meandering soul

»Am Ende kommt meist sowas Absurdes wie ewige Liebe.«

Alas­ka­ni­sie­rung, die

Alas­ka­ni­sie­rung, die:

Fort­wäh­rend mehr Bücher der eige­nen Samm­lung hinzu­fü­gen, als man jemals in einem Leben lesen kann.

 

Über Frei­heit

Ich möchte frei sein.
Dieser kurze Satz würde an und für sich reichen, um im groben die halbe Mensch­heits­ge­schichte zusam­men­zu­fas­sen.

Ich möchte frei sein.
In meinem Latein­un­ter­richt lernte ich das wunder­schöne Verb vacare kennen. Frei sein von etwas. Doch von was? Vom unmit­tel­ba­ren, persön­li­chen Umfeld, von Sorgen jegli­cher Art oder vom Glau­ben an das Gute im Menschen?

Ich möchte frei sein.
Gut und rich­tig frei. Man kann ja auch falsch frei sein. Das nennt man dann meist große Errun­gen­schaft der Mensch­heit und das hat meist sehr viel mit Ansich­ten älte­rer Herren zu tun. Leider.

Stop. Zurück­spu­len. Bis zum Anschlag des Band­an­lauf­stückes. Klack. Erneute Wieder­gabe.

Ich möchte frei sein.
Diese vier Worte könn­ten mein Leben mehr als zwei Mal um 180 Grad drehen, wenn die Mensch­heit nicht so unfass­bar intel­li­gent gewe­sen wäre, den Konjunk­tiv zu erfin­den.

Ich möchte frei sein.
Frei­heit. Eines der großen Ideale, sowohl in der Kunst als auch in Poli­tik und Gesell­schaft. Und doch auch: Frei­heit, reine Einbil­dung?

Ich möchte frei sein.
Doch bin ich weni­ger frei, wenn ich nicht auch manch­mal nicht frei sein will?

Ich möchte frei sein, gut und rich­tig frei, verant­wor­tungs­voll, wissend, was Frei­heit bedeu­tet, stän­dig in dem Bewusst­sein, dass es kein zurück mehr gibt, wenn der Kampf für Frei­heit einmal begon­nen hat. Denn ein Kampf ist es, immer.

Frei sein wollen ist bestimmt nobel, aber eigent­lich, eigent­lich möchte ich nur leben.

Doch, wie lebt man?

 

Ashy Birth­day

Hallo aweso­mes Mensch!

Ich drücke Dich, ganz fest, ganz fest. Ich glaube nämlich an Feen und daran, dass Du eine bist. Zumin­dest stelle ich mir Feen so vor, wie Dich. Immer für alle da, immer stark und immer noch ein paar zyni­sche Worte auf den Lippen.

Flieg heute mal ein paar extra Loopings für Dich, schau Dir an, was Du alles schon groß­ar­ti­ges voll­bracht hast und vor allem: lass Dich feiern!

I would have every young woman of your condi­tion in life acquain­ted with the manners and amuse­ments of London.

Jane Austen – Sense and Sensi­bi­lity


 

Kunst ist leise

  • 5 years ago veröffentlicht
  • 2 Kommentare
  • Erwartete Lesezeit: 01:19 min

Gute Musik muss nicht laut sein, nur weil sie live gespielt wird. Stel­len Bands wie Broken Social Scene oder Lamb­chop bei Bedarf auch eindrucks­voll unter Beweis.

Leider ist das nicht die öffent­li­che Meinung. Die öffent­li­che Meinung ist, dass Musik laut sein muss, wenn sie live gespielt wird. Was natür­lich auch heißt, dass ein Künst­ler live so derma­ßen betrun­ken sein kann, dass es nichts macht, wenn er zwan­zig mal dane­ben haut, weil es ja eh so laut ist, dass man die Fehler nicht mehr hört. Kunst ist das nicht mehr. Und im Grunde habe ich auch keinen Respekt vor Menschen, die ihre Musik, in die nach meinem Kunst- und Musik­ver­ständ­nis ihr Herz­blut geflos­sen ist, so derart verhunzt darbie­ten.

Kunst ist leise. Wahre Kunst berührt ohne zu berüh­ren, hinter­lässt Eindrücke ohne zu blei­ben und ist doch ewig. Wahre Kunst spürt man in einem Moment, das ist so ähnlich, wie wenn Leute sagen, es sei Liebe auf den ersten Blick. Nur anders. Denn der Moment, in dem man Kunst spürt, ist in sich eine Ewig­keit. Der Moment, in dem man berührt wird, verän­dert alles. Immer wieder. Und doch ist er immer genauso greif­bar wie unfass­bar fern. Nicht halt­bar, aber spür­bar. Leise eben. Nicht laut.

 

All I ever wanted

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=9-f2kBe3qhc&feature=rela­ted[/youtube]

And I'd be lying if I said that I didn't find it exci­ting,
your eyes so lit, your face so warm and invi­ting.
 

Jahres­end­mei­nungs­äu­ße­rung

Zeit vergeht ja auch irgend­wie immer schnel­ler. Und Verlust und Verän­de­rung waren selten so nah beiein­an­der wie in diesem Jahr.

Amy Wine­house, Eliz­abeth Taylor, Steve Jobs. Nicht nur Namen, sondern Menschen, die nicht verges­sen werden werden.

Tune­sien, Ägyp­ten, Wall Street. Ein neues Gesell­schafts­be­wusst­sein. Nicht nur verein­zelt, sondern welt­weit und unge­bro­chen.

Und nicht zuletzt landet immer wieder dieses eine Bild im Kopf.

 

Im Moment

Einen Schritt zu weit gehen und dann einfach fallen lassen und nicht zum Rand der Klippe zurück blicken, dich noch sehen, in Gedan­ken, oben stehend, in Panik herab in die Tiefe schau­end. Zögernd. Würdest du hinter­her sprin­gen, wenn ich deine große Liebe wäre?

Es gibt Fragen, die sollte man sich nicht stel­len. Erst recht nicht mitten in der Nacht in einem zu leeren Zimmer in einer zu leeren Wohnung in einer zu wachen Straße in einer just in diesem Moment zu lauten Stadt. Dass es nie ruhig ist und im Grunde auch keine Fels­klip­pen gibt, von denen man sprin­gen könnte, ist ein entschei­den­der Vorteil guter Städte. Ruhe ist sowieso oft sehr gefähr­lich. Wenn es zu ruhig ist, kommt man viel zu schnell auf die abso­lut törichte Idee, über das eigene Leben nach­zu­den­ken. Dann wendet man alle mögli­chen nie geschrie­be­nen und noch viel mehr unge­sagte Worte und Sätze in Herz und Kopf umher, in der schnell schwin­den­den Hoff­nung, das alles könnte doch noch irgend­wie repa­ra­bel sein. Aber es ist nicht repa­ra­bel. Nicht nur nicht dies­mal. Nie.

Wenn die Vergan­gen­heit verän­der­bar wäre wäre die Zukunft nicht lebbar. Ja, sogar die Gegen­wart wäre bestän­dig nur ein Schat­ten ihrer selbst, unun­ter­bro­chen im Wandel durch die in unse­ren Augen unbe­ding­ter­weise nie perfekte Vergan­gen­heit. Warum es nie perfekt sein kann? Man könnte jetzt hoch­wis­sen­schaft­lich werden und Gödel anfüh­ren oder den Ener­gie­er­hal­tungs­satz. Oder schlicht und einfach anmer­ken, dass Perfek­tion in Momen­ten lebt, in diesen jedoch unsterb­lich ist.

Ich brau­che nicht zurück­se­hen. Du bist hinter­her gesprun­gen. Für den perfek­ten Moment.

 

Scho­ko­weih­nachts­män­ner

„Ich will aber jetzt einen Scho­ko­weih­nachts­mann essen! Ich will ich will ich will!“
„Aber die Weih­nachts­män­ner sind alle Schatzi, du hast sie mal wieder alle schon geges­sen.“
„Dann will ich ein Rentier.“
„Aber…“
„Ich will ich will ich will“
„Aber…“
„Wa-wa-wa-warum haben Scho­ko­weih­nachts­män­ner keine Rentiere?“
„Weil du sonst fett wirst.“

Ich dachte, das wäre es gewe­sen. Natür­lich, belei­di­gend, aber wen kümmert das schon. Diskus­sio­nen über Scho­ko­lade werden früher oder später immer belei­di­gend. Weil einfach nie genug da ist. Wie mit den Scho­ko­weih­nachts­män­nern. Nie reichen sie. Natür­lich, bis kurz vor Ostern oder so ist meist noch einer übrig, aber irgend­wann sind sie eben alle. Und was dann? Man kann doch nicht ohne Scho­ko­weih­nachts­män­ner leben! Wenigs­tens davon sollte es immer genug geben, wenn sich schon der echte nie irgendwo zu erken­nen gibt!

Was wäre, wenn sie nicht allein wären? Also die Scho­ko­weih­nachts­män­ner. Wenn sie immer im Schlit­ten kämen, mit Dasher und Dancer und Pran­cer und Vixen, Comet und Cupid und Donder und Blit­zen. Was wäre, wenn es Scho­ko­ren­tiere gäbe?
Weih­nachts­wun­der­land für immer wäre das. Und ganz neben­bei eine Markt­lücke deren bishe­rige Nich­tent­de­ckung mich gerade zu erschüt­tert. Für mehr Scho­ko­ren­tiere!

Was aller­dings bleibt, wenn man die Weih­nachts­zau­be­rei im Magen hat, ist die bohrende Frage, warum nicht zur Abwechs­lung mal die Scho­ko­we­sen fett werden, anstatt einem selbst. Es ist ja nicht so, dass ich nicht darauf einge­stellt wäre, wer den Scha­den hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen und so. Aber eigent­lich geht es doch genau darum. Den Scha­den hat doch die Scho­ko­lade. Die macht uns doch fett. Warum macht sie das nicht mit sich selber und lässt uns in Ruhe (und Mengen) genie­ßen? Ziem­lich gemein, das.

 

Wirre Wort­knäuel

Manch­mal geht es nur darum, einfach „Hallo, ich bin da.“ zu sagen. Einfach ein Gespräch anzu­fan­gen, einfach zu reden. Tausend wirre Worte aufsta­peln, um sich selbst verste­hen zu können. Endlich einmal wirk­lich nicht allein sein mit all dem Gedan­ken­sa­lat im Kopf.
Du sagtest einmal, du würdest gerne nicht mehr nur dir selbst deinen Kopf ausschüt­ten. Du sagtest sogar, die Art, in der ich mit dem Matsch aus deinem Kopf umgehe, würde dir gut tun. Davon merke ich aber nichts mehr. Warum nicht? Habe ich mich geän­dert? Hast du dich geän­dert?
Red mit mir.
Lass mich nicht immer anfan­gen. Verlass dich vor allem nicht darauf, dass ich immer da sein werde. Du hast mir beige­bracht, Menschen loszu­las­sen. Ich möchte dich nicht loslas­sen, aber wenn du mich dich nicht mehr verste­hen lässt, werde ich dich loslas­sen müssen. Lieber möchte ich noch tausende wirre Wort­knäuel mit dir entflech­ten und mindes­tens ebenso oft den Moment erle­ben, in dem deine Augen plötz­lich wieder aufleuch­ten, plötz­lich wieder diesen Funke der „Alles ist Gut“-Magie ausstrah­len, der sie meist so einzig­ar­tig macht.

 

Show me the place


Give me a leonard cohen after­world

(Kurt Cobain – Penny­royal Tea)