meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Boule­vard of broken dreams

  • 7 years ago veröffentlicht
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  • Erwartete Lesezeit: 01:41 min

Weiße Blät­ter immer wieder umdre­hen, von der einen auf die andere Seite und wieder zurück. Verges­sen, welche Seite nun Oben und welche Unten ist.

Was bleibt ist die Hoff­nung, dass man viel­leicht auf der ande­ren Seite doch etwas über­se­hen hat.
Natür­lich sind die Blät­ter nicht leer. Nein, das Wahr­neh­men des Inhal­tes ist nur schmerz­haf­ter als das Igno­rie­ren. Ausblen­den.

Viel­leicht nicht für immer, aber wenigs­tens bis es nicht mehr weh tut. Bis die Erin­ne­rung nur noch eine Erin­ne­rung ist.

Wenn es denn so einfach wäre.

Es geht nicht. Man kann Schrift nicht igno­rie­ren. Erst recht keine Hand­schrift. Schon gar nicht, wenn es um Liebe geht. Also liest man ihn doch, den Brief in dem alles erklärt wird. Bald wünscht man sich, es wäre nur Text auf den Blät­tern und kein Frei­raum dazwi­schen. Bald wünscht man sich, einfach nur Lesen zu können, das Gehirn abzu­schal­ten bis man fertig ist. Nicht die Schmer­zen zwischen den Zeilen zu denken. Denn jedes gedachte Gefühl wird gefühlt werden. Schnel­ler als einem lieb ist.
Hinter­her tut es am Ende doch nicht so viel mehr weh als man dachte. Denn am Ende blei­ben nur die Gedan­ken zwischen den Zeilen. Der Brief wert­los. Im Moment. Später, wenn man die Welt gese­hen hat und die Zettel zufäl­lig in einer verstaub­ten Ecke wieder­fin­det, dann erst erkennt man die Groß­ar­tig­keit dieses aller­ers­ten Abschieds­brie­fes der aller­ers­ten großen Liebe.

 

Motion Sick­­ness

  • 7 years ago veröffentlicht
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  • Erwartete Lesezeit: 01:19 min

Es geht ums wollen sollen. Oder auch nicht­wol­len sollen. Wahl­weise. Jeden Tag muss, darf, soll, kann man die Welt retten. Oder auch einfach etwas ganz bana­les tun. Wahl­weise.

Aber warum eigent­lich? Der innere Zwang des gesell­schaft­li­chen Zusam­men­le­bens gebie­tet uns, dass wir nicht nur vor uns hindö­sen und unse­rem einsa­men Dasein fris­ten. Das ist eines dieser Sinn-des-Lebens Probleme.

Immer und über­all werden Erwar­tun­gen gestellt. Mindes­tens genauso oft werden sie nicht erfüllt. Frei nach dem Motto: „Shit happens twice a day“ versucht man dann in der Regel einfach weiter­zu­le­ben und das wird schon alles irgend­wie gehen. Die meis­ten Probleme lösen sich ja sowieso von selbst. Früher oder Später. Wahl­weise eher später.

Ich finde den Erwar­tungs­ka­ta­log des Lebens durch­aus manch­mal belas­tend. Ja. Nervend. Weil man manch­mal einfach seine Ruhe braucht. Einfach mal nichts tun kann. Es ist ja meist gar nicht das Nicht­stun­wol­len. Nein, es ist das fehlende Buch im Regal oder die eine klem­mende Taste am Klavier, die mehr Kopf­zer­bre­chen berei­tet als man zuge­ben möchte. Die Nich­tig­kei­ten, über die man nach­den­ken muss.

Das Leben.

 

Univer­­­sally Speak­ing

  • 7 years ago veröffentlicht
  • 4 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 01:12 min

Schrei­ben ist anders. Wenn man schreibt benutzt man andere Worte. Man denkt nach über die Anord­nung, die Satz­zei­chen, den tiefe­ren Sinn. Den Inhalt der zwischen den Zeilen stehen soll. Da benutzt man manch­mal Worte, die man so niemals in einer echten Unter­hal­tung benut­zen würde.

Aber gibt es das über­haupt noch, echte Unter­hal­tun­gen? Sind wir nicht durch Blogs, Chats, Twit­ter, E-Mail, SMS, etc. schon endlos weit von norma­len Unter­hal­tun­gen entfernt, wie es über­haupt geht? Wann habt ihr denn zum Beispiel, das letzte mal länger als sagen wir eine Stunde mit jeman­dem gere­det ohne auch nur eines dieser Hilfs­mit­tel in Anspruch zu nehmen? Schon eine Weile her? Probiert es mal wieder.

Es ist wich­tig, die Bedeu­tung von möglichst vielen Worten stän­dig parat zu haben. Dieser  so genannte primäre Wort­schatz. Der defi­niert uns. Denn nur der grenzt unsere Schlag­fer­tig­keit ein. Außer­halb der tech­ni­sier­ten Welt in der meist keiner merkt, das man viel­leicht noch den ein oder ande­ren Fakt schnell googlet oder hier und da noch eine kleine Verschö­ne­rung vornimmt.

 

Drop in the Sea

I was told by a knight of the sun That wisdom  could set people free

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The Film Did Not Go 'Round

  • 7 years ago veröffentlicht
  • 7 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 01:18 min

Es gibt viel zu viele Menschen, die es schaf­fen alles, aber auch wirk­lich alles in ihrem Leben, auf ein einzi­ges Exem­plar zu redu­zie­ren. Lieb­lings­film, Lieb­lings­buch, Lieb­lings­bild, Lieb­lings­son­nen­auf­gang, Lieb­lings­trep­pen­stufe, Lieb­lings­staub­körn­chen. Naja. Viel­leicht auch nur fast alles.

Ich kann das nicht. Ich konnte das noch nie. Jedes Mal, wenn mich jemand nach meinem Lieb­lings­ir­gend­was fragt, versu­che ich erst­mal auszu­wei­chen. Weil ich mich nicht fest­le­gen lassen will. Weil immer wieder was neues kommen kann. Wer weiß. Viel­leicht komme ich eines Tages auf den Mond und finde Erdstaub­kör­ner auf einmal sowas von irdisch lang­wei­lig wie Berli­ner Luft in Dosen.

Das ich mich bei diesen wich­ti­gen Dingen ungern fest­le­gen lasse heißt natür­lich nicht, dass es nichts gibt, woran mein Herz hängt. Ganz im Gegen­teil. Eine halbe Herz­kam­mer ist schon mit Unwich­tig­kei­ten gefüllt. Musik, Lite­ra­tur, Filme. Eigent­lich alles. Einen klei­nen Einblick gönne ich euch, in mein Herz.

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Wait for the sun

  • 7 years ago veröffentlicht
  • 2 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 02:17 min

Crocus blossoms (after an early spring snow fall)

Jedes Jahr das Glei­che. Erst wartet man den halben Herbst über sehn­süch­tig auf die erste Flocke Schnee. Winter­an­fang. Eigent­lich will man gar nicht das der Winter anfängt. Weil Winter­an­fang gleich­be­deu­tend mit Weih­nachts­vor­be­rei­tung ist. Und das ist zeit­auf­wen­dig, kommer­zia­li­siert und – wenn denn Schnee liegt – eigent­lich nicht passend. Denn wenn wirk­lich Schnee liegt und alles auf die viel besun­gene weiße Weih­nacht hindeu­tet, dann könnte man Weih­nach­ten schön finden. Etwas Besinn­lich­keit bei all der Hektik die das Leben sonst bereit hält kann ja nicht scha­den. Aber nein, die größte Errun­gen­schaft der Zivi­li­sa­tion, die freie Markt­wirt­schaft, schafft es Jahr für Jahr aufs Neue jegli­che Träume einer geruh­sa­men Zeit „zwischen den Jahren“ mit gut plat­zier­ten Voodoo­na­del­sti­chen zu zerstö­ren.

Dann ist also Weih­nach­ten und keiner will hin. Dann kommt Silves­ter und das neue Jahr und der alte Trott geht von neuem los. Gute Vorsätze sind zwar schön für Tage­bü­cher jegli­cher Art, aber im wahren Leben dann doch eher unprak­ti­ka­bel. Was passiert also? Nichts. Deswe­gen fängt der Schnee, sofern nicht noch even­tu­ell gelieb­ter Winter(sport)urlaub vorhan­den ist, spätes­tens dann an zu nerven. Manche mehr, manche weni­ger. Sehr stark abhän­gig ist das auch vom Wohn­ort. Es ist nunmal so, dass Groß­städte nicht schnee­taug­lich sind. Erst recht nicht, wenn sie nicht mal unter norma­len Umstän­den ihre Verkehrs­in­fra­struk­tur aufrecht erhal­ten können.

Was also wäre schö­ner als ein plötz­lich durch die Tür plat­zen­der Früh­ling? Auf den ersten Blick nichts. Zumin­dest nicht fürs Gemüt. Da spielt es auch eigent­lich keine Rolle ob der Boden nun weiß ist oder nicht. Nach spätes­tens 4 Mona­ten kahler Baum­wip­fel braucht die Seele frisches Grün.

Photo via roddh

 

Brother Sport

You got to weigh what he said
To help you shape the way you play

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White as Snow

Ich war noch mal drau­ßen in diesem Schnee­ber­lin und hab ein paar Bilder gemacht.

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White Winter Hymnal

Winter in dieser Stadt ist sowohl grauen- als auch wunder­voll. Unun­ter­bro­chen stehen beide Empfin­dun­gen im Kampfe mitein­an­der. Auf den Stra­ßen und den großen Plät­zen erfüllt die Metro­pole ihr Klischee: Schlamm, Matsch, Dreck soweit das Auge reicht. Aber Berlin kann auch anders. Berlin im Schnee kann einen abseits der Menschen­mas­sen jeder­zeit von seiner unbän­di­gen Schön­heit über­zeu­gen und gefan­gen nehmen. Aber seht selbst.

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Auto­­ma­tic Stop

Einer­seits reizt mich der Gedanke eines tägli­chen Blog­bei­tra­ges unge­mein. Schon allein um euch damit ein wenig Zeit steh­len zu können.

Ande­rer­seits ist das ein Unter­neh­men ohne gutes Ende. Früher oder später wird ein Tag kommen, an dem ich keine Idee habe. Oder ein Tag, an dem mich das Inter­net verlässt (Ja, das geht auch mit mobi­lem Zugangs­ge­rät noch). Oder einfach nur ganz profan Offli­ne­ur­laub, was auch ab und an mal sein muss.

Daher beuge ich hier­mit hier und jetzt der Entste­hung des Eindruckes vor, dass ich hier weiter­hin täglich was neues schrei­ben werde. Dem wird nicht auf Dauer so sein.

Neben diesen mehr oder weni­ger prag­ma­ti­schen Gedan­ken gibt es natür­lich auch noch andere Gründe, weshalb das so nicht weiter gehen wird. Künst­le­ri­scher Anspruch zum Beispiel. Das mag bisher noch nicht so ausse­hen, aber ich schreibe gerne und auch gerne mal etwas länger. Das ist aber bei tägli­chen Posts einfach nicht drin. Außer­dem will mir das ganze hier ja zu aller erst mal Spaß machen. Von daher geht es jetzt unre­gel­mä­ßig weiter. Längere Texte kommen aber wohl eher erst, wenn ich das Blog­gen wieder gelernt habe. Bezie­hungs­weise das Nichtnur­für­sich­selbst­schrei­ben allge­mein. In der Hinsicht ist der Geist momen­tan etwas träge.