Herznotizen

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  • Published 10 years ago

…eines Mädchenherzes

Ich habe keine Lust mehr für dumme Kerle zu schlagen.

Tag ein Tag aus die selbe Leier. Und dieser Körper könnte sich auch endlich mal dazu bewegen ab und an ein paar der Schmetterlinge, die da so oft kommen und gehen, vom Bauch zu mir durchzulassen. Ich mag diese Tierchen doch so sehr.

Überhaupt gehen die Schmetterlinge viel zu oft und viel zu schnell wieder weg. Manchmal glaube ich, ich bin keine gute Schmetterlingshüterin.

Heute am See hat mich so ein komischer Junge angelächelt. Er wirkte schüchtern. Oh, hallo kleiner Schmetterling, bleibst Du ein wenig?

Ich habe ihn wieder gesehen. Er hat sich näher zu mir gesetzt. Das ist süß. Liebe Schmetterlinge, ich bin doch nur ein kleines Herz, geht doch auch in den Rest des Körpers, ja?

Ich werde bald fliegen können, oder wenigstens schweben. Wir treffen uns jetzt oft. Sehr oft. Ich glaube, man nennt das glücklich sein.

Er ist da. Also hier. Also in mir. Den lass ich hier nie wieder raus. Ganz bestimmt nicht. Auch wenn das jetzt alles ein bisschen eng geworden ist. Vielleicht kann ich ja noch ein zwei Schmetterlingchens zum umziehen bewegen.

Randbemerkung: Dem Kopf da oben mal die Venen waschen. Der tickt zu kompliziert für meinen Geschmack.

…eines Jungenherzes

Warum macht der Kerl eigentlich nie, was ich sage? Immer nur still da sitzen, Kopfhörer in die Ohren und Welt abschalten. Nachts heult er dann wieder Pseudoherzscheiße in seinen Twitteraccount. Als ob es davon besser werden würde. Würde er mich doch nur einmal um Rat fragen. Wozu bin ich denn sonst Jungenherz geworden?

Bei Gelegenheit mal was mit dem Bauch trinken gehen und ihm gratulieren. Er hat es endlich mal geschafft, den Kopf zu überstimmen. Ich kann dieses Gerede darüber, dass Frauen so kompliziert seien, nicht mehr nachvollziehen, seitdem ich in diesem Kerl hier mein Dasein friste.

Strand. See. Wasser. Sonne. Endlich mal was für mich. Wiederholt: Danke, Bauch!

Himmel hilf. Jetzt beweg dich doch endlich zu dem süßen Mädel und sprich sie an. Oder lass mich am Besten machen.

Geht doch. War doch gar nicht so schwer, oder, Kopf? Kopf? Kopf?! (Dieser bescheuerte Kopf. Entweder nicht da oder falsch konfiguriert. Bei Gelegenheit mal eine Ladung Bretter ordern.)

Eis. Eis. Eis. Eis. Juchu. Sie ist nett. Sie darf hier rein. Sie mag Eis. Sie darf erst recht hier rein. Ich werde ihrem Herz gleich mal ein paar Schmetterlinge mit Gruß vom Bauch vorbeischicken.

Pakt mit dem Bauch geschlossen, den Kopf vorerst nicht mehr aktiv am Geschehen teilhaben zu lassen. Statistisch gesehen wird der sich sowieso viel zu früh wieder einmischen.

Endlich glücklich. Hoffentlich kriegt dieses angeblich denkende Ding da oben das nicht so schnell mit.