Years End Blues

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  • Published 10 years ago

Weil Jahresenden trotz allem immer Spuren von Melancholie enthalten. Weil man nichts besser mit Musik begegnen kann als Melancholie.

  1. Radiohead – You and whose army?
  2. Amos Lee – All my Friends
  3. Nick Drake – Hazey Jane I
  4. Hermann van Veen – Wenn ich mir was wünschen dürfte
  5. Jack Johnson – While We Wait
  6. Ben Harper – Power of the Gospel
  7. Monsters of Folk – Temazcal
  8. Wir sind Helden – Stiller

Das Ende

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  • Published 10 years ago

Hier, an dieser Kreuzung, hier haben wir gestanden, letztes Jahr, am selben Tag, ungefähr zur selben Zeit, du und ich. Damals gab es noch kein wir. Damals hast du schüchterne Blicke auf den Boden geworfen und ich versucht den Mittelpunkt der Erde in meinen Jackentaschen zu finden. Damals.

Heute gibt es kein wir mehr. Heute ist es zu Ende. Zu Ende, bevor es richtig anfangen konnte, bevor wir wir sein konnten, bevor alle Chancen ihre Zeit hatten.

Wir werden uns beide unsere Fehler nicht eingestehen, wir werden beide schweigen, versuchen zu vergessen. Was jetzt folgt ist die ewige Frage, wir sehr man eine möglicherweise falsche Entscheidung bedauern kann. Und wie gut man sich einreden kann, dass es eben doch keine falsche Entscheidung war und das man sie ja auch nicht allein, sondern im Grunde gemeinsam getroffen hat.

"Es ging ja gar nicht anders."

Das wird der bestimmende Satz sein. Wir wissen beide nur zu gut, wie dumm dieser Satz ist, doch wir wissen auch, wie gut er als Schutzschild vor der Wahrheit geeignet ist.

Look at what the light did now

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  • Published 10 years ago
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Taste the taste I taste 'till it's tasted
Look at what the light did now

Auf in den Tag

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  • Published 10 years ago

Sechs Uhr Zweiunddreißig. Einsam schimmern die Siebensegmentanzeigen des Digitalweckers in die noch gnadenlose Dunkelheit des neuen Tages. Gemessen an der stechenden Kälte, der die den Wecker ausschaltende Hand ausgesetzt ist, während sie nach einem erfolgreichen Tastendruck die Fernbedienung sucht, möchte der Rest des Körpers gar nicht an das nun folgende denken. Musik ist das einzige, was den Rest des Körpers möglicherweise rechtzeitig dazu animiert, die wohlige Wärme des Bettes zu verlassen.

Ein kurzes klicken, noch einen Moment Ruhe, dann hat sich der Zufallswiedergabealgorithmus entschieden. Amos Lee. All My Friends.

Irgendjemand muss den Kaffee ansetzen. Das einzige mehr oder wenige wache Wesen im Haushalt zu sein bedingt leider, diese Aufgabe übernehmen zu müssen. Starbucks könnte wirklich endlich mal einen Lieferservice mit Abonnements und allem drum und dran einführen. Für diese Tage, an denen der Weg zur Kaffeemaschine nicht nur mit dem Kampf gegen erneutes einschlafen sondern auch mit dem gegen die unsägliche Kälte verbunden ist.

Radiohead. You and whose army?

Wenn die Liedabfolge nach dem Aufstehen den Tagesablauf bestimmt, wird das wohl eher einer der schlechteren Tage. Andererseits wird Melancholie nicht über, sondern unterbewertet. Außerdem ist der Kaffee gerade im fertig werden und das ist doch schon ein relativ ernst zu nehmendes Zeichen dafür, dass es zumindest kein ganz schlechter Tag werden kann.

Lykke Li. Paris Blue.

Einpacken. Zwiebelhautprinzipjunkie. Und dann noch ein paar Schals zur Dekoration, man kann nie genug Schals haben. Ein kurzer Blick auf das Thermometer suggestiert, dass mehr als ein paar Schuhe an den Füßen und mehr als eine Mütze auf dem Kopf auch durchaus eine Überlegung wert wären. Der darauf folgende Blick in den Spiegel sagt das genaue Gegenteil.

Auf in den Tag.

Klischees sind dumm. Nicht nur weil ich das sage.

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  • Published 10 years ago

Ich bin voll das Indiekind. Wird mir zumindest ab und an gesagt. Manchmal sage ich das auch selbst, weil es gerade passt, oder aus anderen, ähnlich absurden Gründen. Eigentlich stimmt das gar nicht. Ich höre zwar gerne und viel dieser so genannten Indiependent-Musik, aber es gibt ja auch immer die anderen. Mal abgesehen davon, dass ein Großteil der hippen "Indiebands" sowieso bei einem der Majors einen Plattenvertrag hat, kann man einfach nicht ewig ununterbrochen die gleichen 7 Akkordmuster mit den gleichen 15 Gitarreneffekten und 23 Motiven hören. Denn ziemlich genau das ist Indie häufig vorwiegend: Langweilig. Langweilig, gerade weil die Bands, die Indie sein wollen sich meist so unendliche Mühe geben anders zu sein als alle anderen, dass sie genau das nicht schaffen. Dabei sollte Indie eigentlich mit einer "If they don\'t like it, fuck it."-Attitüde gemacht werden. Nennt es meinetwegen punkig, aber macht es. Und an die ganzen zwei Gitarristen, Bassist und Schlagzeuger Bands da draußen: Die Beatles gab es schon, waren gut. Könnt ihr nicht besser, nur anders.

Worauf wollte ich eigentlich hinaus? Ach ja, ich wollte eigentlich auf die Anderen hinaus. Auf die "richtigen" Majors. Wobei das ja heutzutage in der Regel sowieso alles einfach unter "Alternative" katalogisiert wird.

Man kann zum Beispiel nur bis zu einem gewissen Punkt von den Red Hot Chili Peppers fern bleiben. Oder eben von den Beatles. Oder auch von Britney Spears, Christina Aguilera und wie sie alle heißen. Das ist eben nunmal doch auch gute Musik. Gefällt zwar nicht jedem und passt auch nicht immer und manches ist auch echt Schrott, aber hey, es ist bestimmt nicht mehr Schrott dabei, als unter dem ganzen Gewusel, dass sich da Indie schimpft.

Ab und an kann man ja mal By The Way anstatt Kid A hören, wenn man Lust auf ein Meisterwerk der 00er Jahre hat. Sollte man sogar.

Lasst uns einfach Menschen sein, die Musik hören, die ihnen gefällt und nicht Musik hören, die ihnen gefällt, weil die Musik in ein bestimmtes Klischee passt, was sie gerade erfüllen möchten. (Manchmal will ich aber trotzdem gerne Indiekind sein.)

Tränen lügen nicht

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  • Published 10 years ago

Tränen lügen nicht. Das wurde mir klar, als du wiederkamst, drei Jahre nachdem wir uns das letzte Mal begegneten.

Alles hat sich verändert, seitdem. Zumindest kommt es mir so vor. Vielleicht habe auch nur ich mich verändert. Oder ich bin der einsame Fels in der Brandung, der unverändert allen Widrigkeiten trotzt und alles andere ist nicht mehr so wie früher.

Du bist noch genau so wie du warst. Du versucht dich zu verstecken, hinter einer anderen Frisur, deinem "neuen Selbst". Doch deine Augen verraten dich.

Tränen lügen nicht.

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Fünf Fragen

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  • Published 10 years ago
  1. Woher kennen wir uns?
  2. Können wir uns leiden?
  3. Können wir uns meiden?
  4. Weshalb fühlt sich das so unwirklich an?
  5. Warum interessiert uns das?

Schreiben

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  • Published 10 years ago

Schreiben damit es besser wird. Was besser wird ist dabei nicht von sonderlich großem Belang. Hauptsache irgendwas wird besser. Wenn man krank wäre, könnte man ja einen Arztbesuch anvisieren, damit wenigstens die Grippe besser wird. Oder was auch immer. Aber man ist ja nicht mal krank. Es ist einfach nur alles irgendwie seltsam.

Schreiben damit es anders wird. Vielleicht kann es gar nicht besser werden. Vielleicht ist das ja nur eines dieser großen Lügenmärchen, die man den Kindern immer erzählt: Irgendwann wird es besser. Früher war doch aber auch alles besser. Warum ist es dann heute nicht mal gut?

Immer diese Fragen.

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  • Published 10 years ago

Es kam ein Stöckchen geflogen. Von flugunfähig. Naja, es kam wohl eher mühsam daher gewatschelt. Wie ein Pinguin oder so. Wie dem auch sei. Acht Fragen hatte sie, Acht nicht ganz einfache. Ich hab mir Mühe gegeben beim Antworten:

Wie gut schätzt ihr eure Fähigkeit als Freund/in ein?

Ich kann manchmal ziemlich nervig sein. Ich bin auch ab und an durchaus sehr leicht reizbar. Trotzdem bin ich davon überzeugt ein guter Zuhörer zu sein und warten zu können und bereit zu sein, mich mit den Problemen meiner Freunde auseinander zu setzen und zu helfen, wenn ich es kann.
Soviel zum allgemeinen Teil. Im Subtext steht ja da meiner Auffassung nach auch noch die Frage nach Freund/in in einer Beziehung. Da wird es noch schwieriger. Eigentlich bin ich gerne da. Doch ich bin eben auch in gewisser Hinsicht Perfektionist. Das macht die ganze Sache nicht gerade einfacher. Ganz im Gegenteil, es frisst von innen auf. Ständig zu versuchen alles so gut wie möglich zu machen lässt in der Regel am Ende entweder nichts oder nur schlechtes geschehen. Kurz und gut: Ich glaube ein guter Freund sein zu können, vorausgesetzt, man ist bereit, sich auf meine Macken einzulassen.

Ohne was könntet ihr nicht leben?

Ohne Musik. Und ohne Bücher. Und ohne Musik in Büchern. Eigentlich müsste hier wohl das typische "ohne meine Freunde" stehen. Doch wenn ich alles in allem betrachte sind Freunde zwar unendlich wichtig, doch braucht man Freunde eben immer in unterschiedlicher Dosierung. Und auch ab und an nicht unbedingt als Menschen. Manchmal kann einem ein gutes Buch ein besserer Freund sein, als es ein echter je könnte. Manchmal gibt es Lieder, die viel mehr Schmerz aufnehmen können, als man es Menschen zumuten möchte. Doch irgendwie, irgendwie gehören ein paar Freunde schon auch zu dem dazu, ohne das ich nicht ich wäre.

Wie nah gehen euch Unglücksnachrichten (z. B. Erdbeben in Haiti)?

(Diese Fragen sind so kompliziert. Oder bin ich das?) Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich damals, am 11. September 2001, vor dem Fernseher saß und nicht so recht wusste, was das alles zu bedeuten hat und warum und wieso und überhaupt alles. Das war ein einschneidendes Erlebnis. Seitdem bin ich aber scheinbar etwas "Katastrophenresistent" geworden. Keineswegs lassen mich derartige Ereignisse inzwischen kalt - wie könnten sie auch - geht es doch meist um viel zu viele unschuldige Menschenleben. Viel zu viel Leid, was häufig vorher, insbesondere aber auch danach, viel zu schlecht und unzureichend wahrgenommen wird und auf das die Staatengemeinde immer wieder mit den gleichen offensichtlich nicht wirksamen Hilfsaktionen reagiert. Es gibt nur eine Menschheit. Wir sollten langsam anfangen das einzusehen.

Euer absolutes Lieblingsbuch? Warum?

Ich habe kein absolutes Lieblingsbuch. Es gibt einfach zu viele tolle Bücher. Die meisten davon habe ich aller Wahrscheinlichkeit nach noch nicht einmal gelesen. Aber hier war ja implizit nach (einem) konkreten Buchtitel gefragt. Nun denn:


  • Christa Wolf - Kein Ort. Nirgends. Weil es die großartigste Beschreibung (un)erfüllter Wünsche ist, die ich kenne. Weil die Worte, die Sätze, die ganze Geschichte nie wieder aus dem Kopf geht, wenn sie einmal drin ist. Weil sie so real wirkt, das ihre Fiktivität nur äußerst schwer einsehbar ist.

  • Donna Tartt - The Secret History. (Weil.)

  • Mia Bernstein - Erdbeerflecken. Weil es schlicht und einfach wunderschöne, verzaubernde Kurzgeschichten sind. (Und weil.)


Engagiert ihr euch irgendwie (ehrenamtlich)?


Bedingt. Ich bin interessiert an fast allem und will ständig die Welt verändern, allein, es fehlt die Zeit. Häufig habe ich den Drang irgendwas zu tun, weil mich dieses oder jenes stört. Meist erstickt dieser Drang aber leider im Keim am Mangel einer Idee die mich sofort von ihrer Umsetzbarkeit und möglichst hohen Erfolgschance überzeugt. Wenn sich allerdings eine Gelegenheit ergibt, etwas zu tun, von dem ich überzeugt bin, dass es nicht im Winde verweht, ergreife ich diese in der Regel auch gerne.


Dein hilfreichster/bester/liebster Internet-Account?


Jemanden von der Sorte, den man lieber fragt, wo er noch keinen Account hat, anstatt ihn zu fragen, ob er denn bei diesem oder jenem Webdienst angemeldet wäre, nach seinem hilfreichsten/besten/liebsten Internet-Account zu fragen ist gewagt. Sehr gewagt.


Winter oder Sommer?


Herbst oder Frühling. Eigentlich. Also naja, alle Jahreszeiten haben so ihre guten und schönen Seiten und alle Jahreszeiten haben auch nervige, sehr unschöne Eigenschaften. Trotzdem: Frühling oder Herbst. Sommer und Winter sind keine Stadtjahreszeiten.


Wie verbringt ihr Weihnachten/Neujahr?


Weihnachten sicher mit der Familie, mal ein bisschen Ruhe finden. Silvester dann wie letztes Jahr schon mit (hoffentlich vielen) tollen Twitter-Menschen zusammen. (Schleichwerbung.)


Das wars. Nun zu dem zweiten Teil, der zu dieser Stöckchensache gehört. Auch wenn ich früher im Sportunterricht nie ein guter Werfer war machen wir jetzt hier Stöckchenweitwurf. Mit neuen Fragen:


  1. Was beobachtest du zuerst, wenn du jemanden kennen lernst?

  2. Bildschirmleser oder Ausdrucker?

  3. Was würdest du gerne ändern?

  4. Warum?

  5. Gibt es Filme, die du aus Prinzip nur im Kino gesehen hast/sehen würdest?

  6. Kannst du Fragen stellen ohne zu versuchen sie unterbewusst selbst zu beantworten?

  7. Wie stehst du zu der Idee von Wikileaks?

  8. Welche Probleme hättest du, wenn du in deiner gewohnten Umgebung für immer auf das Internet verzichten müsstest, sich sonst aber nichts ändern würde?


Und die Stöckchen fliegen an susealiaspaul, die herzprinzessin, einewiekeine und jede(n), der fangen kann (und will).


Weg

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  • Published 10 years ago

Wenn du nicht mehr weißt, ob du hier und jetzt oder irgendwann und irgendwo einmal der warst, der du sein wolltest, als du noch klein warst und dachtest, dass die Pläne, die du für dein Leben schmiedest, ganz sicher genau so in Erfüllung gehen würden, bist du trotzdem noch lange nicht erwachsen. Nur einen einzigen Schritt weiter.

Wenn du nicht mehr weißt, wer sich damals gegen deine Meinung gestellt hat, als du zum ersten Mal aufgestanden bist und nicht einfach geschwiegen hast, als du zum ersten Mal gesagt hast, was in dir vorgeht, und das nicht nur irgendwem, sondern jemandem, der wichtig war, bist du erwachsen. Zumindest ein bisschen.

Zumindest so erwachsen, dass du anfangen kannst aufzuhören einfach nur Pläne zu schmieden und stattdessen lieber ein kleines, unauffälliges „Flucht“ vor diese schreibst. Weg willst du. Wohin weißt du noch nicht, aber weg.

Hab ich recht?