Es ist nicht immer Fiktion

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  • Published 5 years ago

Es ist nicht immer Fiktion. Es ist immer Leben. Manchmal ist es ausgedacht.

Manchmal ist es nur ein bisschen erweitert oder abgeschnitten, immer jedoch unter der Obhut des Fiktionspavillons. Doch die meisten Pavillons bestehen aus Glas oder einem anderen mehr oder minder transparentem Material. Das ist gut, man möchte sich darunter ja nur vor Widrigkeiten schützen und nichts vollends verstecken. Ganz im Gegenteil.

Es ist nie Fiktion. Dafür aber manchmal alles, was ich von der Wahrheit weiß.

Brief an M (3)

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  • Published 5 years ago

M.,

ich habe immer noch ein bisschen Angst, dir eines Tages unverhofft über den Weg zu laufen. Seit Monaten, fast könnte man seit Jahren sagen, erwarte ich jeden Tag den Moment, den der Zufall erwürfelt hat. Den Moment, an dem du vor mir stehen wirst. Was ich dann sagen werde? Wahrscheinlich "Hey!". Wahrscheinlich werde ich es in diesem Moment auch so nett und herzlich meinen, wie es klingen wird. Möchte ich jedoch, dass es so klingen wird? Dass du diese doch sehr positive Bedeutung aus den ganzen dann noch nicht einmal gesagten Zeilenzwischenräumen lesen wirst? Nein. Ich möchte nicht, dass du meine Zeilenzwischenräume in einem für dich angenehmen Licht aufnimmst. Ich möchte, dass sie für dich wieder werden, was sie eigentlich sind. Das Weiß zwischen der Tinte. Doch auch ich werde die Kräfte die ich einmal rief nicht mehr loswerden. Das ist schließlich schon einem gewissen Altmeister nicht gelungen.

Wo war ich? Ach ja. Eines Tages werden wir uns wieder begegnen. Im Moment wäre mir lieb, etwas Gewissheit darüber zu bekommen, dass dieser Tag noch in weiter Ferne liegt. Man kann eben nicht immer alles haben.

Ich liebte dich. Ich liebte dich mehr, als du nicht mehr da warst. Jetzt bist du noch immer nicht egal. Aber du wirst nie wieder so wichtig werden, wie du einmal warst.

Auf Wiedersehen.

PS: Ich freue mich darauf, dich wiederzusehen. Weil aus deinem Munde ein exakt gleich intentioniertes "Hey!" kommen wird.

Herbstlaubblätterfarben

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  • Published 5 years ago

Herbstlaubblätterfarben gehören ganz bestimmt zu dem Schönsten, was die Natur zu bieten hat. Nach erfrischendem, aber monotonem Grün und vor endgültig erpressender endloser Graumeliertheit von allem fügt sich alljährlich dieser Zauber in die Landschaft

Jedes einzelne dieser fallenden Blätter ist ein kleiner Beweis für die immer unerreichbare Eleganz des Vergangenen.

In Wahrheit nie

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  • Published 5 years ago

Schreibst du mir ein Ende? Enden tun weh. Ich möchte nicht aus deiner Welt gerissen werden. Ich möchte überhaupt nicht gerissen werden. Risse heilen nicht.

Gute Enden sind selten. Geschichten, die ein gutes Ende nehmen, nicht. Nur passiert zu oft - also immer (in Wahrheit demzufolge nie) - zu viel bis zu diesem ominösen Ende.

Selbst der kleine Prinz war am Ende einfach nicht mehr da. Sei nicht einfach nicht mehr da. Komm wieder, und bring mindestens ein Ende mit.

This? I've done this before.

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  • Published 5 years ago

When they bombed Hiroshima, the explosion formed a mini-supernova so every living animal, human or plant that received direct contact with the rays from that sun was instantly turned to ash. And what was left of the city soon followed. The long-lasting damage of nuclear radiation caused an entire city and its population to turn into powder. When I was born, my mom says I looked around the whole hospital room with a stare that said, "This? I've done this before." She says I have old eyes. When my Grandpa Genji died, I was only five years old, but I took my mom by the hand and told her, "Don't worry, he'll come back as a baby." And yet, for someone who's apparently done this already, I still haven't figured anything out yet. My knees still buckle every time I get on a stage. My self-confidence can be measured out in teaspoons mixed into my poetry, and it still always tastes funny in my mouth. But in Hiroshima, some people were wiped clean away, leaving only a wristwatch or a diary page. So no matter that I have inhibitions to fill all my pockets, I keep trying, hoping that one day I'll write a poem I can be proud to let sit in a museum exhibit as the only proof I existed. My parents named me Sarah, which is a biblical name. In the original story, God told Sarah she could do something impossible and she laughed, because the first Sarah, she didn't know what to do with impossible. And me? Well, neither do I, but I see the impossible every day. Impossible is trying to connect in this world, trying to hold onto others while things are blowing up around you, knowing that while you're speaking, they aren't just waiting for their turn to talk -- they hear you. They feel exactly what you feel at the same time that you feel it. It's what I strive for every time I open my mouth -- that impossible connection. There's this piece of wall in Hiroshima that was completely burnt black by the radiation. But on the front step, a person who was sitting there blocked the rays from hitting the stone. The only thing left now is a permanent shadow of positive light. After the A-bomb, specialists said it would take 75 years for the radiation-damaged soil of Hiroshima City to ever grow anything again. But that spring, there were new buds popping up from the earth. When I meet you, in that moment, I'm no longer a part of your future. I start quickly becoming part of your past. But in that instant, I get to share your present. And you, you get to share mine. And that is the greatest present of all. So if you tell me I can do the impossible, I'll probably laugh at you. I don't know if I can change the world yet, because I don't know that much about it -- and I don't know that much about reincarnation either, but if you make me laugh hard enough, sometimes I forget what century I'm in. This isn't my first time here. This isn't my last time here. These aren't the last words I'll share. But just in case, I'm trying my hardest to get it right this time around.

Sarah Kay

wip-1713

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  • Published 6 years ago

Rachael Yamagata - The only fault
Red Hot Chili Peppers - Midnight, Dosed, By the way
The Killers - Romeo & Juliet, Sams Town (Abbey Road)

Und Miles Davis.

9387

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  • Published 6 years ago

Dinge im Kopf sortieren sieht auf dem Papier so viel einfacher aus, als in der Umsetzung ist. Die Idee, aufzuschreiben, was man so getan hat, macht mir Angst. Nicht, weil ich nichts tue, auch nicht, weil ich nicht in der Lage dazu wäre, das alles aufzuschreiben. Ich weiß, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, nicht einmal, warum mir dieser Gedanke, diese Idee so viel Angst bereitet.

Statt dessen konsumiere ich lieber über häufig unschön ausufernde Zeiträume mehr oder weniger gehypte Serien. Manchmal lese ich Bücher. Bücher, deren Seiten ich nicht selten alle samt anstatt so mancher Moderner Kunst in die Galerien dieser Stadt hängen möchte. Doch auch das wäre keine Lösung, erst recht nicht zu dem Problem mir einzugestehen, dass ich nicht aufschreiben möchte, was ich tue, weil ich dann sehen würde, wie viel davon gerade eigentlich gar nicht so wichtig ist.

Diese ganzen Bücher und Serien und Filme sind morgen auch noch da. Auch übermorgen. Die Zeit, die Ideen in meinem Kopf in Taten umzusetzen aber nicht mehr. Ich hoffe, ich finde bald die Kraft nicht mehr aufzuhören anzufangen.

Sag, wie geht's dir eigentlich?

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  • Published 6 years ago

Und plötzlich ist man dann angekommen und hat auf dem Weg da hin zwei- bis dreimal zu oft vergessen, die Wegbegleiter "Sag, wie geht's dir eigentlich?" zu fragen.

"Sag, wie geht's dir eigentlich?"

Das ist keine schwere Frage, jedenfalls ist es nicht schwer, sie zu stellen, man darf es nur nicht vergessen. Zumindest ist es immer mal wieder ratsam wichtige (sogenannte Herz-) Menschen zu fragen, wie es ihnen geht, was sie so machen, und ob das eigentlich okay ist, sie mit all dem Kram zu belasten, den das eigene Pochwerk loswerden möchte.

"Sag, wie geht's dir eigentlich?"

Das kann eine verdammt beschissene Tränenkanone sein. Wenn man darauf antworten soll und der Kopf mit den Gefühlen lieber 32 heb auf als Herz spielt.

Aber es kann auch zu wunderschönen, sekundenweise Ewigkeit schaffenden Momenten führen, in denen man sich gemeinsam über diese seltenen Momente im Leben freuen kann, wo tatsächlich mal einfach alles gut ist.

Ausbrechen

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  • Published 6 years ago

Ich kann spüren, wie Geschichten zwischen meinem Kopf und meinem Herz hin- und herwandern. Irgendwas hält sie davon ab, auszubrechen. Irgendwo ist eine Sperre auf dem Weg nach draußen.

Wahrscheinlich ist es die selbe Sperre, die sich in meine innere Mitte gesetzt hat. Wenn ich die Augen schließe spielt mein Körper Jahrmarkt. Mit allem. Nur ohne mich. Immerhin sind die Feuerwerkseffekte vor den Augen beeindruckend. Auf die wechselwarmen Gefühlschauer an den Armen, die sich zuweilen auch in spontanen Gänsehauteruptionen äußern, würde ich dennoch gerne verzichten. Es muss so viel raus, doch der Schlüssel fehlt. Das ist, wie mit dem Füllfederhalter schreiben zu wollen, wenn keine Tinte mehr greifbar ist. Inklusive dem hilflosen Kratzen. Ich möchte das nicht.