Southern State

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  • Published 11 years ago

Was kann man schon sagen über eine Stadt, die älter ist als fast alles, was man davor gesehen hat. Vorallem: Was kann man sagen, nachdem man die Reiseführerbeschreibungen rausgestrichen hat? Viel. Und doch fehlen die Worte. Worte für die Überreste einer der Kulturen die unser aller Leben vor etwa 2000 Jahren so maßgeblich geprägt hat. Die Überreste derer, die versucht haben die anderen Überreste zu schützen, bis auch sie die Macht verloren zu Wachen und zu Schützen. Und schließlich die Moderne, die sich dazwischen drängt, aber doch vielerorts einfach verschluckt wird von der Geschichte. Rom.

Vielleicht ist Rom für seine Bewohner auch nur eine Stadt, doch wenn man dort ist mag man das nicht glauben. Eine Art Zauber umgibt diese Stadt. Womöglich spielt dieses große (wirklich große, wenn man davor steht merkt man es erst richtig.) weiße Gebäude da keine unwichtige Rolle bei. Schließlich ist es von so ziemlich jedem Ort der Stadt aus zu sehen. Immer ein bisschen passend und ein bisschen Fremdkörper.

Dankbar bin ich den Stadtplanern, die es geschafft haben, das neue moderne Rom nicht das alte, ehrwürdige zerstören zu lassen. Relativ nahtlos gehen alt in neu in älter und neuer über und überall schwingt sowohl das allgemeine italientypische Flair - ihr wisst schon, Luft und Liebe und Sonne und Süden und alles hat Zeit aber wir machen trotzdem ein bisschen Mopedstress - als auch eine Art von Magie mit, die ich bisher nur in dieser Stadt gespürt habe. Das Wissen darum, was auf diesen Flecken auf denen man steht, läuft, sitzt oder in Gedanken davonschwebt in den vergangenen 2700 Jahren passiert ist. Das Gefühl, dass man nirgendwo mehr der erste sein kann. Manchmal ist sie fast ein wenig erdrückend. Die Geschichte dieser Stadt.

Lustigerweise bleibt hinterher zum Einen die Erkenntnis, dass italienische Pizza mitten in Italien irgendwie nicht so gut schmeckt wie beim Italiener um die Ecke und dass der Fotoapparat so langsam seine alters- und leistungsbedingten Grenzen erreicht und zum Anderen das Wissen, dass dies zwar der erste, aber sicher nicht der letzte Besuch dieser Stadt gewesen sein wird.