Boulevard of broken dreams

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Weiße Blätter immer wieder umdrehen, von der einen auf die andere Seite und wieder zurück. Vergessen, welche Seite nun Oben und welche Unten ist.

Was bleibt ist die Hoffnung, dass man vielleicht auf der anderen Seite doch etwas übersehen hat.
Natürlich sind die Blätter nicht leer. Nein, das Wahrnehmen des Inhaltes ist nur schmerzhafter als das Ignorieren. Ausblenden.

Vielleicht nicht für immer, aber wenigstens bis es nicht mehr weh tut. Bis die Erinnerung nur noch eine Erinnerung ist.

Wenn es denn so einfach wäre.

Es geht nicht. Man kann Schrift nicht ignorieren. Erst recht keine Handschrift. Schon gar nicht, wenn es um Liebe geht. Also liest man ihn doch, den Brief in dem alles erklärt wird. Bald wünscht man sich, es wäre nur Text auf den Blättern und kein Freiraum dazwischen. Bald wünscht man sich, einfach nur Lesen zu können, das Gehirn abzuschalten bis man fertig ist. Nicht die Schmerzen zwischen den Zeilen zu denken. Denn jedes gedachte Gefühl wird gefühlt werden. Schneller als einem lieb ist.
Hinterher tut es am Ende doch nicht so viel mehr weh als man dachte. Denn am Ende bleiben nur die Gedanken zwischen den Zeilen. Der Brief wertlos. Im Moment. Später, wenn man die Welt gesehen hat und die Zettel zufällig in einer verstaubten Ecke wiederfindet, dann erst erkennt man die Großartigkeit dieses allerersten Abschiedsbriefes der allerersten großen Liebe.