out)

Ein biss­chen was von allem. Viel­leicht sogar ein biss­chen zu viel. Musik hören ohne sie wahr­zu­neh­men. Vier­tel­stun­den zum lesen einzel­ner Buch­sei­ten brau­chen. Am Ende aufräu­men, weil man noch glaubt, dass es was brin­gen würde produk­tiv zu sein.
Dann ist das Zimmer so schick und schön wie seit der Jugend­weihe nicht mehr und trotz­dem fühlt sich nichts rich­tig an. Lachen kann man, aber nicht von Herzen. Weinen kann man viel­leicht auch, aber auch nicht von Herzen.
Ein biss­chen zu viel von allem. Einer dieser Tage, deren Abend­däm­merung man sich schon vor dem Aufste­hen alle fünf Minu­ten wünscht.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=BrZTNhW44-o[/youtube]

 

Long Road to Ruin

Es sollte viel mehr gele­sen werden. Voral­lem sollte viel mehr analog gele­sen werden. Damit Bücher wie dieses nicht verges­sen werden. Damit ein wenig mehr Zeit für Kultur in dieser unse­rer kurz­le­bi­gen Welt bleibt. Damit mehr Zeit für die klei­nen Dinge da ist.

Chuck Palah­niuk dürfte den meis­ten, wenn über­haupt, als Autor von Fight Club bekannt sein. Fight Club. Die Film­le­gende. Genau. Chuck Palah­niuk hat aber auch noch andere Bücher geschrie­ben. Unter ande­rem Survi­vor.

[img src="chuck-palah­niuk-survi­vor-cover"]

The shor­test distance between two points is a time line, a sche­dule, a map of your time, the itine­rary for the rest of your life. Nothing shows you the straight line from here to death like a list.

Der Roman ist in keins­ter Weise normal. Es fängt an mit der Seiten­num­me­rie­rung und hört auf mit dem Ende. Es gibt keinen Satz in diesem Buch, den man nicht in irgend­ei­ner Lebens­lage zitie­ren könnte. Das Buch ist die perfekte Vorlage für eine der span­nen­de­ren Alter­na­ti­ven unse­res lang­wei­li­gen Lebens. Neben­bei lernt man Dinge über Haus­halts­füh­rung, die in keinem Lexi­kon stehen und erhält einen Blick hinter die Kulis­sen der moder­nen Skla­ve­rei.

Lest es! Sofort!

Survi­vor
Chuck Palah­niuk
Anchor­books

 

What we wanted

Ab und an kommt es im Leben eines jeden von uns mal vor, dass man Dinge sagt, die man später dann bereut. Als ich Animal Collec­ti­ve’s Merri­wea­ther Post Pavil­lion zu meinem Album des Jahres kürte war das einer dieser Momente. Also naja. Nicht ganz. Sowohl Animal Collec­tive als auch das Album sind groß­ar­tig, aber ich hatte im Moment des schrei­bens für einen klei­nen Augen­blick etwas noch viel groß­ar­ti­ge­res verges­sen: Einen der Newco­mer­ge­heim­tipps des letz­ten Jahres und eines meiner persön­li­chen Berlin Festi­val 2009 High­lights: Dear Reader.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=r_NPQN3z_e0[/youtube]

Das Dear Reader Debut trägt den wunder­bar in die Zeit passen­den Titel „Replace Why With Funny“, erschien am 26. Februar letz­ten Jahres bei City Slang und erreichte meine Ohren über Pretty Much Amazing wenig später. Um es kurz zu machen: Es gibt wenige Musik­mo­mente die mich so mitge­ris­sen haben.

Die elf Titel des Albums sind alle­samt wunder­bar, sogar das Artwork kann sich sehen lassen und zu guter Letzt sind sie auch Live mit stre­cken­weise komplett ande­ren Arran­ge­ments unschlag­bar.

Hitpo­ten­tial aus Südafrika, was es so schon eine Weile nicht mehr gege­ben hat.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=ThrWiHAlOxg[/youtube]