Es tut uns doch leid

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  • Published 8 years ago

Du wirst bald weg sein, weil mir die Kraft fehlt, "Bleib doch!" zu sagen. Das ist wahrscheinlich das schlimmste an der ganzen Geschichte. Ich wollte nie, dass du gehst, doch mir fehlen die Worte, dir zu sagen, wie wichtig Du bist, wie sehr Du und niemand sonst zu mir gehörst. In einer anderen Zeit oder an einem anderen Ort würden hier jetzt vielleicht diese berühmten drei Worte stehen. Eigentlich könnten sie auch hier stehen, doch sie würden nicht reichen. Sie würden nie reichen. Sie haben nie gereicht.

Jetzt wäre ein guter Moment um Kettcar zu zitieren. Dich zu kennen bringt viele gute Momente, um Kettcar zu zitieren. Oft die guten und verzaubernden Worte, leider aber auch oft die melancholischen und tragischen Geschichten drum herum.

Ich werd' immer für dich da sein, bist du dabei?

Wenn du nicht bleibst werde ich wahrscheinlich der Inschrift meines iPods noch weniger Rechnung tragen können. Denn "Don't look back in anger." ist ja nicht nur ein wunderbares Lied, sondern eben auch ein eigentlich gar nicht so schlechter Lebensansatz. Doch manchmal kann man sich nicht mehr helfen. Manchmal wird alles zu viel und dann sieht man zu allem Übel vor sich nichts mehr. Also muss man zurück sehen. Mit mehr oder weniger Groll.

Was war und ist, kommt und bleibt, es tut uns nicht leid.

Doch am Ende bleibt das Wissen, dass Du immer in meinem Kopf und noch viel länger in meinem Herzen bleiben wirst und so schnulzig und abgegriffen diese Phrasen auch sind, sind sie hier eine dieser wenigen Wahrheiten, die so oft zu Sprache kommen sollten und denen diese so selten gewährt wird.

Liebe fragt nicht, Liebe ist.

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  • Published 8 years ago

Liebe Menschen, den folgenden Text hat die wunderbare Mimi verfasst. Danke dafür! (Und  nun genießt es!)

Es ist lange her, das erste Mal.

Das erste Mal, dass sie große Augen bei seinem Anblick bekam, das erste Mal, dass sie durch die Tür trat und sich höflich nach dem erkundigte, was ihr kleines Herz zum Hüpfen brachte: Eis.

Es scheint, als wäre es erst gestern gewesen, als ihr das nette Fräulein mit dem tanzenden Pferdeschwanz eine Kugel auf eine kleine Waffel steckte und sie ihr bezaubernd lächelnd in die kleinen Patschehändchen drückte. Sie bedankte sich stets, obwohl das Funkeln in ihren Augen der Verkäuferin schon genug gewesen wäre.

Links neben der Tür stand das kleine Holzbänkchen mit Blick auf den Dorfbrunnen. Direkt daneben der Mülleimer und der bunte Sonnenschirm, der sich leicht zu drehen begann, wenn es windig war.

Einmal kam sie mit zwei Buben aus dem Dorf in den kleinen Laden. Der eine hatte einen Fußball unter den Arm geklemmt, der andere legte stolz das Geld auf die Ablage und verkündete, er würde sie alle einladen. Es war das erste und letzte Mal, dass sie beide Hände vorsichtig, ja fast schon schüchtern, um die Waffel legte und den Kopf leicht senkte. Sie schenkte der Verkäuferin auch nicht das glückliche Lächeln wie sonst.

Schon am nächsten Tag strahlte sie dafür umso mehr.

~

Sie streicht mit der Hand über das alte Bänkchen, dem sein Alter deutlich anzusehen ist. Die Verkäuferin trägt inzwischen eine modische Kurzhaarfrisur, aber das Lächeln beherrscht sie besser wie eh und je. Sie betritt den Laden, lauscht der Türklingel, die ihr so vertraut ist wie keine andere, lächelt und bekommt das kleine spitze Ding in die Hand gedrückt, dass sie als große Liebe bezeichnet und anderen oft nur Kopfschütteln beschert. Eis.

Nicht mehr verloren gehen

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  • Published 8 years ago

Es gibt Musik, die Stille sucht. Es gibt Stille, die nur dann funktioniert, wenn vorher genau solche Musik da war. Es ist diese Musik, die man Nachts halb drei mit In-Ears auf kaltem Fussboden liegend hört. Für 30, 40, 50 Minuten bewegt man sich nicht. Nicht, weil man erstarrt ist, ob der Kälte, sondern einfach, weil es nicht geht. Gefesselt von Klängen. Dann kommt die Stille. Und dann fühlt man. Irgendwas. Jeder etwas anderes und niemand würde sich finden der auch nur den Ansatz einer Beschreibung dessen, was man dann fühlt, in Worte fassen könnte. Und doch, man fühlt.

Es gibt Dinge, die kann nur Musik mit Menschen machen. Sie zum Fühlen bringen, in undefinierbare Schwebezustände versetzen, sich selbst nicht mehr wahrnehmen, weder von innen, noch als abseits lauernder Beobachter.

Wenn Du diese Musik gefunden hast, die das für dich kann, kannst Du nicht mehr wirklich verloren gehen in deinem Leben.

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Vertrauen

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  • Published 8 years ago

Du sitzt da und schaust, geschützt von meiner Qualmhülle, stolz auf dein perfektes Leben. "Vertrauen ist ein Geschenk, weißt du?", sage ich, während ich den letzten Zug der was weiß ich wievielten Zigarette nehme.

"Ich kann mich nicht mehr wirklich an mein Leben erinnern. Das ist nicht schlimm. Ich wollte es ja so. Doch manchmal, manchmal wünschte ich, ich könnte zurück gehen zu den Menschen, die ich sehe, wenn ich nach starken Gewitterblitzen kurz die Augen zu mache. Denn wen man da sieht, sieht man auch in seinen dunkelsten Albträumen. Wenn ich denn träumen würde. Doch das geht ja auch schon geraume Zeit nicht mehr."

Wortlos, sprachlos, nicht mehr ganz bei Sinnen schaue ich dich an. Gekonnt, in jahrelanger Übung zur Perfektion gebracht, schaust du an mir vorbei. Einen gefühlten Viertelmillimeter. Aber eben vorbei. Mit diesem Blick, der nackt macht. Emotional. Du kennst jeden Menschen. Glaubst du. Doch dein Leben ist auch nur eines von den vielen, die so kaputt sind, dass die ganzen Pflaster ein perfekt wirkendes Kunstwerk geschaffen haben. Eines, das viel zu leicht einreißen kann.

"Du solltest anfangen, zu rauchen. Das macht zwar nichts besser, hilft aber manchmal dabei, Gedanken andere Abzweigungen an Kreuzungen wählen zu lassen."

"Danke. Ich bleibe lieber beim Alkohol. Damit kann ich wenigstens jederzeit einen Punkt bestimmen, ab dem ich ein paar Stunden von mir frei habe. Es ist nicht leicht, ich zu sein, weißt du?"

"Ja. Deswegen hoffe ich ja, dass du verstehst, warum ich dir mein Vertrauen schenken möchte."

Etwas Kopfkino

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  • Published 8 years ago

Einfach nur hinsehen. Ihr zusehen wie sie redet, gestikuliert, ihre Augen verfolgen, rotbraune, Geschichten erzählende Augen, den ein oder anderen Moment an ihrem bezaubernden Lächeln hängenbleiben, beobachten, wie sie sich die Haare aus dem Gesicht streift, anfängt einen Zopf daraus zu machen und dann doch wieder den halb gebundenen Zopf aufmacht und das Haar wild nach hinten wirft. Mit einer dennoch fast unsichtbaren Kopfbewegung. Brünett, aber ein relativ helles brünett, schulterlange, glatte Haare, perfekt symmetrisches Gesicht, etwas zu dünne Arme für die Größe der Hände, die sie aber mit solcher Leichtigkeit bewegt, dass es nur positiv auffällt. Dezent im gesamten Verhalten und doch so viel Glück und Euphorie ausstrahlend.

In einem Wort: Schön.

Herznotizen

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  • Published 8 years ago

…eines Mädchenherzes

Ich habe keine Lust mehr für dumme Kerle zu schlagen.

Tag ein Tag aus die selbe Leier. Und dieser Körper könnte sich auch endlich mal dazu bewegen ab und an ein paar der Schmetterlinge, die da so oft kommen und gehen, vom Bauch zu mir durchzulassen. Ich mag diese Tierchen doch so sehr.

Überhaupt gehen die Schmetterlinge viel zu oft und viel zu schnell wieder weg. Manchmal glaube ich, ich bin keine gute Schmetterlingshüterin.

Heute am See hat mich so ein komischer Junge angelächelt. Er wirkte schüchtern. Oh, hallo kleiner Schmetterling, bleibst Du ein wenig?

Ich habe ihn wieder gesehen. Er hat sich näher zu mir gesetzt. Das ist süß. Liebe Schmetterlinge, ich bin doch nur ein kleines Herz, geht doch auch in den Rest des Körpers, ja?

Ich werde bald fliegen können, oder wenigstens schweben. Wir treffen uns jetzt oft. Sehr oft. Ich glaube, man nennt das glücklich sein.

Er ist da. Also hier. Also in mir. Den lass ich hier nie wieder raus. Ganz bestimmt nicht. Auch wenn das jetzt alles ein bisschen eng geworden ist. Vielleicht kann ich ja noch ein zwei Schmetterlingchens zum umziehen bewegen.

Randbemerkung: Dem Kopf da oben mal die Venen waschen. Der tickt zu kompliziert für meinen Geschmack.

…eines Jungenherzes

Warum macht der Kerl eigentlich nie, was ich sage? Immer nur still da sitzen, Kopfhörer in die Ohren und Welt abschalten. Nachts heult er dann wieder Pseudoherzscheiße in seinen Twitteraccount. Als ob es davon besser werden würde. Würde er mich doch nur einmal um Rat fragen. Wozu bin ich denn sonst Jungenherz geworden?

Bei Gelegenheit mal was mit dem Bauch trinken gehen und ihm gratulieren. Er hat es endlich mal geschafft, den Kopf zu überstimmen. Ich kann dieses Gerede darüber, dass Frauen so kompliziert seien, nicht mehr nachvollziehen, seitdem ich in diesem Kerl hier mein Dasein friste.

Strand. See. Wasser. Sonne. Endlich mal was für mich. Wiederholt: Danke, Bauch!

Himmel hilf. Jetzt beweg dich doch endlich zu dem süßen Mädel und sprich sie an. Oder lass mich am Besten machen.

Geht doch. War doch gar nicht so schwer, oder, Kopf? Kopf? Kopf?! (Dieser bescheuerte Kopf. Entweder nicht da oder falsch konfiguriert. Bei Gelegenheit mal eine Ladung Bretter ordern.)

Eis. Eis. Eis. Eis. Juchu. Sie ist nett. Sie darf hier rein. Sie mag Eis. Sie darf erst recht hier rein. Ich werde ihrem Herz gleich mal ein paar Schmetterlinge mit Gruß vom Bauch vorbeischicken.

Pakt mit dem Bauch geschlossen, den Kopf vorerst nicht mehr aktiv am Geschehen teilhaben zu lassen. Statistisch gesehen wird der sich sowieso viel zu früh wieder einmischen.

Endlich glücklich. Hoffentlich kriegt dieses angeblich denkende Ding da oben das nicht so schnell mit.

Kleider machen Leute

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  • Published 8 years ago

Diese Welt dort draußen ist, auch wenn das nicht so sein sollte, der Heteronormativität unterlegen. Da wird Mann komisch angesehen, wenn die Hose zu eng ist, oder das Shirt zu viel Schulter zeigt und Frau noch viel komischer, wenn sie kurze Haare hat oder gar nie in ihrem Leben mit einem Rock gesehen wird. Warum tun wir uns das an? Also nein, warum tut ihr euch das an?

Ich finde das - an dieser Stelle ist die Wahl des Wortes zu entschuldigen - bescheuert. Und das ist noch zaghaft formuliert. Alle Welt redet von Offenheit und Toleranz und Integration und all dem, was da sonst noch aus zugehöriger Schublade kommt und keiner macht es. Natürlich, hier und da gibt es ein paar Ausnahmen, doch die haben heute genauso damit zu kämpfen, von der Gesellschaft akzeptiert zu werden, wie eh und je.

Lieber Leser,

Du glaubst also, Du bist heterosexuell und damit deiner Ansicht nach ein Normalbürger dieser Gesellschaft? Bist Du dir sicher? Mach doch dir zu liebe mal folgendes kleines Experiment: Schalte deinen Kopf aus und höre auf deinen Körper, wenn du mit dir sympathischen Menschen unterwegs bist. Ich lasse hier ganz bewusst jegliche Geschlechtsbestimmung weg. Mit etwas Geduld und Wille (vor allem Wille) wirst Du verstehen können, warum.

Männer die Frauenklamotten oder zumindest Kleidungsstücke, die aussehen, wie Frauenklamotten, tragen, werden schief angesehen. Fast so schief, wie Menschen, die auf offener Straße einen Apfel essen, wie kann man nur, ist ja gesund, aber das tut hier nichts zur Sache. Frauen dagegen, die Männerklamotten tragen, werden höchstens als Karrierefrauen betitelt. Nun ist Karrierefrau alles andere als ein nettes Beiwort, im Grunde ist das genau einer dieser Punkte, der zwischen realer Gleichstellung in der Gesellschaft und dem aktuellen Zustand liegt, doch es ist immerhin schon eine gewisse Form von Akzeptanz. Als Mann kann man dagegen sicher sein, dass man von jedem zweiten Mensch, der einem auf der Straße begegnet, als schwul wahrgenommen wird. Nicht aufzuhören ist im Grunde die einzige Möglichkeit. Sich bewusst dafür zu entscheiden Dinge zu tun, die das Umfeld dazu bewegen zu reden. Denn wenn sie reden, fangen sie an ein bisschen nachzudenken. Vielleicht nicht gleich in die richtige Richtung von Toleranz und Akzeptanz, aber sie werden damit konfrontiert und müssen sich, weil sie zu arrogant sind uns einfach zu ignorieren, damit auseinandersetzen. Und das ist doch schon mal etwas.

Aus diesem Grund mag ich zum Beispiel das Modelabel Weekday. Wenn man zu Weekday geht und die Verkäufer dort nach etwas fragt, dann ist das letzte wonach sie schauen in der Regel, ob das Kleidungsstück jetzt gerade aus dem Jungs- oder dem Mädelsteil kommt. Da geht es einzig und allein um wohlfühlen. Sollte es so nicht auch außerhalb der Ladengrenzen sein?

Weiterlesen?!


One Day

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  • Published 8 years ago

Seitdem ich mobile Musikwiedergabegeräte besitze, sind quasi ununterbrochen zwei Musiktitel mit dem Titel „One Day“ auf diesen. Wer hätte gedacht, dass ich irgendwann an einem Straßenrand ein Buch mit eben diesem Titel finden würde, welches dann zu allem Überfluss auch noch innerhalb weniger Tage seinen Weg auf die Lieblingsbücherliste macht.

Die Rede ist von David Nicholls' One Day.

'Live each day as if it's your last', that was the conventional advice, but really, who had the energy for that? What if it rained or you felt a bit glandy? It just wasn't practical. Better by far to simply try and courageous and bold and to make a difference. Not change the world exactly, but the bit around you. Go out there with your passion and your electric typewriter and work hard at … something. Change lifes through art maybe. Cherish your friends, stay true to your principles, live passionately and fully and well. Experience new things. Love and be loved, if you ever get the chance.


Es ist eines dieser Bücher über das Leben und doch ist es keines dieser Bücher über das Leben, in denen es ausschließlich um Lebensweisheiten geht. Eine dieser Geschichten, die gleichzeitig aus dünnster Luft gegriffen sind und doch so real wie nur irgend möglich wirken.

Wenige Autoren schaffen es, so zu schreiben, dass man ununterbrochen das Gefühl hat, dabei zu sein. Noch weniger schaffen es, dies bei einer Geschichte zu tun, die sich über so viele Jahre hinweg zieht. Es ist ein Buch zum mitfühlen, von der ersten bis zur letzten Zeile. Ein Buch zum anschreien und zum beweinen, zum lachen und zum schmollen. In gewisser Hinsicht könnte man durchaus behaupten: Es ist perfekt.

Dana sagte einmal zu mir, dass man für die Sachen, die einen am meisten beigeistern am schwierigsten Worte findet. Da mir aber so unfassbar viel daran liegt, dass dieses Buch gelesen, verschlungen und geliebt wird, habe ich es trotzdem versucht. Hoffentlich mit Erfolg.

There's some medicine on the shelf, on it the words 'may cause drowsiness' – the most beautiful words in the English language. Once it was 'do you have a t-shirt I can borrow?' Now it is 'may cause drowsiness'.


One Day
David Nicholls
Hodder & Stouton Ltd


(PS: Die Musikstücke sind von Björk und The Verve.)

Wishing Well

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You feel like something
Is about to begin
But you don't know what
And you don't know when

Die Katze

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  • Published 8 years ago

Warum zur Hölle haben die hier gestreut? Es ist doch mitten im Juni, da streut man doch nicht. Es ist doch mitten im Juni, oder?

Celia war sichtlich verwirrt. Wenn sie sich doch nur ein wenig weniger gewundert hätte, hätte sie merken können, dass es weder ein listiger weißer Hase, noch sonst irgendein Streichspieler war, der hier die Straße mit kleinen, knackenden und knisternden Steinchen bedeckt hatte. Auch hätte sie dann merken können, wie ungewöhnlich diese Steinchen waren und wie sehr sie in der Abendsonne glitzerten.

Doch Celia war noch lange nicht wach. Und das, obwohl es schon kurz nach sieben war. Uhrzeit hatte keine Bedeutung für sie, denn Leben konnte sie am Besten dann, wenn sie von niemandem gestört wurde. Ob spätnachts Luftschlösser zusammen träumend durch die Straßen wandernd oder früh am Morgen als erste am Eisstand spielte dabei keine Rolle. Hauptsache, sie hatte das Ruder ihres Lebensbootes immer fest im Griff.

"Gottverdammter Drecksmist. Diesmal werde ich bestimmt gefeuert."

Robert hatte es mal wieder geschafft. Das ganze Tablett voller Würfelzuckerbecher für die Tische auf der anderen Straßenseite war ihm in hohem Bogen entglitten. Hätte er doch bloß nicht der Katze hinterhergeschaut. Zum Glück lag der Eisladen in dem er seit ein paar Wochen arbeitete in einer der vielen Fußgängerzonen der Stadt. Sonst wäre das Chaos wohl gar nicht mehr fassbar gewesen.

Während er sich Besen und anderes Reinigungsutensil noch holte, hatte Celia endlich die Wahrheit über diese seltsam glitzernden Steinchen herausgefunden. Nun stand sie strahlend mitten auf dem Weg, tänzelte bald ein wenig und verlor sich in ihrem Wunderland.

Vertieft darin möglichst schnell und unauffällig das Zuckerdesaster zu beseitigen, bemerkte Robert erst sehr spät das kleine, verträumte Mädchen dort mitten in seinem Zuckerstückchenfeld. Celia sah ihn unverwandt an. Beinahe glaubte er, sie würde nur durch ihn hindurchschauen, irgendwo in das schöne Leere, das Tunnelende, zu dem alle schauen, wenn sie träumen. "Kaffee?", fragte Celia, lächelnd auf den Boden zeigend.