Paint The Silence

  • Reading time: 2 min
  • Published 9 years ago

Es gibt Menschen, denen hat man fast zu viel zu sagen. Nicht im negativen Sinne. Sondern einfach nur zu viele für diese eine Person mehr oder minder wichtige Worte die gleichzeitig im Kopf herumschwirren. Das kann manchmal durchaus ein nicht verachtenswertes Problem werden.

Zum Beispiel genau dann wenn man mit dieser Person redet. Über alles und die Welt und das Universum und den Rest. Und dann ist auf einmal Stille. Diese ungute störende Art von Stille, die bei solchen Menschen eigentlich per Definition nicht auftreten kann. Doch wenn sie dann - Murphy und Ausnahmenregeldingsbestätigungstreu kommt, ist sie grauenhaft. In genau diesen Momenten fällt einem nämlich nie eine dieser vielen tausend Kleinigkeiten ein, die man noch sagen wollte.

Fast schlimmer kann es aber werden zu schreiben und dabei zu wissen, dass man ja aufgrund des Mediums theoretisch all diese vielen ungesagten Unwichtigkeiten loswerden könnte. Wenn man schreibt fallen sie einem ja auch meistens ein. Früher oder später. Doch dann sind es garantiert viel zu viele. Dann hört man meist viel früher mit der Nachricht auf, als unter Umständen sinnig wäre, wegen der komischen nie schlafenden Stimme im Kopf. Die dann was erzählt von "zu viel", "nervig" oder vielleicht auch einfach nur von diesem absurden Gedanken irgendwann möglicherweise mal nichts mehr zum sagen zu haben.

Knowitall

  • Reading time: 1 min
  • Published 9 years ago

Das ging mir früher auch mal so. Das habe ich auch schon mal erlebt. Wie oft sagt man diese zwei Sätze zu jüngeren, wieviel öfter sagt man sie wohl, wenn man noch älter wird. Wahrscheinlich zu oft. Denn im Grunde genommen weiß man ja, dass es genau diese beiden Sätze sind, die man in diesem früher auch nie hören wollte. Einhergehend mit dem: Das ist alles ganz anders. Das wirst du dann schon verstehen. Doch leider, leider stellt man irgendwann fest, dass man nicht um die Verwendung dieser Floskeln umhin kommt. Das man manche Dinge einfach am Besten damit erklären kann. Dummerweise sieht das die Gegenseite ganz und gar nicht so.

Früher - das klingt so komisch, eigentlich ist dieses früher erst wenige Jahre her, aber es ist ja dennoch in der Vergangenheit - früher fand ich diese Sätze auch immer nervend, manchmal fast verletzend. Da schwang immer diese "du kleines Dummerchen"-Haltung mit. Bisher habe ich jedesmal nach einem gewissen Zeitabstand dann verstehen können, warum die jeweilige Floskel gefallen ist. Daher verwende ich sie inzwischen auch, obwohl ich mich lange dagegen gesträubt habe, weil ich ja weiß, dass man sie nicht gerne liest bzw. hört.

Love Song to a Stranger

  • Reading time: 2 min
  • Published 9 years ago

Ich liebe dich. Ich liebe dich wenn du lachst, wenn du weinst, wenn dein linkes Auge zwinkert und das rechte dabei stillsteht, wenn du nicht aufhören kannst zu reden, wenn du stiller bist als eine Bibliothek bei Nacht, wenn du lachst, wenn du weinst, wenn du singst, wenn du da bist, wenn du weg bist, sogar wenn du nervst. Einfach immer. Montags, Dienstags, Mittwochs, Donnerstags, Freitags, Samstags, Sonntags, Morgens, Mittags, Abends, Nachts, vor dem ersten Kaffee und nach dem letzten Tee. Dein "Du" ist ohne Zweifel ein ganz besonders einmaliges "Du". Du weißt was du bist, was du willst, was du hast, was du brauchst, was du darfst und du fragst noch immer gern "Warum?". Du bist der erste Sonnenstrahl nach dem letzten Regentropfen, die schönste Schneeflocke am ersten Wintertag, das goldenste Herbstlaub, einfach alles, einfach überall.

Ich sehe gerne, wie du deine Hände faltest, so wie es die alten Leute tun, und wie du dann der Dinge harrst, die dir über den Tag hinweg begegnen werden. Ich mag es zu sehen, wie du nachdenkst, angestrengt, den Kopf mit beiden Händen stützend, die Stirn runzelnd, immer bereit mit dem nächsten Gedanken die Welt zu verändern. Du wirst sie verändern. Irgendwann. Da bin ich mir sicher. Du bist zu einzigartig um nichts zu bewegen, sogar zu einzigartig um nur mich zu bewegen.

Once

  • Reading time: 2 min
  • Published 9 years ago

Allein die Musik von Glen Hansard und Marketa Iglova zu hören ist verzaubernd. Einzigartig schön jeder der Titel. Doch auch: Eines dieser Werke die man am besten Nachts hört, wenn man auch zu zweit noch alleine ist, wenn man seine gesamte Aufmerksamkeit der Musik widmen kann. Denn nicht weniger als das verdient sie.

Noch unendlich viel schöner werden die Lieder allerdings, wenn man sie eingebettet in den Film Once genießt. Once ist einer dieser vielen vielen Musikfilme die es auf der Welt gibt. Dachte ich vor dem ersten sehen. Danach war alles anders. Die Natürlichkeit der Hauptdarsteller und die schlichte Eleganz der filmischen Darstellung versprühen einen ganz eigenen Charme. Dazu kommt, dass der Film einfach Irland atmet. Was in Anbetracht der Szenerie und der Geschichte nicht weiter verwunderlich ist, aber dieser Film würde sogar Irland atmen, wenn mitten im Australischen Outback aufgenommen worden wäre.

Wenn ich gut darin wäre Filmkritiken zu schreiben, dann würde ich dies gerne noch sehr viel umfangreicher und länger tun. Leider bin ich das aber nicht. Andererseits hat das ja auch Vorteile. Schließlich kann ich auf die Art jetzt einfach sagen: Wer handgemachte Singer-Songwriter Musik mit irischem Flair, Irland und idealerweise auch noch Musikfilme mag, sollte sich mal Gedanken darüber machen, ob er Once nicht vielleicht seiner Filmsammlung einverleibt.

Hide and Seek

  • Reading time: 1 min
  • Published 9 years ago

Kinderspiele. Wisst ihr noch, damals, als wir klein und naiv waren und uns nichts, rein gar nichts von dieser Welt interessiert hat? Als wir Immer einfach genau dann glücklich sein konnten wenn wir es wollten, als es immer die einfachen Dinge waren, die uns Freude bereiteten. Das Beim-laufen-nicht-auf-die-Ritzen-zwischen-den-Platten-treten zum Beispiel, oder einfach so auf einer Bordsteinkante balancieren, oder "Ich sehe was, was du nicht siehst" spielen, oder vollkommen sinnlose Dinge zählen, oder Verstecke spielen, oder Fange, etc.

Das sollte man nicht lassen wenn man erwachsen wird. Denn genau das ist es, was man braucht, wenn man mit dem falschen Fuss aufgestanden ist und zu allem Überfluss dann auch noch der Kaffee alle ist. Natürlich finden sich mit dem Älter werden auch neue - oder besser: andere - Wege zum Schnellglücklichsein. Lesen zum Beispiel, oder Musik hören, aber ist das denn ein Grund die alten Gewohnheiten für immer in die "kindisch"-Schublade zu verbannen und nur noch darüber zu schmunzeln, wenn man Kinder dabei beobachtet? Ich finde nicht.

Thumbnail for linked media

Watch this video on Vimeo.

Everything in it's right place

  • Reading time: 2 min
  • Published 9 years ago

Als Radiohead 2007 In Rainbows veröffentlichten gab es viel Furore um das Album. Zum Einen aufgrund der doch ungewöhnlichen Veröffentlichungsform des "Ladet es runter und zahlt soviel wie ihr denkt dass es euch wert ist.", zum Anderen aber auch, weil es eben ziemlich genau 10 Jahre nach dem legendären OK Computer erschien und von vielen als Teil 2 desselben gehypt wurde. Ob das nun so sein soll weiß wahrscheinlich wenn überhaupt aller höchstens Thom Yorke. Ist ja auch nicht so wichtig. Wichtig ist, dass in diesem Zusammenhang eine Playliste durch das WWW wanderte die diese beiden Alben auf wundersame Art und weise miteinander verband. Die fand ich gerade wieder. Besitzern beider Alben in digitaler Form lege ich diese Abspielreihenfolge sehr ans Herz, allen anderen Radiohead.

Kleine Randbemerkung noch: Am besten hört sich das wenn man zwischen den Titeln ein Cross-Fade von etwa 10 Sekunden hat.

Airbag
15 Step
Paranoid Android
Bodysnatchers
Subterranean Homesick Alien
Nude
Exit Music (For A Film)
Weird Fishes/Arpeggi
Let Down
All I Need
Karma Police
Fitter Happier
Faust Arp
Electioneering
Reckoner
Climbing Up The Walls
House Of Cards
No Surprises
Jigsaw Falling Into Place
Lucky
Videotape
The Tourist

You can listen to this playlist on  Music.

Goodnight L.A.

  • Reading time: 1 min
  • Published 9 years ago

Nachts ist alles anders als tagsüber. Nachts ist man einsamer wenn man alleine ist und gemeinsamer wenn man nicht alleine ist. Nachts ist jedes Licht wichtig, weil es eben nicht so einfach ersetzbar ist wie Tagsüber. Nachts sind auch ganz andere Dinge schön als am Tage. Sterne zum Beispiel, Kerzen, Ruhe.

Nachts sind aber auch andere Dinge seltsam als am Tage. Geräusche vor allem. Wenn es dunkel wird, verändert sich die Wahrnehmung. Da wird das Grundrauschen der Stadt auf einmal wichtig. Da stockt einem zuweilen regelrecht der Atem wenn man mal für ein paar Sekunden kein Geräusch von der Straße hört. "Das kann doch nicht sein," denkt man dann, "diese Stadt schläft nie." Aber für ein paar Sekunden jede Nacht ist es eben selbst in Berlin totenstill.

Doch der Schein trügt. Wenn draußen auf der Straße alles ruht erwacht das Mobiliar zu ungeahntem Leben. Toy Story-esk geben die Einrichtungsgegenstände Laute von sich. Für uns Menschen leider nicht verständlich und nur als Knacken und Knarren wahrnehmbar, doch wenn man IKEAnisch könnte und LEGOnisch und Teppisch und Tapetisch, dann könnte man schon vieles verstehen, vom Leben der Anderen.

A Kind of Magic

  • Reading time: 2 min
  • Published 9 years ago

War ja klar, dass ich mir irgendwann diese "Neuerfindung der Maus" zulegen würde. Schließlich bin ich dann letztendlich wohl doch Fanboy. Nein bin ich nicht. Ich mag Apple, weil Apple gute Produkte herstellt. Weil die Dinge meist einfach so funktionieren, wie man es erwartet. Natürlich auch, weil es einfach schick aussieht, aber das ist ja Geschmackssache.

Was hab ich erwartet?

Nichts. Ich habe mir mit der Zeit abgewöhnt großartige Dinge von etwas zu erwarten. Ich kannte die Webseite, ich kannte Erfahrungsberichte von begeisterten Nutzern, ich kannte welche von enttäuschten. Habe sie mal in der Hand gehalten. Für tauglich befunden. Dazu kommt noch die allgemeine Begeisterung für Multi Touch. Sicher mit hervorgerufen durch intensives MacBook Nutzen. Alles in allem also eine solide Basis um sich auf den - mit 70 € ja doch nicht ganz billigen - Kauf der Magic Mouse einzulassen.

Und? Toll? Nicht toll? Schon aus dem Fenster?

Nicht ganz so toll, wie sie sein könnte. Andererseits lernt man als Apple Nutzer sehr schnell, dass das erste Produkt einer Generation nie das volle Potential der Möglichkeiten ausschöpft. Zum einen ist das sicherlich Teil  von Apples Marketingstrategie, zum anderen regt es mich als angehenden Ingenieur zum nachdenken an, was man noch alles besser machen kann und schließlich bleibt die Tatsache, dass es selbst wenn es vielleicht noch nicht perfekt ist, trotzdem nicht nur ein Versuch, sondern ein gelunger Einstieg in eine neue Denkweise "Maus" ist.

Probleme?

Ja klar, diese "Einfach anstecken, der Rest geht von alleine"-Philosophie funktioniert nun mal nur, so lange man nichts an den Systemeinstellungen unter der Haube ändert. Aber das würde ja keinen Spaß machen. Für den Ottonormalverbraucher also sicherlich keine. Für mich schon ein paar kleine. Eingerichtet zum einfachen Links- und Rechtsklicken war sie schnell, für den Rest brauchte es ein vertretbares Software-Update (mit Neustart), einzig Schmerzhaft war die Feststellung, dass die Empfindlichkeit des Mauszeigers nicht so schnell einzustellen geht, wie man es gerne hätte und, dass die geliebten Seitentasten der Mighty Mouse fehlen. Zum Glück bietet Apple jedoch für fast jedes Problem auch eine schnelle Lösung und so wurde das bisher auf diesen Tasten genutze "Spaces anzeigen" kurzerhand auf eine der aktiven Ecken verlegt.

Im Großen und Ganzen also eine sehr zufriedenstellende Mauswechselaktion. Etwas unpersönlich sieht sie noch aus, so ohne Nutzspuren. Etwas unpersönlich wird sie wohl auch immer bleiben, so ohne Mausrad.

How To Disappear Completely

  • Reading time: 3 min
  • Published 9 years ago


I go
Where I please
I walk through walls
I float down the Liffey

Radiohead


Wie klein die Welt geworden ist merkt man am besten beim verreisen. Da steigt man in Berlin Schönefeld ins Flugzeug und kaum zwei Stunden später ist man schon in Dublin. Kaum zwei Stunden später ist man an dem Ort, an dem jeder in seinem Leben mal gewesen sein sollte. Nicht nur, weil es einfach schön ist, sondern auch, weil es einfach anders ist. Natürlich gehört Irland zu Europa, natürlich teilt es große Abschnitte seiner Geschichte und Kultur mit uns Resteuropäern und doch: Es ist anders. Die Gelassenheit die überall in der Luft liegt, die aber trotzdem nicht das - für eine Großstadt einfach notwendige - hektische Treiben beeinträchtigt, sondern einfach spürbar ist. Entspanntere Menschen im Vergleich zu hier in Berlin.
Aber es ist eben doch auch spürbar anders dort. Mit London vergleichbar ist das ständige Treiben, das greifbare Leben, was doch immer einen Millimeter vor einem Halt macht, weil man nicht dazugehört. Man könnte aber, wenn man wollte. Man dürfte nämlich. In einem Reiseführer den ich las stand: "Im Pub findet jeder einen Gesprächspartner, wenn er denn einen sucht." Meiner Auffassung nach gilt das nicht nur für Pubs. Es gilt für Irland. Zumindest für das, was ich davon gesehen habe.

Klischeehaft könnte man jetzt weiter schreiben "nette Leute, schönes Land, alles toll". Stimmt zwar auch, so einfach ist es aber dann doch nicht. Irland wird ja gerne als "Die grüne Insel" bezeichnet, insofern war in meinem Kopf eine Insel voller Wälder. Etwas enttäuschend dann der Landeanflug mit der Feststellung, dass Bäume dann doch eher zu den selteneren Erscheinungen gehören. Schafe gibt es, Wiesen, Felder und Büsche. Das alles in Unmengen. Und ganz viel Wasser dazu. Soviel zum Land. In den Städten beweisen die Iren erstaunliche Integrationsfähigkeit. Schließlich muss man erstmal schaffen so lange Zeit britisch geprägt gewesen zu sein und trotzdem ein ganz eigenes Flair im Stadtbild auszustrahlen, dass zwar durchaus - insbesondere in Dublin - an einigen Ecken mal sehr sehr britische Züge hat, aber doch im Großen und ganzen wieder dieses angenehme "Anders" ausstrahlt, was alles dort so unvergesslich gemacht hat. Besonders begeistert haben mich die Schriftverzierungen einiger Gebäude, die zum Teil auf deren Geschichte hinweisen, teils aber auch höchst poetisch die Tragiken des täglichen Lebens beschreiben.

Man könnte noch endlos viel über die Schönheit und das Erlebte schreiben und dennoch, nichts fängt die Ausstrahlung dieses Landes und seiner Bewohner besser ein als es zu Besuchen. Am besten nicht als Massentourist, auch nicht unbedingt den Attraktionsplänen der Touristenbüros folgend, sondern am besten ganz auf klassische Entdeckerweise "immer der Nase nach".

Where The Streets Have No Name

  • Reading time: 2 min
  • Published 9 years ago

Weg. Weg von den selben langweiligen Straßen. Weg von den selben langweiligen Menschen. Weg von dem immer gleichen grauen Wetter. Weg von allem. Einfach mal was anderes sehen. Nicht nur, weil man eben ab und an mal weg von den langweiligen Menschen und den langweiligen Straßen muss, sondern auch, eigentlich gerade weil die Menschen und Straßen eben ganz und gar nicht langweilig sind. Sondern weil sie langweilig geworden sind. Diese Langeweile aus Routine. Diese elendige Routine. Zu viele Tage, an denen man keinen Tagebucheintrag verfasst, weil einfach nichts passiert ist. Natürlich ist ganz viel passiert, aber das hat man nicht gemerkt, weil man so tief im Alltag steckt, dass man nichts mehr merkt.

Dann muss man mal raus aus dem Alltag. Am besten möglichst weit weg und irgendwo hin, wo man noch nie war, wo man in jeder Sekunde neues sehen kann. Denn nur dort, wo man neues sehen kann, kann man altes in Ruhe verarbeiten. Nur dort findet man Zeit, Ruhe und Kraft um weiter zu machen, wo es am schönsten ist: Bei den grauen Menschen in den grauen Straßen. Die natürlich wieder so bunt wie immer sind, wenn man dann zurück kommt. Da ist man sich vorher sicher. Alles andere ungewiss. Aber das ist auch gut so.