Brief an M

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  • Published 8 years ago

Liebe M.,

Drei Tage ist es her, seitdem du in den Zug gestiegen bist. Wenn ich die Augen schließe, kann ich noch die Rücklichter sehen. Ich finde, Verabschiedungen wären um einiges einfacher, wenn man nicht die Rücklichter sehen könnte. Rücklichter haben immer so etwas melancholisches.

Du warst nie nur irgendwer. Nie nur einfach da. Aber du warst da. Zumindest rückblickend betrachtet fast immer. Wenn du mal nicht da warst lag das vielleicht auch eher an mir als an dir. Ich gebe zu, es ist nicht immer einfach mich zu kennen, mich vielleicht sogar mögen zu wollen. Doch du hast mir immer ein Zuhausegefühl gegeben. Vollkommen egal wo ich war, wenn du in der Nähe warst, konnte ich mich sicher fühlen.
Jetzt bist du bald weg.
Nicht richtig weg natürlich. Du wirst nie richtig weg sein können. Mein Herz wird dich nicht mehr loslassen.
Die Leute sagen, es wird einfacher. Die Leute sagen, man wird neue Menschen kennen lernen. Vielleicht haben sie ja recht. Bestimmt haben sie recht. Doch wer könnte schon verstehen, warum du fehlen wirst? Wer könnte uns verstehen? Kapitän Nemo könnte eventuell. Doch den gibt es nicht.
Was bleibt?
Das wichtigste. Das schönste.
Ich weiß, dass du bleiben wirst. Denn dich zu vergessen würde bedeuten, fast alles zu vergessen, was wirklich wichtig war.

Du fehlst, der Stadt vielleicht sogar noch etwas mehr als mir,

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Fünf Fragen

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  • Published 8 years ago
  1. Wieso ist das Leben anderer Menschen interessanter als das eigene?
  2. Warum ist das Meer in der Erinnerung immer Blau?
  3. Wer trifft die Entscheidungen, die man nicht selbst treffen kann?
  4. Wie vielen Menschen liegt daran, andere wahrhaft glücklich zu machen?
  5. Was ist Glück?

Flüchtige Begegnung

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  • Published 8 years ago

"Wie lange ist es her?"
"Wie immer zu lange."
"Man hat einfach immer zu viel zu tun."
"Wem sagst du das. Gestern erst…ach, das Handy!"
"Schöne Grüße, wenn Bekannt, ich muss jetzt leider weiter."
"Bis bald!"
"Bis bald."

Scatterbrain

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  • Published 8 years ago
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  1. Man müsste immer schreiben können. Insbesondere an den Himmel. Dann erst wären die Gedanken wirklich frei.
  2. Es ist alles Musik und Kunst und die Fragezeichen zwischen den Zeilen.
  3. Jeder Tag für sich genommen mag wie ein ganzes Leben sein. Doch ein einzelner Tag aus einem gelebten Leben ist Nichts.
  4. I had no dream. I stood beneath an orange sky.
  5. Tonight I have been to the place where the quotable phrases meet when they come to your mind.
  6. People never change, they merely find themselves.
  7. Sich immerzu an den Gedanken klammern, dass alles für irgendwen, am Besten für einen Selbst, etwas bedeutet. Dass das nicht einfach nur so passiert. Was auch immer das ist.
  8. Du hast alles verändert. Außer dich und mich. Du hast die Welt zu mir gebracht, das Leben, die Liebe.
  9. The excellence of his understanding and his principles can be concealed only by that shyness which too often keeps him silent.
    Jane Austen - Sense and Sensebility
  10. Maybe it's an impossible task to paint the silence. Nevertheless it needs to be done at times like these.
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Einmal Leben, bitte.

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  • Published 8 years ago

Und am Ende liegst du in irgendeiner Stadt in irgendeinem Haus in irgendeinem Bett und hörst dem Leben zu. Verstehen ist schwierig, weil das Wörterbuch irgendwo auf dem Weg verloren gegangen ist. Verstehen ist aber scheinbar auch nicht so wichtig, solange genügend Tinte und Papier da sind um den Kopf leer zu schreiben.

Zuerst geht der Glaube an die heilende Wirkung von Sonnenuntergängen flöten. Urbane Legende. Funktioniert bestimmt nur drei mal im Leben und nur wenn man zufällig gerade mit dem richtigen Menschen am richtigen See in Südschweden ist.

Danach die Sicherheit, das immer die richtige Musik da sein kann, wenn Musik da sein sollte. Für manche Situationen gibt es scheinbar einfach kein Lied. Fürs allein in Gesellschaft sein, sich irgendwie so halb wohl fühlen aber doch ganz woanders hinträumen zum Beispiel.

Zu sagen das alles doof ist, wäre gelogen. Es gibt ja immerhin noch Bücher. Aber irgendwann bringt Lesen auch nichts mehr. Und dann?

(N)irgendwo

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  • Published 8 years ago

Ich will nicht nach Hause gebracht werden. Nicht von dir, nicht von jemand anderem, von niemand. Wenn du unbedingt etwas für mich tun willst, dann sag mir wo es ist, dieses zu Hause. Sag mir wo, sag mir wie, sag mir, wieso du das weißt und nicht ich. Bring mir mein zu Hause in den Kopf. Zeig mir, warum ich mich dort, wo ich sein sollte, besser fühlen würde.

Nichts ist richtig hier. Die falschen Menschen betrachten mich sorgenerfüllt mit den falschen Blicken und ziehen ununterbrochen die falschen Schlüsse. Ich bin nicht euer Spielzeug. Ich will mein eigenes Leben leben, meine eigene Spielwiese haben. Ich will mich wohl fühlen. Nicht dieses profane ist ja ganz nett hier Gefühl sondern das große Ganze. Mit Schampus und Kaviar.

Ich hab es mir immer schon vorgestellt. Dieses zu Hause. Nicht dieses hier. Das Gedankengebäude „zu Hause“. Der Ort, an dem alles in mir und alles von mir seinen Platz findet ohne ihn zu suchen. Der Ort an dem immer alles stimmt, auch wenn mal etwas daneben geht. Der Ort, an dem man aus Fehlern lernen kann und sie trotzdem wiederholt, weil es nicht die schlimmen, unwiderruflichen Fehler sind.

Sag, ist das hier real oder weinbasiert? Kann ich hier bleiben? Ich will hier bleiben. Schau, dort ist sogar ein Kamin. Das ist richtig hier. Das darf hier bleiben, mir bleiben, da sein.

Vielleicht

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  • Published 8 years ago

Vielleicht besteht der Sinn des Lebens einfach darin, so viele Menschen wie möglich zu finden, die einem dieses besondere Geborgenheitsgefühl geben, ohne sich dafür anstrengen zu müssen. Vielleicht besteht das Leben einfach nur aus einer Aneinanderreihung von nicht zusammenhängenden Ereignissen. Vielleicht haben ein paar dieser Ereignisse einen Erinnerungswert.

Vielleicht ist aber auch alles ganz anders und wir sind auf der völlig falschen Fährte, wenn wir versuchen unsere Probleme mit anderen Menschen lösen zu wollen. Vielleicht sollten wir einfach viel mehr Zeit für uns finden, viel mehr nachdenken, viel mehr allein sein. Immer dann, wenn auch die Geborgenheitsgefühlgeber kein Lächeln mehr für länger als drei Sekunden zaubern können.

Fünf Fragen

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  • Published 8 years ago
  1. Wenn du einen Menschen aus deinem Leben noch ein Mal wiedersehen könntest, wen?
  2. Wenn du eine Entscheidung in deinem Leben revidieren könntest, welche?
  3. Wenn du einen Moment noch einmal exakt genauso erleben könntest, welchen?
  4. Wenn du ein Lied noch ein Mal hören dürftest, welches?
  5. Wenn du nicht mehr hier bist, wo dann?

Over the Rainbow

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  • Published 8 years ago

Ich dachte mir, ich könnte einfach einen Regenbogen auf die Wolken malen, als sie mich gefragt haben, ob sie dir was ausrichten können. Hoffentlich gefällt er dir.