Schokoweihnachtsmänner

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  • Published 7 years ago

"Ich will aber jetzt einen Schokoweihnachtsmann essen! Ich will ich will ich will!"
"Aber die Weihnachtsmänner sind alle Schatzi, du hast sie mal wieder alle schon gegessen."
"Dann will ich ein Rentier."
"Aber…"
"Ich will ich will ich will"
"Aber…"
"Wa-wa-wa-warum haben Schokoweihnachtsmänner keine Rentiere?"
"Weil du sonst fett wirst."

Ich dachte, das wäre es gewesen. Natürlich, beleidigend, aber wen kümmert das schon. Diskussionen über Schokolade werden früher oder später immer beleidigend. Weil einfach nie genug da ist. Wie mit den Schokoweihnachtsmännern. Nie reichen sie. Natürlich, bis kurz vor Ostern oder so ist meist noch einer übrig, aber irgendwann sind sie eben alle. Und was dann? Man kann doch nicht ohne Schokoweihnachtsmänner leben! Wenigstens davon sollte es immer genug geben, wenn sich schon der echte nie irgendwo zu erkennen gibt!

Was wäre, wenn sie nicht allein wären? Also die Schokoweihnachtsmänner. Wenn sie immer im Schlitten kämen, mit Dasher und Dancer und Prancer und Vixen, Comet und Cupid und Donder und Blitzen. Was wäre, wenn es Schokorentiere gäbe?
Weihnachtswunderland für immer wäre das. Und ganz nebenbei eine Marktlücke deren bisherige Nichtentdeckung mich gerade zu erschüttert. Für mehr Schokorentiere!

Was allerdings bleibt, wenn man die Weihnachtszauberei im Magen hat, ist die bohrende Frage, warum nicht zur Abwechslung mal die Schokowesen fett werden, anstatt einem selbst. Es ist ja nicht so, dass ich nicht darauf eingestellt wäre, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen und so. Aber eigentlich geht es doch genau darum. Den Schaden hat doch die Schokolade. Die macht uns doch fett. Warum macht sie das nicht mit sich selber und lässt uns in Ruhe (und Mengen) genießen? Ziemlich gemein, das.

Wirre Wortknäuel

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  • Published 7 years ago

Manchmal geht es nur darum, einfach "Hallo, ich bin da." zu sagen. Einfach ein Gespräch anzufangen, einfach zu reden. Tausend wirre Worte aufstapeln, um sich selbst verstehen zu können. Endlich einmal wirklich nicht allein sein mit all dem Gedankensalat im Kopf.

Du sagtest einmal, du würdest gerne nicht mehr nur dir selbst deinen Kopf ausschütten. Du sagtest sogar, die Art, in der ich mit dem Matsch aus deinem Kopf umgehe, würde dir gut tun. Davon merke ich aber nichts mehr. Warum nicht? Habe ich mich geändert? Hast du dich geändert?

Red mit mir.

Lass mich nicht immer anfangen. Verlass dich vor allem nicht darauf, dass ich immer da sein werde. Du hast mir beigebracht, Menschen loszulassen. Ich möchte dich nicht loslassen, aber wenn du mich dich nicht mehr verstehen lässt, werde ich dich loslassen müssen. Lieber möchte ich noch tausende wirre Wortknäuel mit dir entflechten und mindestens ebenso oft den Moment erleben, in dem deine Augen plötzlich wieder aufleuchten, plötzlich wieder diesen Funke der "Alles ist Gut"-Magie ausstrahlen, der sie meist so einzigartig macht.

Plan B

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  • Published 7 years ago

Falls am Ende doch alles schief gehen sollte und keiner der Träume, die auf den tausenden Notizzettelpapierfliegern im Kopf umher düsen wahr wird, so möchte ich wenigstens einen verfickten Tag so gelebt haben, als wäre mein Leben eine Skinsepisode.

Status Quo

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  • Published 7 years ago

Viel zu lange in der Phantasie leben, dass am Ende alles gut werden wird, lässt am Ende tatsächlich eine ganze Menge ziemlich gut werden. Nun ist es zwar so, dass fast nichts jemals wirklich gut ist - aber im Grunde liegt dies ja nur an diesem ewig treibenden "perfekt", was so drohend nah an wirklich gut liegt - aber dennoch gibt es ab und an im Leben Situationen, die Ankerpunkte sind. Momente, in denen man seinen ganz persönlichen Status Quo ein paar Meter auf der Zeitachse des Lebens weiter nach vorne schieben kann. Genau das sind aber auch die Momente des Aufbruchs. Das Verschieben ist ja quasi der Save Point im Real Life. Danach kann man etwas ausprobieren, sich mal wieder etwas weiter nach vorne lehnen - ist schließlich auch gar nicht so gut für so einen Körper, immer nur in Ruhe zu verharren. Nein. Man muss etwas tun. Am besten ganz oft ganz viele neue Herausforderungen annehmen. Möglicherweise schafft man dann diese oder jene nicht. Vielleicht steht man sogar mehrfach drei Meter atemlos vor der Zielgerade und kommt einfach nicht mehr weiter. In diesen Zeiten ist es dann wichtig, dass man seinen Status Quo nicht zu weit hinten liegen gelassen hat, denn je weiter man zurück muss, umso mehr geht dabei verloren. Unweigerlich.

Hermann Hesse hat einmal gesagt, das Leben eines Menschen gliedere sich in verschiedenartige Stufen, von denen jede einzelne nicht ohne die anderen sein könne. Ich glaube, es ist von äußerster Wichtigkeit, jederzeit zu wissen, auf welcher Stufe man gerade steht, und - noch unvergleichlich viel wichtiger - wie hoch man sich seine Treppe bauen möchte.

Kopfbremsen

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  • Published 7 years ago

Es gibt Lieder, die ziehen dich runter, egal wie gut du drauf bist. Die schleichen in deinen Kopf und verziehen erstmal Augen und Mund und wandern dann langsam weiter gen Herz um es fest zu umklammern und nicht mehr loszulassen, bis endlich die Tränendrüsen laufen und der ganze Körper klamm wird vor Angst und Trauer.

Hide and Seek von Imogen Heap ist eines dieser Lieder. Sogar mit der besonderen Fähigkeit, dass es oft schon reicht, einfach nur für einen winzigen Moment an das Lied zu denken, damit das Schicksal seinen Lauf nimmt. Im Grunde ist das eine gute Sache. Wir sind zwar sowieso schon tendenziell die meiste Zeit wegen irgendwelchem Mist traurig, aber manchmal, manchmal braucht man einfach ganz dringend etwas, womit man mit hundert prozentiger Garantie sofort wieder auf den Boden zurück kommt. Dafür sind dann solche Lieder da.

(Auch: Hallelujah in der Version von Jeff Buckley, Meine Freundin lag im Koma und alles was sie mir mitgebracht hat ist dieses lausige T-Shirt von Wir sind Helden, Die Gymnopedies von Erik Satie, …)

Idiot slow down

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  • Published 7 years ago
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Idiot, slow down.

Kompromisslose Selbstwahrnehmungsstörung

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  • Published 7 years ago

Alles ist da, alles ist richtig und doch: Gleichzeitig ist nichts da und nichts annähernd annehmbar. Die Geschichte der Fehlbarkeit der Seele, der immer zum falschen Ziel führenden Determiniertheit endlos langer innerer Monologe. Kompromisslose Selbstwahrnehmungsstörung. Man weiß, wann der Moment der Sorgenüberwältigung erreicht ist und doch sucht man sie. Weiter. Immer weiter. Mehr. Immer mehr. Ganze Stadien könnte man füllen mit Variationen der eigenen kaputten Persönlichkeiten.