Sixteen

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  • Published 10 years ago

Die erste Midlife-Crisis kommt mit Mitte zwanzig. Gnadenlos. Egal wo man gerade ist oder was man macht, auf einmal kommt das unbändige Verlangen sich sinnlos zu betrinken; auf Parties mit Menschen und Musik der man lange gedacht hatte abgeschworen zu haben, lange verlassene Jugend.

Doch auf einmal will man wieder 16 sein, natürlich ohne die im Laufe der Jahre erworbenen Privilegien aufzugeben. Denn wenn wir ehrlich sind macht 16 nur mit Führerschein und eigener Wohnung Spaß. Also will man dann doch eher nicht 16 sein?

Nein will man nicht. Eigentlich will man nur dieses spezifische Gefühl, dieses Verlangen nach Freiheit und Unabhängigkeit und Allestunkönnen, in diesem Jetzt haben, in diesem Jetzt, in dem man die Möglichkeit hätte es zu mehr als nur einem Verlangen zu machen.

Aber irgendwas ist ja immer.

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Fall Foliage

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  • Published 10 years ago
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You make me smile with my heart.

Einhundert

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  • Published 10 years ago

Wie es wohl wäre, einfach mal komplett neu anzufangen. Es gibt Dinge, die brauchen mehr als 1000 Bilder. Fast alle großen Medien berichten dieser Tage über das Ende der 00-er Jahre. Einerseits reizt mich der Gedanke eines täglichen Blogbeitrages ungemein. Winter in dieser Stadt ist sowohl grauen- als auch wundervoll. Ich war noch mal draußen in diesem Schneeberlin und hab ein paar Bilder gemacht.

You got to weigh what he said
To help you shape the way you play


Jedes Jahr das Gleiche. Es gibt viel zu viele Menschen, die es schaffen alles, aber auch wirklich alles in ihrem Leben, auf ein einziges Exemplar zu reduzieren.

I was told by a knight of the sun
That wisdom could set people free


Schreiben ist anders. Seit der neuesten Appletechnologieveröffentlichung redet alle Welt mal wieder über Flash. Es geht ums wollen sollen. Weiße Blätter immer wieder umdrehen, von der einen auf die andere Seite und wieder zurück. Ab und an kommt es im Leben eines jeden von uns mal vor, dass man Dinge sagt, die man später dann bereut. Es sollte viel mehr gelesen werden. Ein bisschen was von allem. Oft wird behauptet, Weblogs und Tagebücher seien das gleiche. Schon im Oktober letzten Jahres, bereits nach den ersten zaghaften Worten, die Elisabeth Rank zum aller ersten Jour Fitz aus ihrem Debutroman “Und im Zweifel für dich selbst” vorlas wusste ich, dass dies mal eines der Bücher werden wird, die man nicht nur ein mal und auch nicht nur zwei mal liest. Google Buzz. Manchmal muss man eben einsam sein. Weg.

I go
Where I please
I walk through walls
I float down the Liffey


War ja klar, dass ich mir irgendwann diese “Neuerfindung der Maus” zulegen würde. Nachts ist alles anders als tagsüber. Als Radiohead 2007 In Rainbows veröffentlichten gab es viel Furore um das Album. Kinderspiele. Allein die Musik von Glen Hansard und Marketa Iglova zu hören ist verzaubernd. Ich liebe dich. Das ging mir früher auch mal so. Es gibt Menschen, denen hat man fast zu viel zu sagen.

Language is the liquid
That we’re all dissolved in
Great for solving problems
After it creates a problem


Es ist ein Versuch der zum scheitern verurteilt ist, jedesmal wieder, und doch ist es eine wichtige Frage: Was ist eigentlich Liebe? Es gibt diese Worte. Ich war skeptisch. Newsletter sind ja an und für sich ein schon fast ausgestorbenes Informationsformat. Ich würde was drum geben mal wieder so richtig natürlich sein zu können. Musik ist ja sowieso das Allheilmittel. Es ist als ob man gefangen wäre, zusammengepresst von Wäscheklammern. Der wesentliche Unterschied zwischen Freundschaft und Verwandtschaft ist, dass man sich letztere nicht aussuchen kann. Manchmal braucht es keine großen Worte. Was kann man schon sagen über eine Stadt, die älter ist als fast alles, was man davor gesehen hat. An sich mag ich die Google Suche. Den Titel eines Liebesliedes für einen Text über Twitter zu wählen mag Nichtnutzern etwas seltsam vorkommen.

In the end, I was so swarmed by the flock of possibilities that drifted up murmuring and smiling to crowd about me on the bright autumn sidewalk that — like a farm boy flustered by a bevy of prostitutes — I brushed right through them, to the pay phone on the corner, to call a cab to take me back to school.


An und für sich ist alles wunderbar, aber manchmal, manchmal da fehlen die Worte. Es wäre einfacher sich nicht zu verlieben. Wahrscheinlich gehört Richard Ashcroft, gehört seine Band The Verve zu den vielen Bands von denen fast jeder das eine Lied kennt. Einfach mal bei grün an der Ampel stehen bleiben. Dann ist auf einmal eben nicht mehr alles gut. Fahr ans Meer, nimm dir eine dicke kuschelige Decke, setz dich an den Strand, hör den Wellen zu. Es sind diese Tage an denen der gute Rat “Bleib liegen.” das einzige ist, was im Kopf herumschwirrt. Früher konnte ich nicht flüstern. Nur ganz vorsichtig das Papier mit dem Bleistift berühren, drei mal ansetzen für eine Linie. Dann ist es okay so wie es ist.

If this was our last time
What would we do, what would we say then?


Brüste. Menschen die nicht verstehen, dass manche Gespräche nur zwischen ein und drei Uhr Nachts geführt werden können, haben die falschen Freunde. Vielleicht war das ja eigentlich alles gar nicht so gemeint. Bisher fand ich die Debatte um Googles Street View absurd. Es ist so vieles. Ich sitze in der U-Bahn, allein mit meiner Musik, um mich herum leere, leicht eingedellte Sitzgruppen. Wenn ich doch nur einen Grund hätte, dich anzusprechen. Das Hupen eines LKWs schreckt mich auf. Der Daniel hat gefragt, unter anderem die Suse.

Society
I hope you’re not angry
If I disagree


Um das von Anfang an festzulegen: Das ist keine CD-Kritik. Sie wusste, dass es zu spät war. Dieser Weg führt ins Nirgendwo. Obwohl er der jüngere war – es fiel auf, doch nur bei genauem Hinsehen, flüchtige Beobachter hätten die Altershierarchie von Paul und Cleo auch durchaus verwechseln können – hatte Paul schon immer die Rolle des Durchsetzers inne. Sie redeten nicht viel. Camden Town Market. Ich dachte mir, ich könnte einfach einen Regenbogen auf die Wolken malen, als sie mich gefragt haben, ob sie dir was ausrichten können. Wenn du einen Menschen aus deinem Leben noch ein Mal wiedersehen könntest, wen? Vielleicht besteht der Sinn des Lebens einfach darin, so viele Menschen wie möglich zu finden, die einem dieses besondere Geborgenheitsgefühl geben, ohne sich dafür anstrengen zu müssen. Ich will nicht nach Hause gebracht werden. Und am Ende liegst du in irgendeiner Stadt in irgendeinem Haus in irgendeinem Bett und hörst dem Leben zu. “Wie lange ist es her?” Man müsste immer schreiben können. (A song for a lover of long ago.) Wieso ist das Leben anderer Menschen interessanter als das eigene? Liebe M., drei Tage ist es her, seitdem du in den Zug gestiegen bist. Ankommen hat sehr viel mit der relativen Nähe von Menschen zu tun. Hast du dich nicht auch schon unzählbar oft gefragt, ob man wirklich gleichzeitig lachen, weinen, etwas wollen und unter keinen Umständen wollen kann? Gerade eben noch war die Stadt da.

No alarms and no surprises.


Es gibt Unmengen Lieder, von denen ich gerne wüsste, wie sie entstanden sind. Ich liege auf der Couch und versuche gegen meinen Kopf zu gewinnen. Es gibt Musikvideos.

But right now everything you want is wrong
And right now all your dreams are waking up,
Right now I wish I could follow you
To the shores of freedom.

Darfst du mich anfassen? Wenn die tage trüber werden, werde ich dich nicht mehr so gut erkennen. Er hatte die Blätter wieder auf den Tisch geworfen, unachtsam, Knicke provozierend. Erst wollte ich eine eigene Herbstplayliste machen und online stellen, doch hat dazu zum richtigen Zeitpunkt die nötige Muse gefehlt. Normalerweise benutze ich nur selbst gemachte Fotos als Hintergrundbilder auf meinen Computern. Dann fehlen die Gedanken. Es gibt ja diese Meta-Evangelisten, die der Meinung sind, der Sinn und Zweck der Welt sei, sie über alle Ebenen hinweg zu vertaggen. Ich besitze ein iPhone 3GS, damit habe ich zwar den Vorteil des anwenderseitigen, kontrollierten Multitaskings nutzen können, als Apple sein iOS in der Version 4 veröffentlichte, der extrem gestiegene Ressourcenbedarf fiel jedoch nur all zu häufig auf. Der Moment, in dem sich der ganze Körper in eine andere Welt zu begeben scheint, der Moment, in dem aus den Lautsprechern ein fast vergessenes, vor Jahren zuletzt gehörtes Lied erklingt, der Moment, in dem alles kurz inne hält, nur, um die Sinneserfahrung aufsaugen zu können, um nichts zu verpassen, um in wenigen Sekunden ein ganzes Leben zu leben und doch keine Zeit zu verlieren, um gleichzeitig überall und nirgendwo zu sein und trotzdem mit beiden Beinen fest im Boden zu stehen, der Moment also, in dem ein neuer Lebensabschnitt beginnt.


Einhundert erste Sätze.


The Way We Get By

  • Reading time: 1 min
  • Published 10 years ago

Der Moment, in dem sich der ganze Körper in eine andere Welt zu begeben scheint, der Moment, in dem aus den Lautsprechern ein fast vergessenes, vor Jahren zuletzt gehörtes Lied erklingt, der Moment, in dem alles kurz inne hält, nur, um die Sinneserfahrung aufsaugen zu können, um nichts zu verpassen, um in wenigen Sekunden ein ganzes Leben zu leben und doch keine Zeit zu verlieren, um gleichzeitig überall und nirgendwo zu sein und trotzdem mit beiden Beinen fest im Boden zu stehen, der Moment also, in dem ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Unvermeidlich.

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We go out in stormy weather
We rarely practice discern
We make love to some with sin
We seek out the taciturn

iOS 4.2

  • Reading time: 2 min
  • Published 10 years ago

Ich besitze ein iPhone 3GS, damit habe ich zwar den Vorteil des anwenderseitigen, kontrollierten Multitaskings nutzen können, als Apple sein iOS in der Version 4 veröffentlichte, der extrem gestiegene Ressourcenbedarf fiel jedoch nur all zu häufig auf. War ein Programmabsturz unter iOS 3 fast immer auf Fehler im Programm zurückzuführen, füllte sich mit iOS der Crash Reporter sehr schnell mit Einträgen der Ursache "Memory". So oft, wie Programme abstürzten, selbst, wenn nur ein oder zwei gleichzeitig an waren, war Multitasking auf Anwenderseite dann doch eher wieder nur ein theoretisches Feature. Selbst mit den oft gelesenen Performancetricks, wie zum Beispiel dem Abschalten unnötiger Spotlight-Filter oder dem regelmäßigen Beenden von nicht genutzten Apps, hat sich nicht wesentlich was an der Situation geändert. Im Gegenteil, mit zunehmender Gerätelaufzeit wurde es eher schlimmer als besser. Zuletzt hatte ich - was vorher einwandfrei funktionierte - in U-Bahntunneln und ähnlichen, den Netztransmittern schwerer zugänglichen Stellen, selten bis nie eine Internetverbindung, laufende Telefonate brachen zuverlässig ab, sobald man einen U-Bahnhof betrat.

iOS 4.1 habe ich aus verschiedenen Gründen nicht installiert gehabt, was nicht zuletzt wegen des Zeitumstellungsbugs eine durchaus gute Entscheidung gewesen zu sein scheint.

Gestern habe ich endlich Zeit gefunden das Goldmaster von iOS 4.2 zu installieren. Nach einigen behebbaren Problemen funktionierte auch alles wieder. Zunächst ohne spürbare Verbesserung.

Heute habe ich das Gerät über den Tag hinweg intensiver genutzt als sonst. Belastungstest sozusagen. Am Ende des Tages bleibt uneingeschränkt die schon recht schnell gefundene Feststellung, dass Apple mit dem iOS 4.2 Update zumindest, was dessen spezifische Änderungen bezüglich des iPhone 3GS betrifft, scheinbar vieles an Performance und damit angenehmem Benutzungserlebnis wieder hergestellt hat, ohne damit die Funktionalität einzuschränken.

Einmal, da habe ich mein Hintergrundbild geändert

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  • Published 10 years ago

Normalerweise benutze ich nur selbst gemachte Fotos als Hintergrundbilder auf meinen Computern. Gestern Abend jedoch fand ich über Matthias' soup.io einen Blogpost eines Filmemachers, in dem dieser beschreibt, wie er die Hintergrundbeleuchtung einiger iPads als Lichtquelle für ein Shooting genutzt hat. Die dabei entstandenen Aufnahmen haben mich so begeistert, dass ich kurzerhand eine auswählte, welche nun meinen Desktop ziert.

Warum Schlagworte obsolet sind

  • Reading time: 2 min
  • Published 10 years ago

Es gibt ja diese Meta-Evangelisten, die der Meinung sind, der Sinn und Zweck der Welt sei, sie über alle Ebenen hinweg zu vertaggen. Verschlagworten zu Deutsch. Nun bin ich zwar durchaus davon überzeugt, dass Tags in gewisser Hinsicht praktisch sind, andererseits ist es mir persönlich nicht ersichtlich wieso ein derartiger Hype um Schlagworte entstanden ist.

Ist ihr eigentlicher Hauptzweck doch, Daten zu gruppieren. Daten, die in der Regel bereits durch eine Kategorieangabe (im Falle von Blogeinträgen) oder anderweitige Metadaten (z.B.: Titel- und Interpretenangaben bei Musikdateien) kategorisierbar sind. Man könnte auch durchsuchbar sagen. Wird doch insbesondere im WWW häufig die leichtere Wertbarkeit der Daten durch Suchmaschinen als Grund für massives Verschlagworten angegeben. Das ist Unsinn. Eine Suchmaschine untersucht den Volltext einer Seite, sammelt alle Links und, wenn es sich bei dieser Suchmaschine um Google handeln sollte, wertet die Anzahl der eingehenden und ausgehenden Links (insofern sind Schlagworte auf den ersten Blick sinnvoll), des weiteren wird der Inhalt analysiert und auf häufig vorkommende Worte untersucht. Da schau her. Häufig vorkommende Worte. Wenn sich der Suchmaschinenalgorithmus jetzt beispielsweise die gesamten Daten eines Webauftritts anschaut kann er für jeden Eintrag die zentralen Schlagwörter selbst – nicht zuletzt aufgrund seines viel größeren Kontextwissens durch die Suchdatenbank – herausfinden. Soviel zum ersten Grund, warum Schlagworte meiner Meinung nach obsolet sind.

Eigentlich würde der eine Grund reichen, doch, nur für den Fall, hab ich natürlich noch ein paar weitere. Zunächst stört mich an Schlagworten, dass sie im Allgemeinen manuell vergeben werden, höchstwahrscheinlich so gut wie immer durch den jeweiligen Autor des jeweiligen Textes. Dies hat zur Folge, dass es sich bei der Wahl um eine höchst subjektive Wahl handelt, welche unter Umständen nicht oder nur marginal den Inhalt des Textes zusammenfassen. Denn das sollte meiner Ansicht nach eine der Aufgaben von Schlagworten sein: Für den Leser sinnvolle Hinweise zum Inhalt zu geben.

Um jetzt hier nicht weiter auszuufern und noch Raum für (Gegen-)meinungen zu lassen verbleibe ich fürs erste mit einem weiteren Argument: Die Anzeige von Schlagworten - meist in diesen hübschen Tag Clouds - stört den Lesefluss.

X&Y

  • Reading time: 1 min
  • Published 10 years ago

Dann fehlen die Gedanken. Worte sind da, nur nichts, wofür man sie sinnvoll benutzen könnte. Das Tagebuch liegt offen auf dem Tisch, niemand der es lesen wollen würde, erst recht keiner, der etwas rein schreiben wollen würde. Wozu auch.

Manchmal geht es nicht mehr nur darum nicht zu wissen, was man sagen könnte, wenn etwas nicht in Ordnung ist, oder wem man das sagen könnte, oder wen man um Hilfe bitten könnte, nein, manchmal geht es in erster Linie darum, herauszufinden, was überhaupt ist.

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When something is broken and you try to fix it.
Trying to repair it, anyway you can't.

Herbstplaylisten

  • Reading time: 1 min
  • Published 10 years ago

Erst wollte ich eine eigene Herbstplayliste machen und online stellen, doch hat dazu zum richtigen Zeitpunkt die nötige Muse gefehlt. Darum gibt es also keine Meandering Soul Herbstplayliste, dafür eine Herbstplaylistenempfehlung.

Die diesjährige Herbstplayliste von meinem allerliebsten Lieblingsmusikblog: Autumn leaves, autumn stays: Fuel/Friends Fall 2010 Mix

Diese tollen Daytrotter Sessions:

Und schließlich und endlich und sowieso und überhaupt: Herbstplaylist I: Feist – So Sorry

Manuel

  • Reading time: 2 min
  • Published 10 years ago

Er hatte die Blätter wieder auf den Tisch geworfen, unachtsam, Knicke provozierend. Vielleicht sollte er einfach erstmal raus gehen, ein, zwei, drei Mal um den Block laufen, atmen und die fünf Seiten dann noch einmal lesen. Das kann sie doch nicht so meinen.

Doch Marie meinte jedes Wort in dem Brief, bis auf eines. Liebe. Die meinte sie nicht mehr. Sie hatte versucht, über viele Absätze hinweg, zu erklären, warum, zu erklären, was fehlt und insbesondere zu erklären, was ist und was bleiben sollte.

Manuel hatte alles verstanden bis auf diese eine Sache. Sie waren doch so glücklich gewesen. (Ich war glücklich Manuel, ich bin glücklich, ich will mit dir weiterhin glücklich sein.) Warum, wie konnte, wie will Marie glücklich mit ihm sein, wenn sie nicht mehr mit ihm sein will? Er versuchte zu verstehen. (Du hast mich immer verstanden, und wenn du mal nicht wusstest, was zu tun ist, oder wie du helfen kannst, hast du trotzdem nicht aufgegeben, sondern versucht eine Lösung zu finden.) Diesmal verstand er nicht. Dieses eine Mal verstand Manuel Marie nicht. Nicht weil er nicht gekonnt hätte, nein, er wollte nicht. Er wollte nicht, dass sie aus seinem Leben ging. Hätte er doch nur etwas weniger zwischen den Zeilen gelesen.

(Die Hauptfolge meines Entschlusses hast du sicher schon — wie immer — heraus gelesen, doch sollst du, falsch, musst du wissen, dass ich dich nicht loslassen können werde, so sehr ich es zu wohl unser beider Wohl eigentlich sollte.) Da war sie, diese eine Stelle, kurz vorm Ende der vierten Seite, die Manuel beharrlich überlesen hatte. Doch genau dort war die Stelle, an der es Marie nahezu gelungen war zu schreiben, was sie wollte. Dass sie ihn nicht verlieren wollte, aber große Angst davor hatte, weil sie sah, wie er sich veränderte, stand nicht darin. Marie hatte die Hoffnung, dass er das rechtzeitig merken würde, wenn nicht, würde sie warten, vergessen war keine Option.

(Ich werde nicht aufhören können, an dich zu denken und mir regelmäßig sinnlos Sorgen zu machen. Nicht mal, wenn du mich genau darum bitten solltest. Es geht einfach nicht.)